Die Situation im DFB-Mittelfeld

Einer wird verlieren

Mittwoch, 25.03.2015 | 13:56 Uhr
Ilkay Gündogan (r.) absolvierte sein letzten Spiel für das DFB-Team im Fritz-Walter-Stadion
© getty
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Ilkay Gündogan kehrt im Testspiel gegen Australien (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) in Kaiserslautern an den Ort zurück, an dem seine Leidensgeschichte begann. Sein Comeback verändert den Konkurrenzkampf im Mittelfeld. Am Ende wird Bundestrainer Joachim Löw wohl seinen Lieblingsschüler Sami Khedira zurückstufen müssen.

Es kommt nur selten vor, dass Trainer vor Spielen ihre Aufstellung verraten. Es sind die üblichen Spielchen, die Medien spekulieren, wer denn wohl in der Anfangself stehen könnte, und die Trainer wollen sich nicht in die Karten schauen lassen.

Dass Joachim Löw am Dienstag auf der Pressekonferenz nur wenig über seine Pläne verraten konnte, durfte man ihm aber durchaus abnehmen. Zehn Spieler seines Kaders waren mit ihren Mannschaften am Sonntag noch im Ligabetrieb im Einsatz, für sie und vier weitere Akteure stand am Montag eine Regenerationseinheit im Hotel. Manuel Neuer stößt erst am Donnerstag zum Team.

Löw und sein Trainerteam übten somit nur mit den Torhütern Roman Weidenfeller, Ron-Robert Zieler und den Feldspielern Jonas Hector, Benedikt Höwedes, Sami Khedira, Max Kruse, Shkodran Mustafi und Mesut Özil.

Gündogan und Badstuber gesetzt

Vor der abschließenden Einheit, bei der schließlich alle 22 anwesenden Spieler teilnahmen, war sich Löw also "nicht hundertprozentig im Klaren, wie wir das am Mittwoch machen". Zwar sei das Spiel gegen Australien ein guter und wichtiger Test, aber im Hinblick auf das EM-Qualifikationsspiel in Georgien wolle er auch dem einen oder anderen Spieler eine Pause gönnen, um am Sonntag alle "körperlich und geistig und einem guten Zustand" zu haben.

Sicher war nur: Neuer spielt nicht, Gündogan und Badstuber schon. Die beiden Rückkehrer haben in den letzten Tagen jede Menge warmer Worte von allen Seiten bekommen, ihr Einsatz in Kaiserslautern ist nach den langen Verletzungspausen auch eine Belohnung für den langen Weg zurück.

"Für mich schließt sich ein kleiner Kreis, weil ich mir dort die Verletzung am Rücken zugezogen und mein letztes Spiel für die Nationalmannschaft bestritten habe", sagt Gündogan."Die Verletzung ist in einer Phase aufgetreten, in der es besonders gut lief."

Gedränge zwischen Sechs und Acht

Gündogan galt bis zu seiner Verletzungspause, die ihn über ein Jahr außer Gefecht setzte, als Kandidat für die Startelf bei der WM in Brasilien. Es wurde sogar spekuliert, ob Bastian Schweinsteiger seinen Platz im Team für den Dortmunder räumen müsse.

Gündogan war zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt seiner bisherigen Karriere, ein Wechsel zu Real Madrid wurde diskutiert und Gündogan schien mit dem Gedanken zu spielen. Jetzt hat er seinen Vertrag beim BVB verlängert und nach Madrid wechselte Toni Kroos.

Kroos hat sich in Gündogans Abwesenheit im DFB-Team etabliert, eine starke WM gespielt und sieht sich selbst jetzt eher als Sechser denn als Zehner. Sein Revier deckt sich mit dem Gündogans.

Schweinsteiger als Kapitän gesetzt

Ähnlich sieht es bei Schweinsteiger aus. Alle drei bauen das Spiel gerne aus der linken Halbposition auf, egal ob in einem System mit Doppelsechs oder in einem System mit drei zentralen Mittelfeldspielern wie bei der WM.

Dass Löw in einer solchen Anordnung Schweinsteiger Khedira als alleinigen Sechser vorzieht, hat die WM gezeigt. Löw bevorzugt hier die spielerische Komponente. Außerdem ist Schweinsteiger als Kapitän erstmal gesetzt.

Für Khedira bliebe wie schon zuletzt nur die Position auf der rechten Halbposition als Achter. Inmitten der ganzen feinen Techniker wirkt der bald 28-Jährige aber oft ungelenk und als Hemmschuh für das schnelle Kombinationsspiel. Und Löw plant für die kommenden Aufgaben ja mit einer taktischen und spielerischen Weiterentwicklung, um die immer defensiver agierenden Mannschaften zu knacken.

Problem für Khedira

Ein zentrales Mittelfeld bestehend aus Schweinsteiger, Kroos und Gündogan, darum Dribbler wie Marco Reus und Mario Götze und der unersetzbare Thomas Müller, versprüht da deutlich mehr Charme.

Für Löw hat diese Besetzung allerdings den Nachteil, dass er seinen Lieblingsschüler Khedira, für den er sogar im WM-Kader bis zum Schluss und entgegen seinen Prinzipien einen Platz freigehalten hat, dauerhaft aus dem Stammpersonal streichen müsste.

Khedira ist Teil des Mannschaftsrates und genießt seine Wertschätzung bei Löw nicht zuletzt aufgrund seiner Führungspersönlichkeit, allerdings hat diese in Brasilien auch zu Unruhe geführt, als er Kritik an der Spielweise seiner Mittelfeldkollegen Kroos, Schweinsteiger und Philipp Lahm geübt hatte.

Khedira vor bedeutender Entscheidung

Für Khediras Position im DFB-Team wird auch die Entscheidung auf Klubebene eine bedeutende Rolle spielen. Seine Abschied aus Madrid ist beschlossene Sache, eine Rückkehr nach Deutschland zu Schalke 04 eine Option.

Er würde dann wieder stärker Woche für Woche im Fokus der deutschen Öffentlichkeit stehen und auch an seinen direkten Ligakonkurrenten Gündogan und Schweinsteiger gemessen.

Und egal, wie dieser Konkurrenzkampf endet, auf Bundestrainer Löw wird eine harte Entscheidung zukommen.

Der Kader des DFB-Teams im Überblick

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