Redakteur will Niersbach Konkurrenz machen

SID
Freitag, 20.01.2012 | 17:40 Uhr
Bekommt Wolfgang Niersbach Konkurrenz im Kampf um das Amt des DFB-Präsidenten?
© Getty
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Ernstgemeinter Vorstoß oder PR-Gag? Ein Sportjournalist will dem designierten Präsidenten des DFB, Wolfgang Niersbach, Konkurrenz machen. Andreas Rüttenauer von der Berliner "taz" will ebenfalls für den DFB-Chefposten kandidieren, wie die Zeitung am Freitag in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Rüttenauer will damit nach eigener Aussage die undemokratische Vorgehensweise im Verband anprangern.

"Ein kleiner Kreis von Funktionären bestimmt, wer einen Verband leitet, dem über 6,5 Millionen Mitglieder angehören", wird Rüttenauer in der Mitteilung zitiert. "Dass es so etwas im Deutschland des Jahres 2012 geben kann, ist ein handfester Skandal."

Rüttenauer will einen der Landesverbände überzeugen

Auf "dapd"-Nachfrage bestätigte die "taz"-Redaktion, dass Rüttenauer noch hofft, vor dem außerordentlichen DFB-Bundestag am 2. März einen der Landesverbände von seiner Kandidatur zu überzeugen. Das ist Voraussetzung dafür, dass er sich tatsächlich neben Niersbach zur Wahl stellen kann.

Ob sich tatsächlich ein Landesverband findet, der die Aktion mitmacht, ist fraglich. Die DFB-Spitze hat sich öffentlich auf den derzeitigen Generalsekretär Niersbach als Nachfolger des scheidenden Theo Zwanziger festgelegt - was auch von den Regionalverbänden unterstützt wird. Der DFB war für eine Stellungnahme am Freitagabend zunächst nicht zu erreichen.

"Eine Handvoll Funktionäre bestimmt über unsere große Liebe"

Den Beteiligten geht es derweil offenbar vor allem darum, eine Gegenbewegung zur Kandidatenkür Niersbachs zu formieren. Die "taz" will Rüttenauers umfassendes Wahlprogramm ("Manifest 2020") in ihrer Samstagausgabe veröffentlichen.

Demnach fordert der Sportredakteur: "Wir haben das Gefühl, der Fußball könnte uns entgleiten. Eine Handvoll Funktionäre bestimmt über unsere große Liebe, über unseren Sport. Das wollen wir ändern. Wir wollen den Fußball wieder zu einer Graswurzelbewegung machen."

Rüttenauer will sich nach eigener Aussage dafür einsetzen, den Fußball in Deutschland völlig umzukrempeln: "Die Vereine, die Mitglieder, auch die der kleinen Klubs, sollen entscheiden können, wer im deutschen Fußball das Sagen hat", wird er zitiert. Es müsse um den Sport gehen, nicht um die Interessen einzelner Konzerne.

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