Mehr als der übliche Ballast

Von Jochen Tittmar und Stefan Rommel
Manuel Neuer ärgert sich nach dem ersten Gegentor gegen Polen
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Die fehlenden Verlagerungen:

Es wird in Zukunft noch sehr oft passieren, dass der deutschen Mannschaft ein Gegner wie die Polen gegenübersteht: Tief in der eigenen Deckung stehend, ab der Mittellinie erst attackierend, mit mindestens acht Feldspielern hinter dem Ball. Vermutlich bereits am Dienstag in Gelsenkirchen, wenn Irland der nächste Kontrahent sein wird (20.45 Uhr im LIVE-TICKER).

Dem DFB-Team fehlte es nicht unbedingt an der entsprechenden Breite im Spiel, um die Reihen des Gegners auseinanderzuziehen. Besonders in der Schlussphase, als sich vier Angreifer in vorderster Linie aufreihten, wurde der Platz in der Horizontalen komplett abgedeckt. Und trotzdem hatten die Polen oft leichtes Spiel mit den Attacken der Deutschen.

Die Verschiebebewegung der Gastgeber musste oft nur von einer Seite auf die andere stattfinden. Deutschland fehlte es an energischen Läufen in die Tiefe. Und um sich den entsprechenden Raum und die Zeit dafür zu schaffen, wurden zu selten die Seiten mit einem Diagonalball verlagert. Toni Kroos verdingte sich einige Male dabei, hatte aus seiner sehr zentralen Position aber keine besonders günstigen Winkel, um mit einem langen Ball den Gegner zu einer schwierigeren diagonalen Laufbewegung zu drängen.

Die deutsche Mannschaft kam auch deshalb - und weil natürlich Spieler wie Mesut Özil oder Marco Reus fehlten, die mit Tempo in die Mitte ziehen und den kurzen Pass in die Tiefe spielen können - kaum in den Rücken der polnischen Abwehr. Eigentlich ein Markenzeichen des deutschen Spiels.

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