Nach schwerem Sturz in der Partie gegen Österreich

Klaus Eder erlitt Muskelriss und Fingerbruch

SID
Sonntag, 08.09.2013 | 15:52 Uhr
Klaus Eder wurde von Miroslav Klose und Mesut Özil gestützt während Philipp Lahm den Koffer trug
© getty
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Im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich (3:0) erlitt der Physiotherapeut der Nationalmannschaft einen Muskelriss im Gesäßbereich sowie einen Bruch des linken Ringfingers.

Normalerweise ist Klaus Eder gerne der Mann im Hintergrund, am Freitag wurde er unfreiwillig zum Gesprächsthema. Er konnte seine Arbeit nach dem Sturz nicht fortsetzen und blieb zur Pause in der Kabine. Die Reise zum Spiel auf den Färöern wird Eder nicht mit antreten.

Der 60-Jährige, seit 1988 in Diensten des Deutschen Fußball-Bundes, war kurz vor dem Seitenwechsel auf dem Weg zur Behandlung von Marcel Schmelzer hingefallen. Kapitän Philipp Lahm trug an seiner Stelle den Koffer zur Seitenlinie, Mesut Özil und Miroslav Klose stützten Eder auf dem Weg zu Schmelzer. Der Dortmunder Außenverteidiger musste in der Pause mit einer Kieferprellung wie Eder ausgewechselt werden, trainierte am Sonntag aber schon wieder.

Bei Eder verlief es nicht so glimpflich. Es gehe ihm "den Umständen entsprechend", sagte dieser am Sonntag bei dfb.de, einen Tag nach seiner Finger-Operation: "Ich muss jetzt das umsetzen, was ich meinen Patienten immer erzähle: Geduld ist wichtig, man darf nicht zu früh zu große Fortschritte erwarten."

Eder bisher nie selbst Patient

Eder stellte jedoch klar, dass er nicht ausgerutscht sei, sondern der Sturz die "Folge eines kompletten Muskelabrisses war, den ich mir beim Lauf auf den Platz zugezogen habe. Es war auf einmal ein Gefühl, als würde ich mit dem linken Bein ins Leere treten."

Dass er danach Schmelzer noch behandelt habe, sei auf Adrenalin zurückzuführen: "Außerdem hatte ich die Hoffnung, dass ich mir nur etwas gezerrt habe. Das wahre Ausmaß der Verletzung habe ich erst geahnt, als ich über die Treppen nach unten in die Katakomben gegangen bin." Etwas Vergleichbares habe er noch nie erlebt, "ich habe immer die Kollegen bedauert, wenn ich am Fernsehen gesehen habe, wie einer auf dem Spielfeld ausgerutscht ist".

Als "unheimlich rührend" empfand der Physiotherapeut, "wie sich die Spieler verhalten haben. Die Spieler haben sofort gefragt, wie es mir geht und ob sie irgendetwas tun können. Überhaupt haben mich die Reaktionen aus dem DFB und von der Mannschaft extrem gefreut. Ich habe von wahnsinnig vielen Spieler SMS und E-Mails bekommen, die sportliche Leitung war rührend um mich besorgt. Viele haben sich auch persönlich gemeldet. Sehr gefreut habe ich mich auch, dass DFB-Präsident Wolfgang Niersbach angerufen hat. Die Anteilnahme war gewaltig, sie zeigt, wie groß der Zusammenhalt ist."

"Volles Vertrauen in meine Kollegen"

Wann er wieder arbeiten könne, wisse er noch nicht. Der Finger sei nicht das Problem. "Gott sei dank ist es nur der linke Ringfinger, der gebrochen ist. Und dieser Finger ist nicht ganz so wichtig", sagte Eder nach der Operation, bei der der Finger mit zwei Drähten gestreckt wurde, weil ein Bruchstück des Knochens ins Gelenk gerutscht war. Abwarten müsse er, wie sich die Muskelverletzung entwickelte.

Das Spiel am Dienstag vor dem Fernseher verfolgen zu müssen, sei ein ungewöhnliches Gefühl. "Ich habe volles Vertrauen in meine Kollegen, deswegen ist das für mich nicht schwer. So wichtig nehme ich mich nicht, dass ich glauben würde, dass es ohne mich nicht geht", sagte Eder jedoch.

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