"Mario steht zu Unrecht in der Kritik"

Von SPOX
Samstag, 05.09.2015 | 17:29 Uhr
Mit dem Doppelpack gegen Polen bringt es Mario Götze jetzt auf 16 Tore in 46 Länderspielen
© getty
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Mario Götze überzeugt beim 3:1-Sieg über Polen mit zwei Treffern und bekommt anschließend Lob von allen Seiten. Seine Position beim FC Bayern wird das aber nicht verändern.

Mario Götze war der Letzte. Erst kurz vor Mitternacht kam der doppelte Torschütze beim 3:1-Sieg über Polen in die Mixed Zone. Die UEFA hatte den 23-Jährigen zur Dopingprobe bestellt.

Die allermeisten hielten das für eine auszeichnete Wahl der Regelhüter, denn an diesem Abend wollten alle ganz genau wissen, was den nun der Unterschied zwischen dem Götze im Nationalmannschaftstrikot und dem Götze im Bayerntrikot sei.

"Das ist von außen immer leichter zu beurteilen", sagte Götze. "Ich spiele grundsätzlich befreit auf und versuche immer an meine Leistungsgrenze zu gehen. Ich lebe 24 Stunden für den Fußball, das ist das alles Entscheidende."

Schwarz-weiß-Denke fehl am Platz

Und vermutlich ist Götzes Situation in dieser einfachen Schwarz-weiß-Denke auch schlicht und ergreifend nicht zu umreißen. Zum einen hat Götze auch im Kreise der Nationalmannschaft ebenso überschaubare Spiele abgeliefert und zum anderen kommt er bei Bayern nicht so wenig zum Zug wie oft dargestellt.

"Es ist immer schön, wenn man Vertrauen spürt, und das spüre ich grundsätzlich immer, wenn ich bei der Nationalmannschaft bin", sagte Götze. Was natürlich nicht heißen sollte, dass er das Vertrauen von Pep Guardiola in München nicht spüre.

Götze ist trotz seiner erst 23 Jahre ein Spieler, der enorm im Fokus steht und polarisiert wie kaum ein Zweiter im Moment im deutschen Fußball.

"Mario ist ein großartiger Fußballer"

Bevor Götze die Dopingprobe hinter sich gebracht hatte, hatten schon seine Kollegen das Wort für ihn geführt. "Mario steht etwas zu Unrecht in der Kritik", sagte Mats Hummels. "Er ist ein großartiger Fußballer, das wissen wir in Dortmund sowieso, das sollten alle anderen auch wissen."

Man darf davon ausgehen, dass auch die Leute in Hamburg, in Frankfurt und auch in München wissen, welche Qualitäten Götze hat. Er hat sie auch im Trikot der Münchner oft genug gezeigt. Aber der FC Bayern ist anders. Die Konkurrenz ist enorm und Qualität muss dauerhaft sichtbar sein.

Wo ist Götze am besten?

Zumal ein Spiel wie gegen Polen mit diesem ständigen hin und her nicht der Art des Münchner Fußballs entspricht. Bei Bayern muss sich Götze engen Abwehrreihen stellen, die Räume sind kleiner. Auch hier kann er Lösungen finden, keine Frage.

Aber im Moment scheint Guardiola auf Außen mehr Geschwindigkeit zu wollen und im Zentrum ist die Konkurrenz mit Robert Lewandowski, Thomas Müller, Arturo Vidal und Thiago Alcantara ebenfalls gewaltig.

Es gehört ja auch zur Diskussion um Götze, dass er seine optimale Position noch immer nicht gefunden hat. Ist er nun Stürmer, Zehner, Achter oder doch ein Spieler für die Außenbahn? Vielleicht brachte es der schmunzelnde Toni Kroos auf den Punkt: "Mario hat gut gespielt, zwei Tore gemacht, mehr kann man von einem Stürmer nicht erwarten."

So lapidar das klingen mag: Wenn Götze spielt, seine Chance nutzt und trifft, wird er die Debatte um seine Person stoppen können. Egal, ob in der Nationalmannschaft oder beim FC Bayern.

Mario Götze im Steckbrief

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