EM-Ticket zum Greifen nah

Löw "weiß, worum es geht"

SID
Mittwoch, 07.10.2015 | 16:11 Uhr
Deutschland kann in Irland das Ticket zur Europameisterschaft endgültig lösen
© getty
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Letzter Schritt in Dublin: Trotz einiger Probleme rechnen die deutschen Weltmeister in Irland (20.45 Uhr im LIVETICKER) fest mit der vorzeitigen EM-Qualifikation.

Joachim Löw hatte seinen dicken, schwarzen Schal lässig um den Hals gewickelt und stieg mit entschlossenem Blick an der Spitze seiner Weltmeister aus dem Airbus "Salzgitter". Der Bundestrainer strahlte nach der um 45 Minuten verspäteten Landung in der Herbstsonne von Dublin aus, was er kurz darauf im "Ballroom" des noblen InterContinental betonte: Nichts und niemand wird die deutsche Mannschaft bei ihrem letzten Schritt nach Frankreich aufhalten.

"Wir wissen, um was es geht, und sind alle überzeugt, dass wir eine gute Leistung bringen werden", sagte Löw mit fester Stimme. Die vielfältigen Probleme schienen ihn nicht zu beunruhigen.

Ein Unentschieden reicht

Nicht die heißblütigen Iren im vorletzten Qualifikationsspiel für die EM 2016 am Donnerstag. Nicht die viel zu kurze Vorbereitung mit personellen Problemen und dem Ausfall von Lukas Podolski. Nicht die Diskussionen um "Motzki" Mats Hummels. Schon gar nicht die Verspätung von LH 342 wegen starken Flugverkehrs beim Start in Frankfurt/Main.

"Wir kennen die Mentalität der Iren, die immer fighten bis zur allerletzten Minute", sagte Löw respektvoll, und gab selbstbewusst seinen Plan preis: "Wir müssen unsere eigenen Stärken, unsere eigene Philosophie ins Spiel bringen. Wenn wir das schaffen, werden wir das Spiel auch gewinnen."

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Ein Unentschieden würde dem Spitzenreiter der Gruppe D vor 50.000 sangesfreudigen Iren im Aviva Stadium reichen, um das EM-Ticket vor dem abschließenden Duell mit Georgien am Sonntag (20.45/RTL) in Leipzig zu lösen. Doch Löw spielt voll auf (Gruppen-)Sieg.

Dafür stellt er sogar seine weiteren Planungen für die Endrunde in acht Monaten (10. Juni bis 10. Juli) zurück. Zwar sei auch für junge Spieler wie Schalkes Leroy Sané die Tür noch offen, aber: "Für uns ist aktuell nur relevant, die Tabellenspitze zu behalten und uns direkt für die EM zu qualifizieren."

Deshalb klammerte Löw auch die Causa Hummels aus, der wegen kritischer Aussagen nach dem 1:5 bei Bayern München Ärger mit seinem Klub Borussia Dortmund hat. "Das war überhaupt kein Thema bei uns, er hat nicht einzelne Spieler kritisiert", sagte Löw. Hummels bezeichnete sich bei Twitter selbstironisch als "Motzki" und meinte, er habe "keine Grenzen überschritten".

Gefährlche Iren

Löw warnte eingedenk der Erfahrungen aus dem Hinspiel (1:1) derweil vor den "Boys in green". "Irland hat eine Mannschaft, die dem Gegner das Leben sehr schwer machen kann", sagte er. Zumal die eigene Vorbereitung alles andere als optimal verlief. Noch am Sonntag waren 17 der 22 Profis aus Löws Kader bei ihren Klubs im Einsatz. Am Dienstag meldete sich Podolski wegen einer Knöchelverletzung ab; Karim Bellarabi hat Schulterprobleme, ist aber einsatzbereit.

Löw hatte seine komplette Mannschaft erst am Mittwochabend beim Abschlusstraining zum ersten Mal komplett auf dem Platz. Doch das wollte er nicht zum Problem machen. "Das hätte ich mir natürlich anders gewünscht, aber ich denke, die Mannschaft hat im September schon wieder Automatismen angenommen, und die Spieler haben einen guten Rhythmus", sagte er.

Keine Experimente

Auf personelle oder taktische Experimente will Löw angesichts der Umstände aber verzichten. "Es ist nicht damit zu rechnen, dass es viele Veränderungen geben wird, die Mannschaft hat im September zweimal sehr gut gespielt", sagte Löw mit Blick auf die Siege gegen Polen (3:1) und in Schottland (3:2).

In der Startelf um Kapitän Bastian Schweinsteiger dürften acht Weltmeister stehen. Im Tor ist Manuel Neuer gesetzt, der einzige Neuling, Leverkusens Keeper Bernd Leno, soll im für ihn ungewohnten Umfeld zunächst nur Atmosphäre aufsaugen. Vor Neuer setzt Löw auf das angestammte Abwehrzentrum mit den Weltmeistern Jerome Boateng und Hummels. Die Außen dürften Emre Can und Jonas Hector besetzen. Vor Schweinsteiger und Toni Kroos werden wieder Thomas Müller, Ilkay Gündogan und Mesut Özil sowie Sturmspitze Mario Götze erwartet. Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung: Neuer - Can, Boateng, Hummels, Hector - Schweinsteiger, Kroos - Müller, Gündogan, Özil - Götze. - Trainer: Löw

Die EM-Qualifikation im Überblick

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