"Die Slowakei ist spielstark"

SID
Thomas Schneider warnt vor der Slowakei
© getty

Mit einem freien Tag bei schönstem Sommerwetter begann für die deutschen Weltmeister die Vorbereitung auf das EM-Achtelfinale gegen die Slowakei.

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Bastian Schweinsteiger flanierte im Sonnenschein mit einem Eis auf der Promenade am Genfer See entlang, Jerome Boateng schlenderte mit extravaganter Sonnenbrille und einem bunten Tapeverband um die zwickende Wade durch den kleinen Hafen des mondänen Kurortes Evian. Einige andere deutsche Weltmeister nutzten den ersten hochsommerlichen Tag am deutschen EM-Standort, um mit Freunden und Familie die kulinarischen Highlights des 8000-Einwohner-Ortes zu erkunden - dort, wo sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Hautevolee aus aller Welt traf.

Inmitten der Sommerfrische am Fuße der Savoyer Alpen nahm die deutsche Nationalmannschaft ganz entspannt ihre Vorbereitung auf das EM-Achtelfinale am Sonntag gegen die Slowakei (18 Uhr im LIVETICKER) auf, und selbst Joachim Löw hatte bei 28 Grad keine Lust auf Öffentlichkeitsarbeit. Der Bundestrainer schickte seine Assistenten Thomas Schneider und Marcus Sorg vor die Mikrofone und Kameras. Löw tüftelte unterdessen im DFB-Quartier den Masterplan für das erste K.o.-Spiel gegen die Slowaken aus, die Ende Mai die deutsche Mannschaft noch 3:1 geschlagen haben.

Testspiel kein Maßstab

"Wir arbeiten zusammen mit unseren Scouts unter Hochdruck, tragen alle Details über den Gegner zusammen", berichtete Sorg. Am Freitag und Samstag werde die Mannschaft dann in den beiden Trainingseinheiten auf dem Platz und in den Besprechungen durch Videostudium und individuelle Hinweise bestens auf das Achtelfinale vorbereitet. "Die Slowakei ist spielstark. Das wird für uns eine schwierige Aufgabe, die wir aber lösen können und werden", sagte Co-Trainer Schneider.

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Schneider und Sorg hoben beide hervor, dass der Test gegen die Slowaken mit der anstehenden Aufgabe nicht zu vergleichen sei. "Man kann das Testspiel nicht als Maßstab ansehen. Wir waren in der Vorbereitung und stehen jetzt in der K.o.-Runde. Das sind ganz andere Voraussetzungen", so Schneider.

Gomez und Kimmich wohl in der Startelf

Mit welchem Personal die Aufgabe am Sonntag auf dem neu verlegten Rasen im Stade Pierre Mauroy angegangen werden soll, ließen Löws Assistenten offen. Abwehrchef Boateng, der wegen einer Wadenverletzung nach 75 Minuten im Spiel gegen Nordirland (1:0) hatte ausgewechselt werden müssen, gab Entwarnung: "Die Wade ist etwas hart. Unsere medizinische Abteilung leistet aber hervorragende Arbeit. Ich werde auf jeden Fall spielen können."

Boateng ist gesetzt. Das dürfte gegen die Slowakei auch für Shootingstar Joshua Kimmich nach dessen grandiosem EM-Debüt und Nordirland-"Bezwinger" Mario Gomez gelten, der immerhin eine der 28 deutschen Torchancen genutzt hatte.

Gegen die Slowakei könnte aber auch die Stunde von Bastian Schweinsteiger schlagen. Nach zwei Kurzeinsätzen gegen die Ukraine, gegen die er in der Nachspielzeit zum 2:0-Endstand traf, und Nordirland ist der Kapitän offenbar wieder ein Kandidat für die Startelf. "Basti ist in einem guten Zustand, er wird jede Woche besser, stabiler und spielfreudiger", berichtete Sorg und ließ dann aufhorchen: "Er kommt so langsam auf das Niveau, dass er uns von Anfang an helfen kann."

Hoffnung für Sane

Schweinsteiger könnte im defensiven Mittelfeld seinen WM-Partner Sami Khedira verdrängen, der bislang noch viele Wünsche offen ließ. "Es ist vieles möglich. Er hat hohe Laufleistungen gehabt, hatte jetzt eine Pause. Auch Basti ist gut in Schuss. Das werden wir nach den Trainingseinheiten entscheiden", sagte Schneider vieldeutig.

Dass sein Boss Löw, der gegen Nordirland Kimmich aus dem Hut gezaubert hatte, auch gegen die Slowakei wieder ein Ass im Ärmel hat, ist denkbar. "Jeder Spieler wird in dem Moment da sein, wenn er seine Chance bekommt", so Sorg, der vor allem Leroy Sane Hoffnung machte: "Er hat seine Qualitäten, kann Gegner überraschen mit seinem Tempo. Wir hätten schon gegen Nordirland noch einmal offensiv auswechseln können, wenn die Boateng-Verletzung nicht dazwischen gekommen wäre."

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