DFB-U17-Trainer Christian Wück im Interview

"Einige mit dem Lasso zurückholen"

Von Interview: Benedikt Treuer
Dienstag, 05.05.2015 | 12:22 Uhr
Christian Wück trainierte von 2012 bis 2013 die U16 des DFB, seitdem die U17
© getty
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Seit 2012 ist Christian Wück beim DFB beschäftigt, seit 2013 als Trainer der U17-Nationalmannschaft. Nach dem Vorrunden-Aus im letzten Jahr ist das Ziel bei der kommenden EM der Titel. Mit SPOX spricht Wück über die Bedeutung des Turniers, Gefahren für junge Spieler, Sammers Abgang zu den Bayern und RB Leipzigs Jugendkonzept.

SPOX: Herr Wück, Österreichs U20-Trainer Andreas Heraf kritisierte zuletzt, dass die großen Turniere der U-Nationalmannschaften in der Öffentlichkeit unterschätzt würden. Sehen Sie das in Deutschland genauso?

Christian Wück: Ich denke schon, dass sie von den großen Medien und der breiten Öffentlichkeit unterschätzt werden. Diese Turniere sind dazu da, den Spielern so früh wie möglich die Chance zu geben, sich auf absolutem Top-Niveau mit den internationalen Mannschaften zu messen und den Wettbewerbsgedanken unter positivem Druck kennenzulernen. Wir wollen den Jungs die Möglichkeit geben, sich zu profilieren und wichtige Erfahrungen zu sammeln, die sie später in der A-Nationalmannschaft gebrauchen können. Die U17-Europameisterschaft und die anschließende WM dienen dazu als erste Gradmesser.

SPOX: Also glauben Sie, dass diese Turniere eine erhebliche Bedeutung in der Entwicklung junger Spieler haben?

Wück: In jedem Fall. Das beste Beispiel ist Mario Götze, der als U17-Spieler Europameister wurde. Was aus ihm geworden ist, ist natürlich phänomenal. Dazu hat dieser Baustein U17-EM sicher auch etwas beigetragen.

SPOX: Erstmals seit 2002 werden bei der Endrunde in Bulgarien wieder 16 Mannschaften teilnehmen, anstatt wie zuvor acht. Wie bewerten Sie diese Entscheidung der UEFA?

Wück: Das ist ein guter Schritt, weil dadurch besser gewährleistet wird, dass sich alle großen Nationen an einem Ort treffen und die Europameisterschaft auf höchstem Niveau stattfinden kann. Zuvor war es meistens so, dass in der Eliterunde mindestens ein Team auf der Strecke blieb, da sich aus den Vierergruppen nur eine Mannschaft qualifizierte. Jetzt verlagert sich die Qualität auf die Endrunde, was nur positiv zu bewerten ist.

U17-EM in Bulgarien: Players to Watch

SPOX: Für die Spieler bedeutet das aber, wochenlang von der Schule befreit zu sein. Wie geht man beim DFB mit der Verantwortung um, die Schulbildung der Nachwuchs-Kicker zu beeinflussen?

Wück: Wir sind uns dessen schon seit längerer Zeit bewusst und haben deshalb bei jeder U-Mannschaft immer zwei Lehrer mit dabei. Im Vorfeld eines Lehrgangs stimmen sie mit den jeweiligen Schulen den Lehrplan ab, um die Spieler individuell zu unterrichten. Wenn sie nicht auf dem Trainingsplatz stehen, haben sie einen festen Stundenplan. Von daher stellt der DFB sicher, dass die Spieler ihre schulische Laufbahn so weit wie möglich in den Fokus rücken.

SPOX: Nachwuchs-Turniere wie die U17-EM ziehen Hunderte von Scouts an. Stehen die Spieler unter ständiger Belagerung?

Wück: Nein, denn es ist unsere Aufgabe, die Jungs von diesen Ablenkungen fernzuhalten, damit sie sich voll auf die Spiele konzentrieren können. Übermäßiger Kontakt und Trubel tut ihnen nicht gut. Dass der mediale Fokus aber immens ist, sieht man schon daran, dass die Turniere live im Fernsehen übertragen werden, was viele Spieler noch nie zuvor erlebt haben.

SPOX: Muss man bei so einer Kulisse aufpassen, dass die jungen Spieler nicht überdrehen - physisch wie mental?

Wück: Das darf man auf keinen Fall unterschätzen. Es gibt immer mal einige, die man mit dem Lasso zurück auf den Boden holen muss, aber wir sind dazu da, den Jungs das immer wieder bewusst zu machen. Es ist die größte Plattform, die sich die Spieler in diesem Alter vorstellen können und es liegt an ihnen, sich durch bestmögliche Leistung zu präsentieren und ins Blickfeld zu spielen.

SPOX: Liegt nicht genau darin die Gefahr, dass sie das Kollektiv aus den Augen verlieren?

Wück: Durchaus, aber dieses Problem sehe ich bei uns nicht. Dieser Faktor ist mitunter ausschlaggebend dafür, wie weit eine Mannschaft kommt. Natürlich braucht man Individualisten im Team, aber selbst denen muss bewusst sein, dass sie nur als Mannschaft so weit kommen können, wie wir uns das alle wünschen.

SPOX: Die Quali lief mit sieben Punkten aus drei Spielen nach Maß. Seit sechs Partien ist das Team ungeschlagen, fünf davon wurden zu Null gewonnen. Muss das Ziel in Bulgarien sein, den Titel zu gewinnen?

Wück: Das Minimalziel ist die WM-Qualifikation. Wenn wir gut reinkommen und in der Vorrunde Selbstvertrauen tanken, haben wir eine gute Chance, weit zu kommen. Ich traue der Mannschaft alles zu. Natürlich wollen wir Europameister werden.

Seite 1: Wück über die Bedeutung der EM, Gefahren für junge Spieler und den Titel

Seite 2: Wück über Sammers Abgang, das technische Spiel und RB Leipzig

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