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U17-EM: Deutschland - Spanien

Elfer-Krimi! DFB-Team im Halbfinale

Von Benedikt Treuer
Freitag, 15.05.2015 | 20:01 Uhr
Kapitän Felix Passlack ging auch gegen Spanien vorneweg
© getty
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Die deutsche U17 hat das Viertelfinalspiel gegen Spanien bei der Europameisterschaft in Bulgarien mit 4:2 nach Elfmeterschießen gewonnen. Constantin Frommann avancierte mit zwei gehaltenen Strafstößen zum deutschen Elfer-Helden.

Vor 250 Zuschauern im Beroe Stadium in Stara Zagora hatten die Spanier im ersten Durchgang die größte Chance, als DFB-Keeper Constantin Frommann den Ball vertändelte und Kuki die Möglichkeit zur Führung gab (17.).

Nach der Pause hatte Felix Passlack die beste Möglichkeit für den DFB, scheiterte aber an Inaki (73.), sodass die Entscheidung im Elfmeterschießen fiel. Dort avancierte DFB-Keeper Constantin Frommann zum Helden, der die Elfmeter von Carles Alena und Oscar parierte.

U17-EM in Bulgarien: DFB-Kadercheck

Während Deutschland damit ins Halbfinale einzieht und sicher für die U17-WM im November in Chile qualifiziert ist, hat Spanien immerhin noch die Chance, sich über die WM-Playoffs gegen die anderen Viertelfinal-Verlierer ein Ticket für das Großereignis zu sichern.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: DFB-Coach Christian Wück bringt gegenüber dem letzten Gruppenspiel gegen Tschechien (4:0) drei firsche Kräfte: Daniel Nesseler rückt in die Innenverteidigung neben Joel Abu Hanna, Gökhan Gül startet deshalb auf der Sechs. Görkem Saglam, einer der Torschützen aus dem Tschechien-Spiel, muss dafür auf die Bank. Auch Niklas Schmidt hinter den Spitzen und Johannes Eggestein stehen wieder in der Startelf. Für sie werden Salih Özcan und Janni Serra rausrotiert.

Spaniens Trainer Santi Denia vertraut dagegen der gleichen Elf, die auch zuletzt gegen Kroatien auflief. Im letzten Gruppenspiel sicherten sich die Spanier durch ein 0:0 so den Einzug ins Viertelfinale.

10.: Da muss der spanische Keeper Inaki das erste Mal zupacken: Niklas Schmidt zirkelt einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Sechzehner der Spanier. Inaki kommt aus dem Kasten und fängt die Hereingabe sicher ab.

17.: Erste heikle Szene vor dem deutschen Tor: Frommann mit einem technischen Fehler, der Kuki ins Spiel bringt. Der Nachwuchskeeper des SC Freiburg bügelt die Situation allerdings noch eigenhändig aus und klärt zur Ecke. Da haben alle mal kurz die Luft angehalten!

22.: Spanien jetzt deutlich besser im Spiel! Kuki setzt sich 20 Meter vor dem Tor gegen drei Deutsche durch und zieht am Sechzehner ab. Frommann mit einer starken Parade zum Eckball.

34.: Bitter für Wück und den DFB: Abu Hanna kommt nach einem Luftzweikampf ungünstig auf und muss unter scheinbar großen Schmerzen raus. Für ihn kommt Özcan, der sich im Mittelfeld eingliedert. Gül wandert zurück in die Innenverteidigung.

38.: Olmo wird 18 Meter vor dem Tor angespielt, läuft problemlos an der DFB-Abwehr vorbei und zieht ab. Strammer Schuss, den Frommann aber abwehrt.

39.: Und jetzt mal Deutschland: Niklas Schmidt bringt einen Ball von der rechten Seite zurück an den Sechzehner. Mats Köhlert nimmt die Kugel gut mit, geht am Gegenspieler vorbei und scheitert aus kurzer Distanz und spitzem Winkel an Inaki.

54.: Starkes Solo von Perez, der von rechts in die Mitte zieht. Aus über 20 Metern zieht der Linksfuß dann ab - der Schuss wird zur Ecke ins Aus gelenkt.

73.: Passlack schnappt sich 23 Meter vor dem Tor den Ball und hat Zeit, ihn sich zurechtzulegen. Mit der Innenseite schlenzt er die Kugel mit Druck aufs Tor, jedoch zu mittig, um wirklich gefährlich zu werden.

Elfmeterschießen:

0:1 Vaya

1:1 Gül

1:2 Olmo

2:2 Janelt

Frommann hält gegen Alena

3:2 Passlack

Frommann hält gegen Arnaiz Oscar

4:2 Özcan

Fazit: In einer von beiden Seiten sehr engagiert geführten, aber über weite Strecken unspektakulären Partie lief von Beginn an alles auf eine Entscheidung im Elfmeter-Krimi hinaus. Durch die bewiesene Nervenstärke zieht das DFB-Team völlig verdient ins Halbfinale ein.

Der Star des Spiels: Constantin Frommann. Bis auf einen Aussetzer in der ersten Hälfte der sichere Rückhalt im DFB-Team. Hielt mehrfach überragend und krönte seine Leistung schließlich durch zwei gehaltene Elfmeter im Elfmeterschießen. Deutschlands Matchwinner!

Der Flop des Spiels: Carles Alena. Spaniens Kapitän hatte keine richtige Bindung zum Spiel und konnte der Partie nicht wie gewohnt seinen Stempel aufdrücken. Leistete sich einige Fehlpässe und fehlte oft in der Rückwärtsbewegung. Verschoss zu allem Überfluss einen Elfer.

Der Schiedsrichter: Roi Reinshreiber (Israel). Hatte in der sehr fairen Partie zunächst wenige Schwierigkeiten und musste entsprechend nur selten zur Pfeife greifen. Erst in der Schlussphase mit dann auch deutlichen Schwächen in der Zweikampfbewertung: Özcan für seinen Tackle gegen Fran Gelb zu zeigen, war zu hart. Der Deutsche attackierte zwar robust, spielte aber erst den Ball. Auch in einigen anderen Situationen im zweiten Durchgang mit manchem Wackler.

Das fiel auf:

  • Deutschland verteidigte gerade zu Beginn sehr hoch und setzte früh nach. Das schmeckte den Spaniern nicht sonderlich - die Roten kamen dadurch kaum zu kontrolliertem Spielaufbau.

  • Nach einer guten Viertelstunde befreiten sich die Spanier aber vom deutschen Pressing und rissen das Spiel mit hohem Ballbesitz an sich. Stürmer Kuki ließ sich immer wieder zwischen die deutschen Ketten fallen und holte sich dort die Bälle ab, um gefährlich nach vorne zu starten oder auf die nachrückenden Mittelfeldspieler prallen zu lassen. Mit den Tempogegenstößen hatte das DFB-Team zuweilen große Probleme.
  • Deutschlands Außenverteidiger Busam und Karakas standen extrem hoch und hätten immer wieder ins Offensivspiel eingebunden werden können. Da der DFB vor allem in der ersten Halbzeit aber teils viel zu hektisch agierte und leichte Ballverluste produzierte, konnten die offensiven Kapazitäten nur selten ausgeschöpft werden.
  • Auch nach der Halbzeitpause fehlte es Wücks Mannschaft an Ruhe am Ball. Nach Ballgewinn schenkten die Deutschen die Kugel sehr schnell wieder her - ein geregelter Spielaufbau kam so nicht zustande. Immerhin: Gegen den Ball rückten alle wieder schneller mit nach hinten und verdichteten das Zentrum, sodass auch Spanien zur Ideenlosigkeit gezwungen wurde.
  • In der Endphase der Partie entdeckte Deutschland seine Ruhe wieder: Das DFB-Team ließ den Ball geduldig laufen und schob ruhiger nach vorne. Dadurch kam man wieder zu Abschlüssen, von denen durchaus einer hätte sitzen können.

Deutschland - Spanien: Alle Fakten zum Spiel

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