DFB-Team: Löws Personalentscheidungen bei der EM

Nicht so modern wie vorgegeben

Sonntag, 19.06.2016 | 18:25 Uhr
Joachim Löw tat sich mit Einwechslungen bei der EM bisher schwer
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Joachim Löw predigte vor der EM den großen Abnutzungskampf, lässt seinen Worten aber keine Taten folgen. Die bisher getroffenen Entscheidungen und Aussagen machen skeptisch. Der Bundestrainer ist jedoch zu konservativ, um daran etwas zu ändern.

Es ist schon fast zwölf Jahre her, dass es beim DFB einen wegweisenden Einschnitt gab. Am 29. Juli 2004 wurde Jürgen Klinsmann als neuer Bundestrainer bekanntgegeben. Eine neue Ära wurde eingeläutet: Auf den von Rudi Völler jahrelang stur gelebten Konservatismus folgte die radikale Jugendbewegung.

Als Klinsmann nach der Heim-WM 2006 seinen Platz räumte, übernahm mit Joachim Löw sein Co-Trainer den Chefposten. Der von Klinsmann eingeschlagene Weg wurde weitergeführt, Löw übte sich noch mehr in Innovation - zumindest gab er das immer vor.

In den vergangenen Wochen merkte man, wie wenig moderner Zeitgeist in Löw aber eigentlich steckt. Die hochkochende Personaldebatte nach dem 0:0 gegen Polen im zweiten EM-Spiel brachte Löw dazu, einzelne Namen zu kommentieren. Was er verriet, war, dass er viel konservativer ist, als er es jemals zugeben würde.

Mehr Schein als Sein?

Auf die jungen Spieler in seinem Kader angesprochen, befand Löw: "Sie machen das im Training gut, aber man spürt schon: Das ist die Nationalmannschaft." Man merke, dass die Neulinge "sich an Tempo und Qualität erst gewöhnen mussten und man darf nicht vergessen, dass Turniere eine besondere Situation sind".

Die Löw'sche Schlussfolgerung, die vor allem auf dem Argument "Druck" basierte, lautete deshalb: "Man muss den richtigen Zeitpunkt finden, um sie einzusetzen".

Dabei hatte Löw vor der EM einen wesentlichen Aspekt dieses Turniers richtig vorausgesagt: Es werde "Abnutzungskämpfe wie noch nie geben", kündigte er an. Die ersten Spiele zeigten: Tatsächlich waren die bisherigen EM-Spiele fast ausnahmlos intensiv. Physisch, nicht spielerisch.

Entsprechend seien alle Spieler im Kader wichtig. Er brauche "zwei verschiedene Mannschaften", ließ Löw verlauten. "Ich lasse manches noch offen. Ich will nicht auf eine Wunschelf festgenagelt werden", betonte der Bundestrainer unmittelbar vor Turnierstart. Das war wieder so ein Moment, in dem er vorgab, der flexible, spontane Coach zu sein. Der ist er aber nicht.

Kennt Löw sein Kader-Potenzial?

Die ständige "Sie-machen-einen-guten-Eindruck"-Parole bezüglich der Jungen in der Mannschaft zeigt, wie wenig Löw ihnen schon vertraut. Immer wieder betont er zwar, wie flexibel gerade Kimmich und Sane einsetzbar seien, jedoch macht er das in einer immergleichen Nüchternheit.

Es klingt ganz anders, wenn der Bundestrainer über seine Arrivierten spricht. Höwedes, Götze und Özil vertraut Löw auf Basis der längst verlebten Erfolge. Sie "werden schon kommen", bügelt Löw das Thema unaufgeregt weg. Kimmich, Weigl und Sane verfügen nicht über diese Erfahrungswerte. Das ordnet sie im konservativen Leistungssystem des Nationaltrainers unter.

Dabei haben sie in dieser Saison beim FC Bayern, in Dortmund oder auf Schalke längst bewiesen, wie gut sie mit Druck und einer deutlich höheren Qualität als in so manchem EM-Spiel umgehen. Kimmich verteidigte ungelernt als Innenverteidiger gegen Mario Mandzukic und Juventus Turin, Weigl war wesentlicher Bestandteil der überragenden Dortmunder Saison unter Tuchel und Sane zog im Winter nicht von ungefähr den gesamten europäischen Fokus auf sich.

Mit dieser Einschätzung macht sich Löw angreifbar. Er formulierte sie zwar nicht böswillig, eher versuchte er, sie sympathisch herüberzubringen. Im Endeffekt zeugten seine Worte aber von großem Misstrauen gegenüber seinen Ersatzspielern. Es ist tatsächlich fragwürdig, inwiefern Löw die großen Möglichkeiten seines Kaders überhaupt kennt.

Einwechslung nur mit Erfolgsnachweis

Der von Löw wiederholt gepredigte Abnutzungskampf hat sich bereits abgenutzt. Je häufiger er den Begriff vor den beiden Gruppenspielen gegen Polen und die Ukraine anführte, desto weniger schien er sich jeweils während den 90 Minuten daran zu erinnern.

Nur viermal wechselte Löw bisher aus. Dabei kamen drei verschiedene Spieler aufs Feld: Mario Gomez, Andre Schürrle und Bastian Schweinsteiger. Sie alle gehören zur Riege, die in Löws Leistungsgesellschaft schon einmal etwas bewiesen hat. Sie taugen demnach für prominente Posten, so scheint es.

Und die Formation? Die tastete der Trainer nie an. So viel zum Thema Flexibilität.

Nicht so modern wie vorgegeben

Löw wird seinen Kader im restlichen Verlauf des Turniers wohl so weiterführen, wie er das bisher tat. Nach konservativen Regeln, die er weiter als hochmodern verkauft.

Veränderungen in der Aufstellung könne es "durchaus geben, klar", erklärte Löw zwar und auch Co-Trainer Thomas Schneider kündigte am Montag an: "Es wird die eine oder andere Veränderung geben. Mehr möchte ich nicht dazu sagen." Wirklich vorstellbar, dass es die große Personalrotation geben wird - so, wie es beispielsweise bei Frankreich schon im zweiten Spiel gehandhabt wurde -, ist es aber nicht.

Vermutlich ist sich Löw dieser Thematik sogar bewusst. Auf der einen Seite gab er selbst zu, dass das Spiel zuletzt eher inspirationslos wirkte. Mit personellen oder auch einmal taktischen Neuerungen würde er dem sicher gerne einen Ruck geben. Siegen wird bei seinem inneren Konflikt aber wohl immer der konservative Teil seines Wesens. Er will seine verdienten Spieler nicht fallen lassen. Joachim Löw ist eben doch nicht so modern, wie er denkt.

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