Torhüterfragen bei Deutschland und England

Klischee und Wahrheit

Dienstag, 19.11.2013 | 14:09 Uhr
Die deutschen Torhüter beim Abschlusstraining im Wembley-Stadion
© getty
Advertisement
Bundesliga
SaJetzt
Die Highlights vom Samstag mit BVB-BMG, S04 & SVW
Serie A
Live
Flamengo -
Avaí
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheffield Wed -
Sheffield Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
St. Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Brügge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk Split -
Lokomotiva Zagreb
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Primera División
Sevilla -
Malaga
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille
WC Qualification South America
Bolivien -
Brasilien
WC Qualification South America
Venezuela -
Uruguay
WC Qualification South America
Kolumbien -
Paraguay
WC Qualification South America
Chile -
Ecuador
WC Qualification South America
Argentinien -
Peru
WC Qualification Europe
Georgien -
Wales
WC Qualification Europe
Italien -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Liechtenstein -
Israel
WC Qualification Europe
Spanien -
Albanien
WC Qualification Europe
Kroatien -
Finnland
WC Qualification Europe
Kosovo -
Ukraine
WC Qualification Europe
Färöer -
Lettland

Sieben Monate vor der WM in Brasilien stellt sich in Deutschland und England die Frage, mit welchen Torhütern die Nationalmannschaften ins Turnier gehen sollen. Allerdings sind die Umstände in beiden Lagern völlig unterschiedlich.

Manuel Neuer grinste schelmisch. Er wolle immer spielen, antwortete er nach dem 1:1 in Italien auf die Frage, ob er denn jetzt auch im zweiten Testspiel in Wembley gegen England zum Einsatz kommen werde. Es war sein bestes Manuel-Neuer-Lächeln, das zwar vermuten ließ, dass er selbst schon über alles Bescheid weiß, aber es noch keinem mitteilen dürfe.

Es ist schließlich Aufgabe der sportlichen Führung, Personalentscheidung bekanntzugeben. Und so kam die Meldung, dass Manuel Neuer in London sicher nicht im Tor stehen werde nicht überraschend. Der Keeper des FC Bayern hat wie sein Mannschaftskollege Philipp Lahm und Mesut Özil, die Reise nach London nicht angetreten.

Vorzug gegenüber Adler

Gegen England wird Roman Weidenfeller sein Debüt im DFB-Trikot feiern, das bestätigte Löw am Montag auf der Pressekonferenz im Londoner Hotel The Royal Horseguards. Bereits am Sonntagabend hatte Löw seine Entscheidung, Weidenfeller und Rene Adler mitgeteilt und seine Beweggründe erklärt.

Es hätte ja durchaus auch Gründe für eine Nominierung Adlers gegeben. Schließlich hat die deutsche Nummer zwei in diesem Jahr erst zwei Länderspiele in Frankreich (Februar) und in den USA gegen Ecuador (Mai) absolvieren dürfen.

Aber Löw hat sich dann doch dafür entschieden, Weidenfeller einen Einsatz zu schenken, nachdem er ihn in erst nach einer langen Phase des Wartens berufen hatte.

Löw schwärmt von Weidenfeller?

Es soll nicht nach Almosen aussehen und es hörte sich in weiten Teilen von Löws Einlassungen über Weidenfeller auch nicht danach an, aber die Frage, wie genau der Bundestrainer jetzt mit dem BVB-Torhüter plane, blieb offen.

Es ist klar, dass sich Löw sieben Monate vor WM-Beginn keine Türen zuschlagen will und so testete er in den zurückliegenden Tagen Weidenfeller auf seine Qualitäten im Torwartspiel und seine Teamkompatibilität.

"Er hat in allen Bereichen einen sehr guten Eindruck gemacht", sagte Löw. "Es war wichtig, mit ihm Gespräche zu führen und seine Denkweise kennenzulernen."

Auch von Weidenfellers "torwartspezifischen Eigenschaften", wie Löw es nannte, gab es nichts Schlechtes zu berichten. Das habe ihm auch Torwarttrainer Andreas Köpke bestätigt. Löw hat Weidenfellers Ausstrahlung gelobt, seine Führungsrolle in Dortmund und seinen positiven Einfluss auf die Spieler herausgestellt. "Er ist eine gereifte Persönlichkeit", war das Fazit.

Wie plant Löw mit Weidenfeller?

Bleibt die Frage: Darf Weidenfeller wiederkommen? Das hängt natürlich auch zum Teil von seinem Auftreten in Wembley ab. Vielmehr aber noch von personellen Konstellationen und Grundsatzentscheidungen des Trainerteams.

"Wir waren nicht auf der Suche nach einem Torhüter", erklärte Löw. "Manuel Neuer ist die klare Nummer eins und Rene Adler hat gegen Russland und Frankreich bewiesen, dass er Spiele für uns gewinnen kann." Es besteht also kein Grund, an der aktuellen Rangfolge zu rütteln.

2010 ging Deutschland mit Neuer, Tim Wiese und dem 36-jährigen Jörg Butt ins Turnier, weil Adler verletzt absagen musste. Auch dieses Mal "müssen wir vorbereitet sein, wenn etwas passiert", sagte Löw.

Es spricht vieles dafür, dass Löw ohne Verletzungssorgen auf Neuer, Adler und einen jungen Torhüter wie Rob-Robert Zieler oder Marc-Andre ter Stegen vertraut. Weidenfeller wäre dann eher ein Thema, wenn sich einer der erfahrenen Neuer oder Adler verletzten sollte.

Voting: Diese drei Torhüter wollen die SPOX-User bei der WM sehen

Deutschlands Luxusproblem, Englands Sorgen

Klar ist aber, das Löw kommendes Jahr die Qual der Wahl hat, während sein Kollege auf englischer Seite Roy Hodgson, den Löw als echten Gentleman pries, mal wieder vor einem großen Fragezeichen auf der Torhüterposition steht.

Mit Joe Hart schien sich Englands chronisches Torhüterproblem in den letzten Jahren entspannt zu haben. Allerdings haben ihn eine Reihe von Patzern seinen Posten im Tor von Manchester City gekostet. Trainer Manuel Pellegrini hat ihn mit dem zuvor relativ unbekannten Rumänen Costel Pantilimon ersetzt. Gegen Deutschland wird Hart beginnen, darauf hat sich Hodgson festgelegt.

Seine Zukunft im Tor der Three Lions ist aber alles andere als gesichert. "Alles, was ich tun kann, ist Joe das Trikot zu geben und spielen zu lassen", sagte Hodgson. "Hinterher wird er mit all dem umgehen müssen, was kommt." Lob nach einer guten Leistung oder weitere Kritik nach Fehlern.

Forster macht Hart Druck

Gegen Chile musste Hart von der Bank aus mitansehen, wie Fraser Forster von Celtic Glasgow ein erfolgloses, aber fehlerfreies Debüt hinlegte. Der 25-Jährige hat sich vor allem mit einer grandiosen Leistung gegen den FC Barcelona in der vergangenen Saison international in den Vordergrund gespielt und wird, welch Wunder in Englands Medienlandschaft, schon als Harts Nachfolger bei City gehandelt.

Als dritten Torhüter hat Hodgson John Ruddy von Norwich City dabei, der jahrelang durch die unteren Profiliegen Englands tingelte, bis er 2010 nach Norwich wechselte und mit den Canarians schließlich 2011 in die Premier League aufstieg.

Ein weiterer Kandidat für die Nummer eins ist Ben Foster von West Bromwich Albion, der sich gerade von einem Fußbruch erholt, aber auch schon einige unglaubliche Patzer produziert hat.

Die Situation passt also mal wieder wunderbar ins Klischee. Aber das Schöne an Klischees ist, dass sie immer auch ein Stückchen Wahrheit transportieren. Und in diesem Fall besagt das Vorurteil, dass englische Torhüter ständig Fehler machen und deutsche nie. Die Wahrheit ist, dass auch deutsche Torhüter Fehler machen, aber im Vergleich zu englischen eine Bank sind.

Deutschlands Kader im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung