Zum Rücktritt von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger

Die Welt ist jetzt genug

Von Stefan Rommel
Sonntag, 04.12.2011 | 18:46 Uhr
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger kündigte am Freitag das Ende seiner Ära an
© Getty
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Mit seiner überraschenden Rücktrittsankündigung polarisiert Theo Zwanziger ein vorerst letztes Mal. Der DFB-Präsident bereitet den logischen letzten Schritt seiner Karriere vor - die Wahl seiner Mittel ist aber zweifelhaft. Ein Kommentar von Stefan Rommel.

Dr. Theo Zwanziger will nicht mehr. Man kann es ihm nicht verdenken, seit Juni ist er 66 Jahre alt. Da gibt es andere Dinge zu tun, "sich um die Enkel kümmern", wie er sagt.

Am Freitagabend hat der DFB-Präsident seinen Rücktritt für 2013 angekündigt, sehr wahrscheinlich wird er aber schon im Oktober nächsten Jahres zurücktreten.

Auf der Jahresabschlussfeier des Deutschen Fußball-Bundes ließ er die Bombe platzen, just in dem Moment, als die geladenen Gäste noch mit dem Schrecken der EM-Auslosung beschäftigt waren. Typisch Zwanziger, sagen die einen, die seinen autokratischen Führungsstil und seine Eitelkeit seit langem verurteilen: Immer in den Vordergrund drängeln.

Zwanziger polarisiert

Es könnte aber auch als löbliche Maßnahme definiert werden, immerhin bleibt dem DFB jetzt lange genug Zeit für die Suche nach einem Nachfolger. Die hätte der 1. FC Köln auch sehr gerne. Mit dieser vorerst letzten Wendung polarisiert Zwanziger einmal mehr und unterstreicht das Bild seiner janusköpfigen Gestalt.

Er hat in seiner Amtszeit vieles richtig gemacht, hat sich in Themenfeldern engagiert, die vorher brach lagen. Er hat zwei Großveranstaltungen in Deutschland erfolgreich verantwortet. Aber er hat zuletzt auch immer mehr abgebaut und in einigen dringenden Angelegenheiten halbherzig und unglücklich agiert.

Die öffentliche Wahrnehmung von Theo Zwanziger hat sich gedreht, es ist zu viel passiert in den letzten Jahren. Dass er sich jetzt unter anderem auch darüber beschwert, wie ihm wichtige Personen des deutschen Fußballs und natürlich "einige Medien" zugesetzt hätten, ist nur die halbe Wahrheit. Es war Zwanziger selbst, der in einem Medium nur zu gerne präsent war und diesen Standortvorteil für sich nutzte.

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"Ich sehe in Deutschland für mich persönlich ehrlich gesagt keine große Herausforderung mehr. Welcher DFB-Präsident darf schon zwei Weltmeisterschaften in seiner Amtszeit ausrichten? Ich denke, der DFB ist in allen Bereichen für die Zukunft bestens aufgestellt", zitiert ihn die "Bild" wenige Minuten nach Bekanntwerden seines Entschlusses.

Ein Mann der Basis

Der DFB ist wahrlich bestens aufgestellt, der Hinweis auf gleich zwei Weltmeisterschaften klingt aber nicht nur narzisstisch. Und Herausforderungen - oder besser: nicht erledigte Streitsachen - dürfte es beim DFB noch eine ganze Menge geben. Sein Krisenmanagement war zuletzt nicht mehr ausreichend. Es scheint aber, als habe Zwanziger darauf nach fast 20 Jahren im Verband keine Lust mehr.

Er ist ein Mann der Basis, hat sich von ganz unten hochgedient im größten Sportfachverband der Welt. Der DFB ist ihm jetzt zu klein, in der Exekutive der FIFA sieht er sein neues Betätigungsfeld. Das ganz große Geschäft, er ist fast ganz oben. Die Welt ist jetzt genug.

Seinen Gegnern wird er dort aber auch nicht entrinnen. Die Aufklärung der zweifelhaften WM-Vergabe nach Katar wolle er prüfen lassen, hatte er im Sommer erklärt. Daran wird er schon bald gemessen werden. Beim DFB ist das Ende absehbar. Gut, dass er bald geht. Schade, dass er demnächst Schluss macht. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Das DFB-Team im Steckbrief

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