Sonntag, 07.02.2016

Interimspräsident will keine Schlammschlacht

Koch rechtfertigt Güteantrag

Rainer Koch verteidigt energisch die Vorgehensweise des DFB, sich in der Affäre um die WM 2006 mögliche Schadenersatzansprüche gegen Franz Beckenbauer und Co. offenzuhalten. Eine öffentliche Schlammschlacht soll und wird es seiner Meinung nach nicht geben.

Seit 9. November 2015 ist Rainer Koch zusammen mit Reinhard Rauball kommissarischer Präsident des DFB
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Seit 9. November 2015 ist Rainer Koch zusammen mit Reinhard Rauball kommissarischer Präsident des DFB

"Es sind Güteanträge, daraus kann man schon ersehen, dass es unsere Intention ist, jetzt nicht öffentlich gegen einzelne Personen vorzugehen", sagte Koch dem Bayerischen Rundfunk: "Wir möchten gerade nicht, dass jemand in ein falsches Licht gerückt wird, sondern einfach die Vorkehrungen treffen, zu denen wir als Vertreter des gemeinnützigen Verbandes verpflichtet sind."

Am Freitag war publik geworden, dass der DFB bereits Ende 2015 zur Wahrung etwaiger Ansprüche Güteanträge bei der Öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle in Hamburg (ÖRA) gegen Beckenbauer, der das WM-Organisationskomitee geleitet hatte, die damaligen OK-Vizepräsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach, den ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt sowie den Beckenbauer-Vertrauten Fedor Radmann gerichtet hatte.

Weitere Adressaten sind der Testamentsvollstrecker des inzwischen verstorbenen Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus und der Weltverband FIFA.

Dem DFB, führte Koch weiter aus, dürfe nicht der Vorwurf gemacht werden, "dass wir Ansprüche, die der DFB geltend zu machen hat, nicht durchgesetzt haben. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Einrede der Verjährung erhoben werden könnte".Man habe sich bewusst dazu entschlossen, "einen möglichst geräuschlosen und unaufgeregten Weg zu beschreiten".

"Wir sind in sehr gutem, engem Austausch''

Während der ehemalige DFB-Präsident Zwanziger eine mögliche Konfrontation mit dem Verband nicht scheut, führt der DFB laut Koch mit der FIFA intensive Gespräche.

"Wir sind in sehr gutem, engem Austausch. Und auch umgekehrt sind wir dabei, gegenüber der FIFA unserseits zu erklären, dass wir auf die Einrede der Verjährung verzichten würden, wenn die FIFA gegen den DFB beispielsweise Ansprüche geltend machen sollte", sagte Koch: "Hier geht es jetzt nicht darum, Streit zu suchen, sondern Rechtspositionen zu erhalten. Das ist die Pflicht derjenigen, die an der Spitze des DFB aktuell handeln."


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