Fussball

Löw bittet um Milde

SID
Joachim Löw muss seinen 30er Kader noch um sieben Spieler verringern
© getty

Vor dem "Spiel der jungen Gesichter" bat Bundestrainer Joachim Löw sicherheitshalber um Milde. "Ich wünsche mir in der Vorberichterstattung etwas weniger Aufregung", sagte Löw vor dem Länderspiel gegen Polen am Dienstag.

Bei der Partie in Hamburg fehlen ihm 20 der 30 Spieler aus dem vorläufigen WM-Kader. "Aber deshalb müssen wir nicht den nationalen Fußball-Notstand ausrufen", mahnte der 54-Jährige, dessen Sorge am Sonntag eher den am Wochenende verletzten Kaderspielern Bastian Schweinsteiger und Lars Bender galt.

Der Debütantenball - gleich zwölf Jungstars stehen vor ihrer Premiere - dient Löw derweil als Casting für den endgültigen WM-Kader und soll ihm auch schon wichtige Aufschlüsse für die Zeit nach der WM geben. Deshalb freut er sich "wahnsinnig auf dieses Spiel".

Allerdings möchte er mit aller Macht verhindern, dass eine mögliche Niederlage gegen die mit fünf Deutschland-Legionären, aber ohne das Dortmund-Trio Robert Lewandowski, Lukasz Piszczek und Jakub Blaszczykowski antretenden Polen 34 Tage vor dem WM-Auftakt gegen Portugal für Hysterie im Lande sorgt.

Spiel um Kaderplätze für Brasilien

"Das Ergebnis wird nicht die alles entscheidende Rolle spielen", betonte der Bundestrainer deshalb noch einmal ausdrücklich: "Die meisten Spieler sind jung, stehen teilweise noch vor dem Abitur oder sind erst ein Jahr in der Bundesliga. Aber sie haben alle Perspektive, ihnen gehört die Zukunft."

Dennoch gibt es aber auch einen kurzfristigen Nutzen. In Shkodran Mustafi (Sampdoria Genua), Leon Goretzka, Max Meyer (beide Schalke 04), André Hahn (FC Augsburg) und Kevin Volland (1899 Hoffenheim) zählen gleich fünf der möglichen Debütanten und der erst für zwei Minuten eingesetzte Matthias Ginter (SC Freiburg) zum vorläufigen WM-Aufgebot.

Sie spielen zunächst einmal um die Chance, zu den wohl 26 Auserwählten zu gehören, die mit ins Trainingslager nach Südtirol (21. bis 31. Mai) dürfen. Diese Namen will Löw am Mittwoch verkünden.

"Die jungen Spieler sollen die Atmosphäre spüren und sich mal auf internationaler Bühne zeigen", sagte der Bundestrainer: "Sie können die Chance ergreifen, möglicherweise noch auf den WM-Zug aufzuspringen. Ich freue mich, dass wir uns vor der finalen Kader-Entscheidung mit diesen Spielern auseinandersetzen können."

Ohne Bayern, Dortmunder und "Ausländer"

Das bevorstehende Debüt diente am Wochenende bei einigen wohl schon als Motivationshilfe. Gleich vier mögliche Debütanten trafen: Hahn und Volland, denen Löw eine "rasante Entwicklung" bescheinigt, sowie die nicht zum WM-Kader zählenden und eigentlich eher selten erfolgreichen Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach/3. Saisontor) und Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim/2.).

Dem Bundestrainer fehlen wegen des Endspiels um den DFB-Pokal am Samstag in Berlin die Spieler des FC Bayern (7) sowie von Borussia Dortmund (6).

Zudem auch die "Ausländer" Per Mertesacker, Lukas Podolski und Mesut Özil (FC Arsenal/Pokalfinale in England), Sami Khedira (Real Madrid/letzter Liga-Spieltag in Spanien), Miroslav Klose (Lazio Rom/letzter Liga-Spieltag in Italien) und André Schürrle (keine Freigabe vom FC Chelsea). Marcell Jansen spielt mit dem Hamburger SV in der Bundesliga-Relegation.

Die Gruppen der WM 2014

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