Nach Steuerhinterziehungs-Vowürfen

Ermittlungen gegen Kempter, Brych unter Druck

SID
Dienstag, 25.10.2011 | 16:02 Uhr
DFB-Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel will zunächst die weiteren Ermittlungen abwarten
© Getty
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Copa do Brasil
Flamengo -
Botafogo
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Gremio
Copa Sudamericana
Nacional -
Estudiantes
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Real Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Watford -
Brighton
Premier League
Crystal Palace -
Swansea (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Superliga
Nordsjälland -
Kopenhagen
Primera División
Espanyol -
Leganes
Primera División
Eibar -
Bilbao
Premier League
Zenit -
Rostow
Super Liga
Roter Stern -
Partizan
Premier League
Tottenham -
Burnley
Primera División
Getafe -
Sevilla
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Kolumbien
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Spanien -
Italien
Serie B
Empoli -
Bari
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien
WC Qualification South America
Bolivien -
Chile
WC Qualification South America
Kolumbien -
Brasilien
WC Qualification South America
Ecuador -
Peru
WC Qualification South America
Paraguay -
Uruguay
WC Qualification South America
Argentina -
Venezuela

FIFA-Referee Felix Brych hat wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung Angst um seine Reputation. Derweil attackiert der Anwalt von Michael Kempter den ehemaligen Obmann Manfred Amerell, der für die anonyme Anzeige verantwortlich zeichnen soll. Kempter selbst droht möglicherweise sogar eine Freiheitsstrafe.

Whistleblower Manfred Amerell am Pranger, Michael Kempter erneut unter Verdacht und große Unruhe bei FIFA-Referee Felix Brych: Während der frühere Schiedsrichter-Obmann Amerell wegen einer anonymen Anzeige ins Zwielicht und sein früherer Zögling Kempter in der Steuer-Affäre erneut ins Visier der Behörden gerät, wird offenbar auch gegen Brych und mindestens zwei weitere Bundesliga-Referees wegen angeblicher Steuerhinterziehung ermittelt.

"Ich kann nichts zum Stand der Ermittlungen sagen, da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt", sagte der 36 Jahre alte Jurist Brych, bei dem am Montag nach Angaben von Spiegel online mehrere Steuerfahnder aufgetaucht sein sollen und anscheinend auch Einsicht in einige Unterlagen nahmen.

Michael Kempter unter Verdacht

Ein weiterer Erstliga-Schiedsrichter aus München, der wie Brych am Mittwoch im DFB-Pokal im Einsatz ist, hatte dem "Sport-Informations-Dienst" bestätigt, dass auch er Besuch von den Fahndern hatte. Der Schiedsrichter soll unter anderem am 25. März 2007 ein Frauenfußballspiel in Unterhaching geleitet und die 35 Euro Fahrtgeld angeblich nicht korrekt abgerechnet haben.

Zu den Verdächtigen zählt erneut auch der frühere FIFA-Referee Kempter, der bereits im Jahr 2009 wegen Steuerhinterziehung in mehreren Fällen zu einer Geldstrafe in Höhe von 23.750 Euro verurteilt worden war.

"Michael Kempter hat das transparent dargelegt und den Behörden gegenüber mit offenen Karten gespielt", sagte Kempter-Anwalt Christoph Schickhardt und bestätigte dem "Sport-Informations-Dienst", dass der Unparteiische erneut Bestandteil des Verfahrens sei. Zu einer Hausdurchsuchung bei Kempter sei es am Montag aber nicht gekommen.

Tatvorwurf der gewerbsmäßigen Steuerhinterziehung

Laut "Spiegel online"soll Kempter nach Angaben eines Ermittlers in der Saison 2009/2010 erneut Summen im "fünfstelligen Bereich" nicht korrekt abgeführt haben. Bei einer erneuten Verurteilung würde er sich möglicherweise dem Tatvorwurf der "gewerbsmäßigen Steuerhinterziehung" ausgesetzt sehen. Dies könnte unter Umständen sogar eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

Dass der pikante Sex-Skandal zwischen Kempter und Amerell in Zusammenhang mit der anonymen Anzeige steht, die zu den Hausdurchsuchungen am Montag führte, bestätigte Schickhardt am Dienstag. Amerell soll die Steuerbehörde in Augsburg informiert haben, woraufhin diese ihre Anfangsermittlungen auf knapp zwei Dutzend Personen aus dem Schiedsrichterwesen ausweitete. "Das Verhalten des Herrn Amerell ist einfach nur noch beschämend. Vielleicht versteht er sein Vorgehen selbst noch, sonst aber niemand mehr", sagte Schickhardt dem "Sport-Informations-Dienst".

Schutzsperren nicht möglich

Sollten sich die akuten Verdachtsmomente der Steuerfahndung nach den Hausdurchsuchungen bei einigen prominenten Referees und in der DFB-Zentrale am bestätigen, kann der Verband aber keine Schutzsperren gegen die Schiedsrichter aussprechen.

"Das ist kein Thema. Eine Schutzsperre kann nur dann zur Anwendung kommen, wenn es sich um mögliche Verfehlungen im Rahmen der konkreten Schiedsrichtertätigkeit handelt, also zum Beispiel ein Manipulationsverdacht im Raum steht. Für ein eventuelles Fehlverhalten im privaten Bereich greift eine solche Maßnahme nicht", erklärte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker am Dienstag.

DFB-Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel (Kyllburg) will jedoch erst einmal die weiteren Ermittlungen abwarten. "Es wäre jetzt zu früh, um Maßnahmen zu ergreifen, schließlich wissen wir nicht im Detail, was den Schiedsrichtern vorgeworfen wird", sagte Fandel dem "Express".

Verband drohen massive Probleme

Entscheidend wird bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I sein, in welcher Höhe Steuern von den Schiedsrichtern hinterzogen wurden. Laut Anwalt Schickhardt handelt es sich um "Kleinstbeträge." Dennoch rechnet er damit, dass sich die Ermittlungen "noch einige Monate" hinziehen werden.

Sollten die Referees verurteilt werden und dann als vorbestraft gelten, könnten nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" massive Probleme auf den Verband zurollen. Vor allem, wenn FIFA-Schiedsrichter betroffen sein sollten. Denn nach Paragraf 11 der FIFA-Statuten müssen Schiedsrichter ihre Vorstrafen offenlegen. Internationale Einsätze sind in diesem Falle jedoch unwahrscheinlich.

Image steht auf dem Spiel

DFB-Präsident Theo Zwanziger wollte sich am Dienstag auf Anfrage des "Sport-Informations-Dienst" noch nicht zu den aktuellen Vorkommnissen im deutschen Schiedsrichterwesen äußern.

Auch die Deutsche Fußball Liga hielt sich mit einer öffentlichen Bewertung der Steuer-Affäre zurück. Das könnte sich aber schon bald ändern, falls einige Schiedsrichter wegen einer Schutzsperre national und international vorerst nicht mehr eingesetzt werden können. Das Image des deutschen Fußballs steht aktuell auf dem Spiel.

Alles zum DFB-Team

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung