Joachim Löw: "Ich gebe zu, dass ich nach der EURO eine gewisse Distanz brauchte"
Joachim Löw: "Ich gebe zu, dass ich nach der EURO eine gewisse Distanz brauchte"
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Joachim Löw über das DFB-Jahr 2012

Dienstag, 25.12.2012

"Mache meine Bilanz nicht nur an Titeln fest"

Bundestrainer Joachim Löw hat sich in einem Interview mit "dfb.de" über das Fußballjahr 2012 und die Enttäuschung bei der Europameisterschaft geäußert. Extra-Lob gab es für die Bundesligaklubs und Miroslav Klose.

"Die Enttäuschung nach dem Spiel gegen Italien war groß, bei uns allen. Vor allem, weil es uns nicht gelungen ist, unser Potenzial auszuschöpfen", sagte der Bundestrainer rückblickend über das Ausscheiden im EM-Halbfinale gegen Italien.

Ausreden wie mangelndes Glück will der Bundestrainer dafür aber nicht gelten lassen: "Das Aus war nicht ungerecht, es lag nur daran, dass wir in den 90 Minuten nicht gezeigt haben, was wir können."

Auszeit nach der EURO

Auch nahm Löw die Verantwortung für die Niederlage auf seine Kappe. Als Trainer sei er "verantwortlich, dass genau so etwas nicht passiert. Da ist es klar, dass man sich, seine Arbeit und seine Methoden hinterfragt. Das habe ich nach der EM getan."

Geholfen hat dem 52-Jährigen eine kleine Auszeit vom Fußball nach der EM. "Ich gebe zu, dass ich nach der EURO auch eine gewisse Distanz brauchte, um die Dinge zu verarbeiten." Die Lust auf den Fußball und die Nationalmannschaft sei dabei aber schnell wieder gekommen.

Die Frage, ob Löw sich auf das Jahr 2013 ohne ein großes Turnier freue, weil der Druck, einen Titel zu holen, nicht da wäre, verneinte der Coach: "Das Schönste für mich sind die Turniere. Bei den Endrunden haben wir die Chance, uns mit den Besten der Welt zu messen. Ich empfinde dies nicht als Druck, sondern als Chance und als Reiz."

"Müssen uns höchste Ziele setzen"

Dass die Nationalmannschaft unter seiner Leitung noch ohne Titel ist, sieht der Bundestrainer nicht so tragisch. "Meine persönliche Bilanz mache ich außerdem nicht nur an Titeln fest. Natürlich müssen wir uns höchste Ziele setzen. Als Spitzensportler müssen wir das Ziel haben, Weltmeister zu werden, das wäre das Größte", sagte Löw, der "alle beeinflussbaren Faktoren beeinflussen" wolle, um die Wahrscheinlichkeit auf den Titel zu erhöhen.

Ein großes Lob vom Bundestrainer gab es noch für die sieben deutschen Vereine, die in Europa überwintern. "Es freut mich, dass die Erfolge der deutschen Klubs nachhaltig sind. Sie wurden nicht schnell durch große Investitionen erreicht, sondern durch langfristiges Wirtschaften mit Weitsicht und durch die guten Strukturen, die der deutsche Fußball bietet."

Unter den deutschen Nationalspielern, die international tätig sind, sticht Miro Klose für Löw besonders heraus: "Über Miro Klose müssen wir nicht lange reden. Was er bei Lazio und in der Nationalmannschaft zeigt, ist einfach phänomenal."

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