Zeig der Welt, dass du Götze bist

Freitag, 10.06.2016 | 11:34 Uhr
Mario Götze erlebte eine schwere Saison beim FC Bayern
Advertisement
International Champions Cup
So22.07.
Testspielkracher live im Stream: BVB gegen Liverpool
J1 League
Kobe -
Shonan
J1 League
Tosu -
Sendai
CSL
Hebei CFFC -
Jiangsu
Allsvenskan
AIK -
Brommapojkarna
International Champions Cup
Liverpool -
Borussia Dortmund
Club Friendlies
Eibar -
Basaksehir
Club Friendlies
Leicester -
Akhisarspor
UEFA Champions League
Ajax -
Graz
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
Club Friendlies
Arminia Bielefeld -
SV Werder Bremen
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Tosu -
Iwata
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
FC St. Pauli -
Stoke
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
International Champions Cup
FC Barcelona – Tottenham
CSL
Guangzhou Evergrande -
Chongqing
Club Friendlies
Groningen -
SV Werder Bremen
Allsvenskan
AIK -
Kalmar
International Champions Cup
PSG -
Atletico Madrid
International Champions Cup
Man United -
Real Madrid
International Champions Cup
Tottenham -
AC Mailand
International Champions Cup
FC Barcelona -
AS Rom
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
UEFA Champions League
Graz -
Ajax
Club Friendlies
Southampton -
Celta Vigo
International Champions Cup
Arsenal -
Chelsea
International Champions Cup
Benfica -
Lyon
Copa Sudamericana
Sao Paulo -
Colon Santa Fe
Club Friendlies
West Ham -
Angers
Club Friendlies
Brighton -
Sporting
Championship
Reading -
Derby County
League One
Sunderland -
Charlton
Championship
Ipswich -
Blackburn
Club Friendlies
Everton -
Valencia
Club Friendlies
Wolverhampton -
Villarreal
Championship
Sheffield Utd -
Swansea
International Champions Cup
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Real Madrid -
Juventus

Mario Götze fällt die Akklimatisierung beim DFB-Team stets leichter als bei den Bayern. Der WM-Held von 2014 beginnt in Evian, sich zu entfalten - Löw beschleunigt den Prozess mal wieder. Doch Götze muss für die Öffentlichkeit eine einzige Aufgabe erfüllen. Eigentlich eine ganz simple.

Immer wieder ist im Profifußball die Rede von Sensibelchen. Wie oft hat man nicht schon ehemalige Jugendtrainer über plötzliche WM-Helden sagen hören: "Er ist ein Ausnahmekicker - aber er braucht das Vertrauen des Trainers."

Es ist legitim. Klar. Natürlich arbeitet es sich leichter, wenn man ständig auf die Schulter geklopft bekommt. Wenn man weiß, dass man Fehler machen darf und trotzdem spielt. Aber daran darf sich eine Person des öffentlichen Lebens, wie sie ein Profi-Fußballer nun mal ist, nicht gewöhnen. Und erst recht nicht seine Leistung damit rechtfertigen.

Der professionelle Fußball ist ein Geschäft. Wie in jedem anderen Berufszweig werden Entscheidungen gefällt, die für Einzelne auch mal unangenehm ausfallen. Kritik muss man sich bis zu einem gewissen Grad gefallen lassen. Und man sollte sie wegstecken können - das gehört dazu, wenn man im Jahr Millionen verdient.

Good Cop, Bad Cop

Entsprechend ist das so eine Sache mit Mario Götze. Wie keinen anderen deutschen Fußballer begleitet ihn seit der WM 2014 in Brasilien die Vertrauens-Diskussion. Der Zwist: DFB versus FC Bayern. Good Cop, Bad Cop.

Während es der Finaltorschütze des deutschen Südamerika-Wahnsinns nicht schaffte, sich in München unter Pep Guardiola durchzusetzen, empfängt man ihn in der Nationalmannschaft stets mit offenen Armen. Gerade Bundestrainer Joachim Löw vermittelt immer wieder das Gefühl: Mario Götze - das könnte Deutschlands Heilsbringer sein.

Die Beziehung Götze-Löw ist überhaupt nicht vergleichbar mit dem Götze-Guardiola-Clinch. Der Eine, dessen Zuspruch vor der Einwechslung im WM-Finale ("Zeig der Welt, dass du besser bist als Messi") Berühmtheit erlangte, lässt auf den Nationalspieler nichts kommen. Der Andere ließ Götze wochenlang auf der Bank schmoren - mit der klaren Botschaft: Für dich reicht es hier nicht.

Löw bereut Messi-Vergleich nicht

Was sich Götze auf jeden Fall ankreiden lassen muss: Er hat den Eindruck vermittelt, beim FCB nicht alles dafür getan zu haben, der unumstrittene Stammspieler zu werden, der bei der Verpflichtung 2013 in München visualisiert wurde. Götze, so schien es gerade zuletzt, badete ein bisschen in Bequemlichkeit und Trotz.

Ob Löw diese Entwicklung mit seinem selbst öffentlich gemachten Messi-Vergleich nicht in die Wege geleitet habe, wurde er zuletzt gefragt. Nein, lautet die Antwort des Bundestrainers, der nicht das Gefühl hat, die Verantwortung für die gestiegene Erwartungshaltung an Götze zu tragen: "Ich habe das damals aus dem Bauch heraus gesagt. In dem Moment war das gut und das Richtige. Ich glaube nicht, dass er deswegen ein Problem bekommen hat", so Löw.

Evian: Jugendliche Leichtigkeit kehrt zurück

In den ersten Tagen bei der Nationalmannschaft schlich Götze noch ein bisschen im Deckungsschatten der Kollegen auf den Platz. Bloß nicht auffallen, keinen falschen Schritt setzen, einfach mitwirken.

Ganz deutlich zeichnete sich seine Bürde ab, die er aus dieser Bayern-Saison mit sich herumschleppt: Er wirkte äußerst vorsichtig, fast sogar ein bisschen beklemmt. Die letzten Monate ohne wesentliche Rolle beim Rekordmeister hatten ihn durchaus gezeichnet. Zum Beispiel in Sachen Selbstverständnis.

Doch wer Götze bei den jüngsten Trainingseinheiten in Evian auf den Platz kommen sah, bemerkte, wie seine jugendliche Leichtigkeit, die er seit 2014 nicht mehr ausleben konnte, zurückkehrte - und damit einhergehend Platz zur Entfaltung. Er mischte viel aktiver zwischen seinen Kollegen mit, lachte ungezwungen und wirkte hier und da sogar mal wieder zum Scherzen aufgelegt - Bilder, die man in München zuletzt nicht beobachten konnte.

Zeig der Welt, dass du Götze bist

Löw vertraut Götze. Bei dessen Namen hat der Nationaltrainer immer noch die Szene vor Augen, als der Ball nach Schürrles Flankenlauf Götzes Brust fand und dann im argentinischen Tor einschlug. Was nach Realitäts- beziehungsweise vielmehr Aktualitätsverlust klingt, ist es gar nicht mal. Denn Götze kann es ja. Das hat er doch längst bewiesen.

"Mario Götze ist ein Spieler mit vielen Fähigkeiten. Dass er nach so einem emotionalen Moment ein Tief erlebt, ist nichts Ungewöhnliches", sagt Löw, der mit Götzes Leistungen in den Tests gegen die Slowakei und Ungarn zufrieden war: "Ich habe ihn sehr positiv gesehen. Er war in beiden Spielen gut und hat sich sehr gut bewegt."

Entsprechend hält es der Bundestrainer für möglich, dass Götze bei der Europameisterschaft in Frankreich wieder eine tragende Rolle im DFB-Team einnimmt: "Ich glaube, er ist bereit für diese EM." Damit gab Löw deutliche Signale.

Bei der Nationalmannschaft kann Mario Götze er selbst sein. Man lässt ihm alle Möglichkeiten dazu - Löw ganz besonders. Das Prinzip Vertrauen funktioniert hier. Doch so schön die Wohlfühloase DFB für den einst als Jahrhunderttalent gefeierten Götze auch ist: Er muss der Welt mal wieder zeigen, dass er noch er selbst ist. Er kann es.

Alles zum DFB-Team

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung