Beckenbauer-Gehalt: "Grindel muss aufklären"

SID
Donnerstag, 15.09.2016 | 21:44 Uhr
Die Berliner Politik nimmt den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel nun in die Pflicht
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Die Causa Franz Beckenbauer sorgt weiter für Wirbel. Im Zusammenhang mit den aufgedeckten Millionen-Werbehonoraren für den "Kaiser" halten Fragen und Unklarheiten insbesondere auch den DFB in Atem. Dieser ging am Donnerstag mit einem sechsseitigen Faktenpapier in die Offensive.

Zugleich macht die Politik dem Verband wegen der schleppenden Aufklärung so mancher Vorgänge rund um das "Sommermärchen" 2006 Druck. Der DFB legte in einem umfangreichen Schreiben nochmals dezidiert die vertraglichen Verbindungen von Beckenbauer als Testimonial für den nationalen WM-Förderer Oddset dar.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist Beckenbauer "keine Vergütung" für seine Tätigkeit als WM-OK-Chef gezahlt worden, so der DFB. Der DFB-Ehrenspielführer habe ehrenamtlich nur gegen Auslagenersatz für das OK-Präsidium gearbeitet, teilte der DFB mit.

Ausnahmen für ein nicht-unentgeltliches Tätigwerden Beckenbauers seien werbliche Tätigkeiten für Oddset sowie Agenturleistungen von Nationalen Förderern gewesen. Hier geht es um das Mitwirken von Beckenbauer bei der Akquise der nationalen Förderer EnBW und Postbank. Hierfür wurde offenbar eine "branchenübliche Provision" gezahlt.

"Grindel muss Klarheit schaffen"

Ingesamt waren 5,5 Millionen Euro an den damaligen Präsidenten des WM-Organisationskomitees vom DFB aufgrund der Oddset-Vereinbarung gezahlt worden. Eine Steuerschuld Beckenbauers sei indes nicht vom Verband getragen worden. Der nachträglich vom Verband gezahlte Steuerabzugsbetrag in Höhe von 1.160.500,00 Euro für die 5,5-Millionen-Euro-Zahlung an das Finanzamt wurde von Beckenbauer nachträglich zurückgezahlt und dem DFB wieder gutgeschrieben.

Im Bundestags-Sportausschuss hinterfragte unterdessen die Gremiums-Vorsitzende Dagmar Freitag grundsätzlich die Geheimniskrämerei um die Millionen-Zahlung des DFB an Beckenbauer: "Die eigentliche Frage ist, warum es auf keinen Fall bekannt werden sollte."

Freitags Bundestagsfraktionschef Thomas Oppermann verlangte unterdessen vom DFB mehr Einsatz zur Aufdeckung und Beendigung aller mysteriösen Auffälligkeiten im früheren WM-Organisationskomitee. "Reinhard Grindel muss als DFB-Präsident vollständig Klarheit schaffen. Alle Fakten müssen auf den Tisch", sagte der einflussreiche SPD-Koalitionspolitiker in der Passauer Neuen Presse. Am Donnerstag sandte der DFB das Faktenpapier.

Vorgang wurde geprüft

Der Vorgang Oddset/Beckenbauer sei auch durch die Wirtschaftskanzlei Freshfields laut DFB aufgearbeitet und geprüft worden. Er wurde als "unproblematisch" im Hinblick auf die Vergabeentscheidung der WM 2006 bewertet. Deshalb wurde es nicht in den Untersuchungsbericht aufgenommen.

Die Widerlegung des Eindrucks vom selbstlos und unentgeltlich für Fußball-Deutschland arbeitenden Beckenbauer stößt unterdessen vor allem an der Basis des Sports bitter auf.

"Millionen Ehrenamtliche in den Vereinen bekommen nichts und müssen nun böse Kommentare über sich ergehen lassen, nur weil eine Lichtgestalt, die mehr als 40, 50 Jahre gut verdient hat, alles kaputt macht", sagte Ehrenamts-Referent Josef Roth (Vilsbiburg) vom Bezirk Niederbayern im Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) dem SID: "Es ist nicht in Ordnung, dass gerade auch die vielen, vielen Ehrenamtlichen durch solch eine Sache in ein schlechtes Licht geraten sind."

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