Die Lücke der Unscheinbaren

Freitag, 04.09.2015 | 10:15 Uhr
Schweinsteiger (l.) muss die verschiedenen Rollen von Lahm übernehmen
© getty
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Das erste Jahr nach dem Weltmeistertitel war geprägt von großen Problemen. Auch in der internen Hierarchie machte Bundestrainer Joachim Löw Probleme aus. Vor den entscheidenden Spielen in der EM-Qualifikation gegen Polen (20.45 Uhr im LIVETICKER) und Schottland sind einige Spieler besonders gefragt.

Das Frühstück am 14. Juli 2014 wird Joachim Löw nicht sonderlich geschmeckt haben. Zum einen lag eine durchfeierte Nacht hinter dem frisch gebackenen Weltmeistertrainer, zum anderen teilte ihm Philipp Lahm laut eigener Aussage in diesem Umfeld seinen sofortigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft mit.

Der Kapitän war der erste von drei Eckpfeilern der internen Mannschaftshierarchie, der auf dem Höhepunkt seinen Dienst im Nationaldress quittierte. Dem zu erwartenden Rücktritt von Miroslav Klose folgte auch noch Per Mertesacker.

Seitdem ist die deutsche Nationalmannschaft auf der Suche nach einem neuen stabilen Gerüst. Dabei geht es vielmehr um die Qualitäten der Ehemaligen im Hintergrund als auf dem Platz. Klar, Lahm war über Jahre auf allen möglichen Positionen Weltklasse, Klose hat unzählige Tore geschossen und Mertesacker die Defensive organisiert. Aber vor allem Klose und Merteascker waren in Brasilien nur noch Teilzeitarbeiter.

Mannschaft in der Orientierungsphase

Doch ihr Gespür für die Gruppe, der Blick aufs Ganze und die Bodenständigkeit, mit der sie ihre Aufgaben erledigten, haben sich im Charakter der Mannschaft widergespiegelt. Die drei, die neben Bastian Schweinsteiger auch Teil des Mannschaftsrates waren, gaben die Richtung vor und sorgten für die nötige Fokussierung.

Lahm, Klose und Mertesacker mögen keine Lautsprecher gewesen sein, sie führten im Führungsspielerland Deutschland erstmals bedacht und unscheinbar im Hintergrund. Aber diese Unscheinbaren haben eine Lücke hinterlassen, die nicht auf Anhieb zu schließen war.

Einen Spieler, den man sich nur wünschen könne, nannte Löw Lahm nach dessen Rücktritt. "Philipp war für mich immer ein zentraler und ganz wichtiger Ansprechpartner, mit dem wir unsere Ideen diskutieren konnten."

Diese Aufgaben müssen seit mehr als einem Jahr neu verteilt werden - und noch befindet sich das Team dabei in der Orientierungsphase. "Es gibt zwar keine Hierarchiekämpfe", sagte Löw im Juni der Welt, "dennoch muss sich ein Team erst wieder finden."

Löw sucht neue Führungskräfte

Jahr eins nach dem Triumph von Rio de Janeiro war ein Übergangsjahr. Einige Spieler schleppten viele Verletzungen mit sich herum, die anderen durchlebten eine sportliche Krise und hatten zu sehr mit sich selbst zu tun.

Die Zusammenstellung der Mannschaft unterschied sich von Länderspiel zu Länderspiel, da ist es schwer, eine neue Führungslinie einzuziehen. Dazu kam ein natürlicher Spannungsabfall nach dem Höhepunkt.

Der Kader für die Spiele gegen Polen und Schottland ist aber schon wieder deutlich näher am Optimalfall, als es noch bei den letzten Spielen der Fall war. Und nach einer langen Sommerpause sollten auch die Akkus wieder aufgeladen sein.

Löw kann sich nun also mit Blick auf die noch lange nicht gesicherte EM-Qualifikation auch den von ihm formulierten Fragen widmen: "Wer übernimmt in schwierigen Phasen Verantwortung? Auf wen hört die Mannschaft? An wem können sich junge Spieler orientieren? Wer sind die, die vorne weg marschieren?"

Schweinsteiger und wer noch?

Schweinsteiger ist als einziger übriggeblieben aus dem Mannschaftsrat der Weltmeistertruppe. Er war auch der logische Nachfolger Lahms als Kapitän. Aber Löw will seinen Spielführer zukünftig dosiert einsetzen, ihn nicht mehr für jedes Testspiel berufen - Spiele, die Schweinsteiger verletzungsbedingt ohnehin oft verpasste.

"Der Kraftaufwand war enorm", sagte Löw der SZ über Schweinsteigers 13 Jahre im Profifußball auf höchstem Niveau. "Ich brauche ihn dann, wenn es für uns wichtig ist. Dann weiß ich, dass er führt und Verantwortung übernimmt und Siegeswillen zeigt wie kein anderer."

In diesem Bereich war der Oberbayer schon immer vorbildlich. Aber als Kapitän der Nationalmannschaft gibt es auch viele Aufgaben und Termine in der Öffentlichkeit, die Lahm vorzüglich erledigte, die aber nicht so gut zu Schweinsteiger passen. Lahm und Schweinsteiger bildeten beim FC Bayern und im DFB-Team ein perfektes Führungsduo, jetzt muss sich Schweinsteiger einen neuen Partner suchen.

Löw hat da vor allem Sami Khedira im Blick. Doch beim von Real Madrid zu Juventus Turin gewechselten Mittelfeldspieler mehren sich die Zweifel, ob er nach seinen verletzungsreichen zwei Jahren noch einmal an sein körperliches Leistungslimit herankommen kann.

Gute Altersstruktur der Führungsebene

Neben Khedira sind jetzt auch Manuel Neuer, Thomas Müller und Mats Hummels im Mannschaftsrat vertreten. Dazu kommen Toni Kroos und Jerome Boateng, die ebenfalls zu starken Persönlichkeiten gereift sind und herausgestellte Positionen im Team einnehmen.

Die neue Führungsebene hat sich also schon herauskristallisiert und weist auch eine gute Altersstruktur auf. An diesen Spielern können sich die Neulinge und die offensiven Feingeister wie Mesut Özil, Mario Götze oder Marco Reus orientieren.

In den anstehenden Spielen gegen Polen und Schottland, die über den weiteren Verlauf der EM-Qualifikation entscheiden werden, wird sich auch zeigen, wie gefestigt die neuen Strukturen schon sind und wer in kritischen Momenten die Richtung vorgibt.

Wenn die Spiele erfolgreich verlaufen und die Mannschaft funktioniert, wird Löw auch sein Frühstück am Tag danach genießen können.

Deutschland - Polen: Die Bilanz

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