"Italiener sind wie Illusionskünstler"

Von Mirko Jablonowski
Dienstag, 12.11.2013 | 11:34 Uhr
Bei letzten Aufeinandertreffen musste Jogi Löw (r.) eine Niederlage gegen Italien einstecken
© getty
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Am kommenden Freitag trifft die deutsche Nationalmannschaft in Mailand auf die Auswahl Italiens. Für Joachim Löw ein wichtiger Gradmesser. Gerade weil man in den Halbfinal-Duellen der Weltmeisterschaft 2006 und Europameisterschaft 2012 diesem Gegner unterlegen war.

"Wir wollten im November Testspiele, in denen wir etwas lernen können. Da gibt es keinen besseren Gegner als die Italiener", sagte Löw der "Süddeutschen Zeitung". Die Argumentation, dass man Kräftemessen mit dem Angstgegner lieber vermeiden sollte, ist für den Bundestrainer unsinnig.

"In diesem speziellen Fall sind sie mein absoluter Wunschgegner", bekräftigte Löw, der seine Anerkennung für die taktische Raffinesse der Azzurri zum Ausdruck bringt: "Sie kommen wie der Wolf im Schafspelz." Kein Team der Welt verstehe es so gut wie Italien, den Gegner in Sicherheit zu wiegen.

Italien mit einzigartiger Spielweise

"Die Italiener können sich wie keine zweite Mannschaft auf der Welt verstellen, sie sind - und das ist positiv gemeint - so was wie Illusionskünstler", so der 53-Jährige: "Sie können ein Spiel mal eine Weile verwalten, lullen den Gegner ein, lassen ihn glauben, er habe sie im Griff." Genau im entscheidenden Moment würden sie dann zuschlagen und die Partie zu ihren Gunsten entscheiden.

Wie bei der letzten EM, als Mario Balotelli mit zwei Toren den Finaleinzug gegen die deutsche Elf realisierte. Von seinen Schützlingen fordert der Schwarzwälder, der seinen Vertrag jüngst bis 2016 verlängerte, gerade in der Zone vor dem gegnerischen Tor mehr Präzision: "Der letzte Pass, der letzte Abschluss ist manchmal nicht seriös genug ausgeführt."

"Wer so was sagt, ist ein Märchenerzähler"

Trotz aller Vorschusslorbeeren von außerhalb ist sich Löw der Schwere der anstehenden Aufgabe bei der WM in Brasilien bewusst. "Kürzlich hat jemand gesagt: Es bleibt einem doch nichts anderes übrig, als mit dieser deutschen Mannschaft Titel zu gewinnen - wer so was sagt, ist für mich ein Märchenerzähler."

Er wisse, wie viel Qualität in seiner Truppe stecke, jedoch sei dies keine Garantie für Erfolg. Um den großen Wurf zu realisieren, dürfe man sich nicht "von den Unwägbarkeiten des Spiels so beeinflussen lassen".

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