Fussball

"Müller does what Müllers do"

SID
Das DFB-Team steht im Finale und allen Grund zu jubeln
© getty

Staunen, Spott und Spaßfotos: Das historische WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Brasilien wurde in den sozialen Medien verarbeitet wie selten ein Spiel zuvor.

Poldis Kabinen-Foto ließ nicht lange auf sich warten. Eine gute halbe Stunde nach dem unglaublichen 7:1 (5:0) im WM-Halbfinale gegen Brasilien twitterte Lukas Podolski das Bild in die Welt hinaus, diesmal ohne Kanzlerin - dafür lag er sich mit Miroslav Klose, Bastian Schweinsteiger und Mats Hummels in den Armen: "Rio we are coming", schrieb er dazu.

Mesut Özil zog kurz darauf nach: "Was für ein Spiel! Maracana, schön dich wiederzusehen", schrieb der Mittelfeldspieler, und Verteidiger Jerome Boateng ergänzte: "Ein Team, ein Traum! Rio here we come!" Per Mertesacker schrie seine Freude in Versalien heraus: "DIE MANNSCHAFT! Ich genieße diesen Moment, jetzt heißt es im Finale alles oder nichts."

Fast zeitgleich liefen die guten Wünsche aus dem Kanzleramt ein. "Wir sind alle an Eurer Seite. Glückwunsch zum Finale!", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auch im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nun wohl auch zum Finale am Sonntag anreisen wird.

"Hut ab vor Miroslav Klose"

Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier freute sich: "Glückwunsch, was für ein Spiel. Auf nach Rio de Janeiro! Und Dank an die tollen brasilianischen Gastgeber." FIFA-Präsident Joseph S. Blatter gratulierte artig zum "Rekord der achten Finalteilnahme" und vor allem dem neuen WM-Rekordtorschützen: "Hut ab vor Miroslav Klose!"

Als Erster geahnt hatte es Christoph Metzelder. Kurz vor Anpfiff twitterte der Ex-Nationalspieler "Unser Auftrag: Partycrasher!". In welcher historischen Form er damit Recht behalten sollte, hat aber auch der frühere Verteidiger nicht wissen können: Zunächst wurden Anspannung und Jubel vermeldet, wenig später eine Mischung aus Unglauben, Mitleid und Spott - der denkwürdige Triumph ließ die soziale Medien unter dem Hashtag #BRAGER regelrecht explodieren.

"So ist das, wenn dir ein ICE durchs Wohnzimmer brettert", schrieb Kommentator Wolff Fuss zur Halbzeit nüchtern, für Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch war das alles "absolut unglaublich", Box-Profi Felix Sturm fasste zusammen: "Träume ich oder ist das Realität? Sensationell, Wahnsinn, unglaublich!!!" Sogar US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann feuerte mit an: "GO GERMANY GO!!! WHAT A GAME!!" Franz Beckenbauer beschränkte sich auf ein staunendes "Was war das? Kaum zu glauben".

Dabei hatte dieser Wahnsinn langsam angefangen. Nach dem ersten Treffer von Thomas Müller (11.) konzentrierte sich der Jubel zunächst auf den Bayern. "Müller, ich will ein Kind von Dir!", schrieb Hans Sarpei, die englische Fußballikone Gary Lineker kommentierte mit Blick auf Gerd Müller "Müller does what Müllers do".

Sportstars voller Begeisterung

Spätestens nach dem fünften Treffer brachen im Netz alle Dämme. Tennis-Spielerin Andrea Petkovic konnte ihre Häme nur schlecht verpacken: "Hahahahahahahahaha (Eigentlich tut es mir ja leid, aber es ist einfach so lustig)", Sturm fragte fassunglos "Wer hat noch nicht, wer will nochmal?" Der DOSB kommentierte mit Seitenblick auf die beiden Skistars: "Nur Felix Neureuther und Maria Höfl-Riesch schaffen mehr Tore im ersten Durchgang als das DFB-Team."

Basketball-Export Dirk Nowitzki ließ zunächst nur "Wow" verlauten und wurde von seinem deutschen Eishockey-Kollegen direkt gekontert: "How many goals did you miss when you tweeted 'Wow'"?" ("Wieviele Tore hat du verpasst als du 'Wow' geschrieben hast?") Später legte "Dirkules" dann kurzatmig nach: "Jaaaaa", "Booooooyah", "Finaaaaale".

Auch die ersten Spott-Bilder machten schnell die Runde. Besonders weit verbreitet war dabei eine Montage der ikonischen Jesusstatue Cristo Redentor über Rio de Janeiro, die statt der sonst ausgebreiteten Arme ihr Gesicht in den Händen vergraben hat. Alternativ wurde Kanzlerin Angela Merkel auf den Sockel gestellt: "Grüße aus Brasilien."

"Unglaublich"

Ein großer Fan des DFB-Teams hätte die historische Anfangsphase sogar fast verpasst: Formel-1-Spitzenreiter Nico Rosberg. "Unglaublich. Auf dem Weg heim vom Testen. War so enttäuscht, dass ich nicht die erste hälfte gucken kann. Dann sagte der Taxi-Fahrer, du kannst es auf meinem Handy gucken!", schrieb der Mercedes-Fahrer bei Facebook.

Übrigens: Einen fast noch besseren Riecher als Metzelder hatte das Social-Media-Team der ARD. Vor Spielbeginn wurde per Twitter auf den Start der Nachrichten verwiesen: "Wenn es in der 15. Minute schon 3:0 für Deutschland steht, wechseln Sie doch zur ARD. Da laufen die Tagesthemen." Es sollte nur wenig länger dauern.

Das DFB-Team im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung