Überangebot im Mittelfeld

Deutschland, deine Zehner

Von Andreas Lehner
Donnerstag, 21.03.2013 | 09:46 Uhr
Zwei der vielen Spielermacher der DFB-Elf: Mesut Özil und Mario Götze
© getty
Advertisement
Bundesliga
FrJetzt
S04-M05: Jetzt die Highlights anschauen!
A-League
Live
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
Sao Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe

Bundestrainer Joachim Löw hat ein Überangebot an zentralen Mittelfeldspielern. Alle haben den Anspruch, Stammspieler zu sein. Die Qualitäten der Kreativköpfe in die Mannschaft zu integrieren, wird eine der Aufgaben des Bundestrainers in den nächsten Jahren.

Wenn Jupp Heynckes Bundestrainer wäre, dann wäre die Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag wahrscheinlich anders abgelaufen. Dann hätte dort vermutlich Stefan Kießling die Fragen beantwortet und nicht Mario Götze.

Der Trainer des FC Bayern hat sich erst am Wochenende anlässlich des Aufeinandertreffens seiner Mannschaft mit Bayer Leverkusen wieder für den Mittelstürmer der Werkself eingesetzt und versucht, ihn Joachim Löw irgendwie schmackhaft zu machen für dessen Kader.

13 Mittelfeldspieler im 23er-Kader

Der wirkliche Bundestrainer Löw lässt sich aber nur sehr ungern hineinreden in seine Arbeit, schon gar nicht von Bundesligatrainern. Mit seiner Nominierung einige Tage zuvor hatte er ohnehin mal wieder ein deutliches Zeichen gesetzt. Kießling ist auch für die zwei WM-Qualifikationsspiele gegen Kasachstan (Fr. 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) nicht nominiert worden, obwohl Miroslav Klose weiterhin verletzt fehlt.

Mario Gomez ist damit der einzige Spieler, der auf dem offiziellen Nominierungsblatt in der Kategorie Angriff geführt wird. 13 der ursprünglich nominierten 23 waren dagegen Mittelfeldspieler, mit den beiden Benders und Toni Kroos haben drei davon mittlerweile abgesagt.

Anders als zu Netzers Zeiten

Es ist noch gar nicht so lange her, da war das Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft mit Carsten Ramelow, Dietmar Hamann und Jens Jeremies besetzt. Allesamt - ohne Zweifel - starke Zweikämpfer, Abräumer, Abfangjäger oder wie auch immer man das nennen will.

Wichtig für die Balance und Stabilität einer Mannschaft, für Kreativität standen diese Namen aber nicht. Diese Aufgabe lastete meist auf den schmalen Schultern eines Mehmet Scholl oder Sebastian Deisler.

Nun hat sich der Fußball und gerade der in Deutschland in den letzten Jahren enorm entwickelt und verändert. Die Zeiten, in den zwei Spielmacher wie Günter Netzer und Wolfgang Overath nicht zusammen spielen konnten, sind vorbei. Heute ist spielerisches Potenzial ausdrücklich erwünscht. Löw fordert und fördert diese Spielertypen.

Götze und Özil als Neuner

Die DFB-Elf hat jetzt jede Menge spielerisch starker Spieler, aber kaum noch Stürmer. Dieser Mangel begleitet Löw schon seit geraumer Zeit. Also sucht er nach alternativen Lösungen. Im letzten Testspiel 2012 gegen die Niederlande spielte Götze in der vordersten Linie als hängende Spitze oder falsche Neun.

Beim ersten Test des Jahres in Paris nahm Löw nach knapp einer Stunde den Zentrumsstürmer Gomez runter und brachte mit Kroos einen weiteren Mittelfeldspieler, Özil rückte eine Position nach vorne.

Götze musste sich deshalb auch auffällig vielen Fragen zu seiner Rolle als Stürmer stellen. Es wird eine Aufgabe Löws werden, sein massives Angebot an kreativen Mittelfeldspielern auf die drei bzw. vier Positionen in der Offensive zu verteilen.

Drei Zehner internationaler Klasse

Wo früher ein Loch an Kreativität klaffte, hat Löw jetzt drei Spieler zur Verfügung, die zur internationalen Klasse zählen. Mesut Özil hat sich als Regisseur bei Real Madrid etabliert, Toni Kroos ist bei Bayern im Zentrum ein Schlüsselspieler und Götze trägt die Dortmunder Offensive bisweilen alleine. Alle drei stehen mit ihren Teams im Champions-League-Viertelfinale. In der Nationalmannschaft ist jedoch nur ein Platz, der aktuell von Özil besetzt wird, dem mit 24 Jahren ältesten Zehner im DFB-Kader.

Erweitert wird das Portfolio an Zehnern durch den Schalker Julian Draxler, der in den letzten Wochen sein Potenzial dauerhaft andeutete und in den nächsten ein, zwei Jahren das Niveau seiner drei Konkurrenten erreichen kann. Dahinter steht mit U-21-Kapitän Lewis Holtby ein weiterer Spieler bereit, der von Löw schon mehrmals öffentlich gelobt wurde und jetzt in England den nächsten Schritt in seiner Karriere machen muss.

Alternative Außenbahn?

Kroos, Götze und Draxler haben in ihren Vereinen auf der Außenbahn, bevorzugt auf der linken, begonnen. Ihre natürliche Heimat ist aber das Zentrum, dort können sie ihre Stärken am besten einbringen. In der Nationalmannschaft stehen mit Thomas Müller, Marco Reus, Lukas Podolski und Andre Schürrle ohnehin genügend Flügelspieler zur Verfügung.

Da sich bis auf Podolski alle Spieler in einem Alter zwischen 19 und 24 Jahren bewegen, wird den Bundestrainer dieses Luxusproblem über die nächsten Jahre hin begleiten.

Was bleibt, ist eine Auslagerung in die Sturmspitze, wo Klose seine Karriere wohl nach der WM 2014 beenden wird und hinter Gomez kein Stürmer in Sicht ist, der Löws Anforderungen entspricht.

Anregungen aus Freiburg

Assistent Hansi Flick hat die Vorzüge der falschen Neun anhand von Götze erklärt. "Er kann auf engstem Raum den Ball behaupten und sich schon bei der Ballmitnahme einen Vorteil verschaffen. Er ist stark im Kombinationsspiel, hat eine hohe Ballsicherheit und strahlt Torgefahr aus."

Der Dortmunder scheint prädestiniert für diese Rolle, auch Draxler könnte als Stürmer eingesetzt werden. Flick ist "froh, dass wir diese Option haben." Kroos ist für Löw eher ein Kandidat für die offensivere Sechs.

Anregungen zur Weiterentwicklung seines Systems könnte sich Löw in seiner badischen Heimat holen. Dort hat Christian Streich beim SC Freiburg den klassischen Stürmer abgeschafft und agiert mit zwei "schwimmenden Neuneinhalbern".

Auch Löw ist ein Tüftler, ein Trainer, der innovativ und modern sein will. Deutschland wird sich über kurz oder lang daran gewöhnen müssen, dass die Nationalmannschaft ohne klassischen Stürmer aufläuft. Götze hat sich mit seiner Alternativposition schon arrangiert. "Das Spiel unterscheidet sich nicht stark von der Zehn. Man muss nur Nuancen verändern, um dort zu spielen."

Der Kader der deutschen Nationalmannschaft

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung