Freitag, 28.02.2014

DFB-Auswahl vor Testspiel

Mit vier Neulingen gegen Chile

Bundestrainer Joachim Löw hat seinen Kader für das Länderspiel gegen Chile am kommenden Mittwoch bekanntgegeben. Darunter sind vier Debütanten: Matthias Ginter (SC Freiburg), Shkodran Mustafi (Sampdoria Genua), Pierre-Michel Lasogga (HSV) und Andre Hahn (FC Augsburg). Zudem gibt Bastian Schweinsteiger sein Comeback.

Joachim Löw sorgte mit seiner Nominierung für das Spiel gegen Chile für einige Überraschungen
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Joachim Löw sorgte mit seiner Nominierung für das Spiel gegen Chile für einige Überraschungen

Mit der Nominierung von vier Neulingen hat Bundestrainer Joachim Löw den Konkurrenzkampf im Nationalteam zum Start ins WM-Jahr angeheizt und ein Zeichen für die Etablierten gesetzt.

Zugleich sieht der DFB-Coach das Länderspiel am Mittwoch in Stuttgart gegen Chile mit Blick auf die lange Verletztenliste als gute Möglichkeit zum Experimentieren.

Schweinsteiger ist zurück

Abwehrspieler Shkodran Mustafi (Sampdoria Genua), Matthias Ginter (SC Freiburg), André Hahn (FC Augsburg) und Pierre-Michel Lasogga (Hamburger SV) bekommen erstmals die große Chance, die Luft in der A-Mannschaft zu schnuppern.

Zudem steht auch Bastian Schweinsteiger vom Triple-Gewinner Bayern München nach langer Verletzungspause erstmals seit Oktober vergangenen Jahres wieder im DFB-Kader.

"Shkodran Mustafi und Matthias Ginter hatten wir auch schon über die U 21 im Blick, sie haben sich genauso wie Pierre-Michel Lasogga und André Hahn ihre Nominierungen absolut verdient", merkte Löw elf Wochen vor der Nominierung des WM-Kaders an.

Lasogga begeistert, Hahn überrascht

Lasogga war nach Löws Anruf total begeistert. "Es freut mich riesig, dass ich dabei sein darf", sagte der 22 Jahre alte Angreifer. Hahn traf die Einladung völlig unvorbereitet: "Es war eine riesige Überraschung für mich, weil ich mich mit diesem Thema überhaupt nicht beschäftigt habe. Es ist ein Traum und eine große Ehre, diese Chance zu bekommen", sagte der 23-Jährige.

Neben Schweinsteiger feiern nach längeren und kürzeren Pausen auch der Dortmunder Kevin Großkreutz, Routinier Miroslav Klose (Lazio Rom) und Lukas Podolski (FC Arsenal) ihr Comeback im Nationalteam. Die längste Zeit ohne Einsatz in der DFB-Auswahl liegt hinter Großkreutz, der zuletzt am 9. Februar 2011 beim 1:1 in Dortmund für die A-Mannschaft spielte.

Alle Bundestrainer seit 1932: Von Nerz bis Löw
Nachfolger des ersten Bundestrainers Otto Nerz (1926-1936) war Sepp Herberger (1936-1942). Er übernahm die Mannschaft nach dem Ausscheiden bei der Olympiade 1936 und musste zur Weltmeisterschaft ein Team aus Österreichern und Deutschen zusammenstellen
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Nachfolger des ersten Bundestrainers Otto Nerz (1926-1936) war Sepp Herberger (1936-1942). Er übernahm die Mannschaft nach dem Ausscheiden bei der Olympiade 1936 und musste zur Weltmeisterschaft ein Team aus Österreichern und Deutschen zusammenstellen
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Er kehrte nach der Kriegspause zurück zur Fußballmannschaft der BRD (1950–1964) und gewann 1954 beim berühmten Wunder von Bern die Weltmeisterschaft in der Schweiz
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Er kehrte nach der Kriegspause zurück zur Fußballmannschaft der BRD (1950–1964) und gewann 1954 beim berühmten Wunder von Bern die Weltmeisterschaft in der Schweiz
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Helmut Schön (1964–1978) wurde Nachfolger von Herberger, nachdem dieser zurückgetreten war. Unter dem neuen Trainer blühte Deutschland regelrecht auf, es waren die erfolgreichsten Jahre des DFB. Höhepunkt war der Weltmeistertitel 1974 im eigenen Land
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Helmut Schön (1964–1978) wurde Nachfolger von Herberger, nachdem dieser zurückgetreten war. Unter dem neuen Trainer blühte Deutschland regelrecht auf, es waren die erfolgreichsten Jahre des DFB. Höhepunkt war der Weltmeistertitel 1974 im eigenen Land
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Jupp Derwall (1978–1984) war zuvor Assistenztrainer der A-Nationalmannschaft, bekam jedoch 1978 das Amt als Chefcoach des DFB und setzte die Arbeit seines Vorgängers mit dem Gewinn der EM 1980 nahtlos fort
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Franz Beckenbauer (1984–1990) begann seine Karriere aufgrund der fehlenden Trainerlizenz als Teamchef. Dennoch führte der Kaiser die Mannschaft 1990 zum Weltmeistertitel in Italien
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Franz Beckenbauer (1984–1990) begann seine Karriere aufgrund der fehlenden Trainerlizenz als Teamchef. Dennoch führte der Kaiser die Mannschaft 1990 zum Weltmeistertitel in Italien
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Berti Vogts (1990–1998) beerbte Beckenbauer nach der WM 1990 und errang 1996 den Europameister-Titel
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Erich Ribbeck (1998–2000) hielt sich nur kurz als Bundestrainer. Nach dem katastrophalen Vorrunden-Aus in Belgien 2000 musste er bereits nach zwei Jahren seinen Platz räumen und bleibt der Trainer mit den wenigsten Pflichtspielen
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Erich Ribbeck (1998–2000) hielt sich nur kurz als Bundestrainer. Nach dem katastrophalen Vorrunden-Aus in Belgien 2000 musste er bereits nach zwei Jahren seinen Platz räumen und bleibt der Trainer mit den wenigsten Pflichtspielen
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Rudi Völler (2000–2004) übernahm die Mannschaft von Ribbeck und sollte sie zurück in die Spur führen. Er erreichte überraschend das Finale der WM 2002, wo der DFB an Brasilien scheiterte. Nach der EM 2004 trat er allerdings zurück
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Rudi Völler (2000–2004) übernahm die Mannschaft von Ribbeck und sollte sie zurück in die Spur führen. Er erreichte überraschend das Finale der WM 2002, wo der DFB an Brasilien scheiterte. Nach der EM 2004 trat er allerdings zurück
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Jürgen Klinsmann (2004–2006) war der Macher des Sommermärchens 2006, bei dem die Deutschen bei der WM im eigenen Land bis ins Halbfinale durchmarschierten, dort allerdings am späteren Weltmeister Italien scheiterten
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Joachim Löw (seit 2006) begann nach der WM im eigenen Land mit einem langsamen, aber stetigen Umbruch der deutschen Mannschaft, der 2014 mit dem Weltmeistertitel seinen Höhepunkt fand
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Löw: Keine Kompromisse

"Mit Blick auf die WM dürfen und werden wir keine Kompromisse eingehen. Wir müssen nun alles dem Erfolg unterordnen. Wir haben jetzt die Möglichkeit, zu agieren und an Lösungen und Alternativen für den Ernstfall zu arbeiten. Daher haben wir uns entschieden, neue Gesichter zu uns zu holen, die in den vergangenen Wochen und Monaten in ihren Vereinen konstant gute Leistungen gezeigt haben", sagte der DFB-Coach.

In den vergangenen Wochen habe er viele persönliche Gespräche mit seinen Spielern geführt. Viele, darunter auch Leistungsträger, seien noch angeschlagen und verletzt oder gerade erst zurückgekommen und noch nicht im Rhythmus.

Das Ziel heißt Portugal

Die Planungen seien voll ausgerichtet auf das erste Vorrundenspiel bei der WM in Brasilien (12. bis 13. Juli) am 16. Juni. "Schon gegen Portugal müssen wir unsere höchste Leistungsfähigkeit erreicht haben", betonte Löw, "das schaffen wir nur, wenn alle Spieler, mit denen wir bereits in zweieinhalb Monaten mit dem Trainingslager in Südtirol in die heiße Phase der WM-Vorbereitung starten, bis dahin komplett fit und hoch belastbar sind, körperlich wie mental."

In dem Weltranglisten-14. aus Chile erwartet Löw einen unbequemen Gegner. "Die Mannschaft steht exemplarisch für die südamerikanische Spielweise mit schnellem und technisch geprägtem Direktspiel", meinte der 54-Jährige.

Das Länderspiel in Stuttgart ist der erste von vier Auftritten des DFB-Teams vor der WM. Es folgen Spiele am 13. Mai in Hamburg gegen Polen und am 1. Juni in Mönchengladbach gegen Kamerun. Der letzte Test vor dem Abflug nach Südamerika ist für den 6. Juni mit einem Benefizspiel in Mainz gegen Armenien geplant.

Das deutsche Aufgebot gegen Chile:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund)

Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Matthias Ginter (SC Freiburg), Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund), Marcell Jansen (Hamburger SV), Philipp Lahm (Bayern München), Shkodran Mustafi (Sampdoria Genua), Per Mertesacker (FC Arsenal), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund)

Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Andre Hahn (FC Augsburg), Mario Götze, Toni Kroos, Bastian Schweinsteiger (alle Bayern München), Mesut Özil, Lukas Podolski (beide FC Arsenal), Andre Schürrle (FC Chelsea), Sidney Sam (Bayer Leverkusen)

Angriff: Pierre-Michel Lasogga (Hamburger SV), Miroslav Klose (Lazio Rom)

Der WM-Spielplan


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