Wolfgang Niersbach: "Evolution statt Revolution"

SID
Freitag, 02.03.2012 | 19:10 Uhr
Der neue DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Zurück zum Kerngeschäft", formuliert er seine Devise
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
Do26.07.
Topspiele pur: FCB - Juve, BVB - Benfica & City - Reds
Club Friendlies
Leicester -
Akhisarspor
UEFA Champions League
Ajax -
Sturm Graz
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
Club Friendlies
Arminia Bielefeld -
SV Werder Bremen
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Tosu -
Iwata
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
FC St. Pauli -
Stoke
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
International Champions Cup
FC Barcelona – Tottenham
CSL
Guangzhou Evergrande -
Chongqing
Club Friendlies
Groningen -
SV Werder Bremen
Allsvenskan
AIK -
Kalmar
International Champions Cup
PSG -
Atletico Madrid
International Champions Cup
Man United -
Real Madrid
International Champions Cup
Tottenham -
AC Mailand
International Champions Cup
FC Barcelona -
AS Rom
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
UEFA Champions League
Sturm Graz -
Ajax
Club Friendlies
Southampton -
Celta Vigo
International Champions Cup
Arsenal -
Chelsea
International Champions Cup
Benfica -
Lyon
CSL
Beijing Guoan -
Hebei CFFC
Copa Sudamericana
Sao Paulo -
Colon Santa Fe
Club Friendlies
West Ham -
Angers
Club Friendlies
Brighton -
Sporting
Championship
Reading -
Derby County
League One
Sunderland -
Charlton
Championship
Ipswich -
Blackburn
Club Friendlies
Everton -
Valencia
Club Friendlies
Wolverhampton -
Villarreal
Championship
Sheffield Utd -
Swansea
Club Friendlies
Liverpool -
Napoli
International Champions Cup
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Real Madrid -
Juventus
International Champions Cup
AC Mailand -
FC Barcelona
J1 League
FC Tokyo -
Kobe
Allsvenskan
Hammarby -
Trelleborg
Championship
Leeds -
Stoke

Sein Telefonverzeichnis ist ein "Who is Who" des deutschen Profi-Fußballs. Mit Hunderten von früheren und aktuellen Spielern der Bundesliga, insbesondere deutschen Nationalspieler, pflegt Wolfgang Niersbach rege Kontakte. Diese außergewöhnlich große Nähe wurde am Freitag überdeutlich.

Als der 61-Jährige in Nachfolge von Theo Zwanziger zum elften Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gewählt wurde, hatte Niersbach viele Europa- und Weltmeister aus allen Generationen des deutschen Fußballs persönlich einladen lassen. Fast alle kamen, denn die Beziehungen sind zweiseitig. Die Fußballer schätzen den neuen DFB-Chef als ihren Mann.

Für den DFB, mittlerweile auf fast 6,7 Millionen Mitglieder angewachsen, beginnt mit der Präsidenten-Übergabe von Zwanziger zu dem in Nettesheim bei Grevenbroich geborenen und in Düsseldorf aufgewachsenen Rheinländer ein Paradigmenwechsel.

Niersbach: "Keine Revolution, sondern eine Evolution"

Er strebe "keine Revolution, sondern eine Evolution" an, erklärte Niersbach. "Zurück zum Kerngeschäft", formulierte er seine Devise. "Der Fußball ist das Wichtigste", sagte er. Die Botschaft klingt einfach, und Niersbach versteht auch seine Aufgabe einfach. "Wir Funktionäre sind dafür da, dass der Laden läuft."

Als wichtigstes Feld des DFB bezeichnete er die Nationalmannschaft, wobei der natürlich die Männer meint, wobei er auch Zwanzigers intensive Frauen-Förderung fortsetzen möchte. Niersbach, der in den vergangenen 40 Jahren rund 400 Länderspiele live erlebte, bekannte sich als einer der größten Fans des DFB-Teams.

Auch die hohe Bedeutung der Bundesliga und die Nachwuchsförderung der jungen Eliten hob er hervor. Zum "DFB-Kern" zählt er auch den Spielbetrieb der 26.000 DFB-Vereine mit 80.000 Spielen an fast jedem Wochenende.

Mit Ex-Profis wie Franz Beckenbauer, seinem besten Freund, Günter Netzer, aber auch aktuellen Nationalspielern ist Niersbach per du. Mit Reiner Geye, Stürmer von Fortuna Düsseldorf, machte er schon in den 1970er Jahren die Stadionzeitung des Vereins.

Als Mediendirektor noch näher an der Nationalelf

Die Düsseldorfer Spieler einigten sich nach dem Gewinn des DFB-Pokals darauf, dass er die Trophäe über eine Nacht mit nach Hause nehmen sollte, bevor sie sich darum streiten würden. Eishockey und die Düsseldorfer EG waren die zweite Leidenschaft des Sportredakteurs Niersbach, der auch Freundschaften zu Spielern wie Walter Köberle, Erich Kühnhackl oder Trainer Xaver Unsinn pflegte.

Nachdem er 1988 noch in seiner Eigenschaft als sid-Angestellter als Pressechef der Europameisterschaft in Deutschland tätig war, rückte er ein Jahr später als Mediendirektor des DFB noch näher an die Nationalelf heran. Und er brachte in den DFB, der damals mehr wie eine Behörde als ein Unternehmen arbeitete, die Kontakte zur Bundesliga ein.

Wenn Niersbach in seine neue Rolle schlüpft, wird er sich in seinem Wirken wahrscheinlich weniger an den Präsidenten Egidius Braun, Gerhard Mayer-Vorfelder und Theo Zwanziger, denen er gedient hat, sondern an Neuberger orientieren. Den Saarländer, der in der Öffentlichkeit recht umstritten war, bewunderte und verehrte der künftige DFB-Präsident. Und zu Neuberger besteht durchaus eine Parallele, denn auch er war früher Sportjournalist.

"Pressekonferenzen zu führen ist leichter"

Für den Vater zweier Töchter war der Fußball immer Dreh- und Angelpunkt des Berufslebens. Wegen seiner unkomplizierten, oft humorvollen, schlagfertigen Art wird er von den Kollegen und Mitarbeitern geschätzt. Seine 37-Minuten-Rede, mit denen er die Delegierten auf dem DFB-Bundestag abschließend zu seiner einstimmigen Wahl überzeugte, wirkte er ungewohnt nervös.

"Die Anspannung war da. Pressekonferenzen zu führen ist leichter als eine Rede zu halten, die diesem Amt entspricht", sagte er danach. Auffassungsschnell, effektiv arbeitend, teamorientiert wirkte Niersbach zuletzt als DFB-Generalsekretär und oberster Dienstherr der 220 Angestellten.

In dieser Rolle wird er von Helmut Sandrock abgelöst, der ebenfalls einstimmig gewählt wurde. Langatmige rhetorische Ausflüge mit philosophisch-moralischen Botschaften hat Niersbach nicht vorgesehen. Der DFB ist nach Niersbachs Verständnis letztlich nur ein Sportverband, der seinen Mitgliedern den bestmöglichen Service anzubieten hat. Predigten zu Gott, der Welt und dem Fußball a la Zwanziger sind nicht geplant.

Das DFB-Team im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung