Drei Neue für die Startelf?

SID
Freitag, 22.06.2012 | 14:24 Uhr
Der Standardwechsel in der Gruppenphase: Gomez (l.) geht, Klose kommt
© spox
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Die Hürde erscheint auf den ersten Blick machbar, trotzdem dürfte das Viertelfinalspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Griechenland (20.15 Uhr im LIVE-TICKER) eine äußerst unangenehme Aufgabe werden. Im Angriff wird es wohl den Wechsel von Mario Gomez auf Miro Klose geben. Weitere Umstellungen werden diskutiert.

Drei Neue? Bundestrainer Joachim Löw schickt seine Mannschaft bestens vorbereitet ins Spiel gegen einen sehr wahrscheinlich extrem defensiv eingestellten Gegner. Wie die Besetzung im Angriffszentrum aussieht, ließ Löw zunächst offen. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll aber Miro Klose das Duell gegen Mario Gomez gewonnen haben.

Klose ist der bessere mitspielende Stürmer, was für seine Kollegen wie Mesut Özil von großer Bedeutung sein könnte.

Zwei weitere Wechsel werden landauf, landab diskutiert: So werden Andre Schürrle und Marco Reus ebenfalls als Neuzugänge in der Startelf gehandet. Für die beiden müssten dann Thomas Müller und Lukas Podolski auf die Bank. Ob Löw sein Team wirklich so radikal verändern wird, scheint aber zumindest fraglich...

Gefahr von der Bank: Die deutsche Bank wurde viel beachtet und gelobt, bisher hat Löw aber stets dieselben Spieler eingewechselt und nach Schema F agiert. In den K.o.-Spielen, gerade jetzt gegen eine defensiv eingestellte Mannschaft wie die Griechen, wird sich das nun womöglich ändern.

Dass so ein Wechsel durchaus etwas bewirken kann, hat der Däne Lars Jacobsen neulich nach dem letzten Gruppenspiel schön illustriert. Da musste Lukas Podolski vom Feld, es kam Andre Schürrle. "Podolski hat nicht mehr viel gemacht", sagte Jacobsen. "Der Typ, der dann reinkam, war dann aber viel gefährlicher. Der hatte viel mehr Speed in den Beinen und hat mir einige Probleme gemacht." Reus hat der Bundestrainer vor dem Turnier zu einer gefährlichen Waffe erkoren, er könne wie im Verein als hängende Spitze gut zwischen die gegnerischen Linien kommen und "gegen große athletische Innenverteidiger ist er prädestiniert". Im Prinzip die perfekte Jobbeschreibung angesichts der griechischen Wand heute Abend.

Löw vorsichtig: "Es wird ein Kampf auf Biegen und Brechen. Wir werden die Griechen nicht unterschätzen. Sie sind echte Überlebenskünstler", sagt der Bundestrainer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. In der Tat haben nur die Iren bisher mehr Schüsse aufs eigene Tor zugelassen als Griechenland - die sind im Gegensatz zu Trapattonis Truppe aber noch im Turnier. Deshalb weiß Löw: "Wir werden ein Stück weit auf Granit beißen. Es wird ein Kampf auf Biegen und Brechen - aber wir werden am Ende als Sieger vom Platz gehen."

Kräfteverhältnis auf der Tribüne: In Danzig werden rund 20.000 deutsche Fans erwartet. Dagegen dürften die geschätzten 4000 Griechen kaum ankommen. Zumal im deutschen Team mit Lukas Podolski und Miro Klose ja auch noch zwei "halbe" Polen spielen und die Polen gegen eben jene Griechen rausgeflogen sind - sehr wahrscheinlich werden die vielen polnischen Fans im Stadion eher für Deutschland als für die Griechen sein.

Bisherige Bilanz: Beide Nationen sind sich noch gar nicht so oft gegenübergestanden. Erst acht Spiele gab es zwischen Deutschland und Griechenland, wobei die Bilanz klar für Deutschland ausfällt. Neben fünf Siegen gab es drei Remis und keine Niederlage, bei einem Torverhältnis von 17:7. Bei einer EM standen sich beide einmal gegenüber, in der Vorrunde 1980 in Italien, Endstand 0:0. Am Ende wurde Deutschland Europameister. Das bisher letzte Spiel gewann Deutschland. Im Rahmen der WM-Qualifikation 2001 siegte Rudi Völlers Auswahl 4:2 in Athen. Torschützen: Rehmer, Ballack, Klose, Bode.

Warnung von Valverde: Ernesto Valverde ist Spanier, was ihn aber nicht davon abgehalten hat, sich mit Olympiakos Piräus zum derzeit erfolgreichsten Trainer Griechenlands zu küren. Valverde glaubt grundsätzlich an die deutsche Mannschaft, ist sich seiner Sache dabei aber nicht ganz so sicher wie viele andere Experten. "Die Griechen spielen umso überzeugter, je schlimmer es um sie steht. Das macht sie sehr gefährlich. In meinen Augen sind sie in der K.-o.-Phase auch gefährlicher als in Gruppenspielen. Wenn sie mit Leidenschaft spielen müssen, tun sie es. Sie spielen umso besser, je höher der Druck ist, der auf ihnen lastet. Wenn es den Griechen am Schlechtesten geht, sind sie da und strecken den Kopf raus!"

Wie früher die Deutschen: Es soll tatsächlich Zeiten gegeben haben, als sich deutsche Mannschaften durch ein Turnier wälzten, fast nur mit Willensstärke, Glück und Kampf außerordentlich viele Endspiele erreicht haben. Diese Zeiten sind offenbar vorbei. Zu ähnlichen, absolut legitimen, Mitteln greifen die Griechen anno 2012. 279 Mal setzte ein Grieche im bisherigen Turnier zum Zweikampf an. Deutschland kam erst auf 237 Zweikämpfe. Die Strategie ist simpel, aber auch ein wenig riskant. Die Griechen liegen in der mit acht Gelben und einer Gelb-Roten Karte im hinter Drittel. Wobei man erwähnen muss, dass die sehr schmerzhafte Verwarnung gegen Kapitän Georgios Karagounis ein schlechter Witz war.

Alle Spieler fit: Bastian Schweinsteigers Blessur am Knöchel wird den deutschen Mittelfeld-Motor nicht behindern, geschweige denn von einem Einsatz abhalten. Schweinsteiger wird auf jeden Fall spielen. Auch alle anderen 22 Spieler im deutschen Kader sind fit und bereit fürs Spiel. Bei den Griechen sieht das etwas anders aus. Neben dem verletzten Avraam Papadopoulos (Kreuzbandriss) fehlen auch die gesperrten Karagounis und Jose Holebas.

Dick aufgetragen: Die Griechen sind auf dem Spielfeld gallig und vor den Kameras vielleicht eine Spur zu martialisch. "Wir sind nicht die Besten der Welt, aber wer gegen uns spielt, muss Blut spucken, um uns zu bezwingen", sagt Trainer Fernando Santos. Und der gesperrte Karagounis: "Ich habe das Gefühl, dass die Deutschen unsere Würde verletzten wollen." Warum auch immer.

Die Bilanz des DFB gegen Griechenland

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