EM-Qualifikation als Experimentierfeld für Joachim Löw

Endlich auch ein Trendsetter

Von Für SPOX bei der Nationalmannschaft: Stefan Rommel
Montag, 05.09.2011 | 12:20 Uhr
Joachim Löw hat sich in den letzten Jahren ein Team nach seinen Vorstellungen zusammengestellt
© Getty
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Von jedem nur das Beste: Schritt für Schritt nähert sich Joachim Löw seiner Vorstellung von einer perfekten Mannschaft. Die EM-Qualifikation diente ihm dabei auch als Experimentierfeld - und hat der Bundesliga auch einen entscheidenden Ruck verpasst. Das Länderspiel gegen Polen (Di., 20.30 im LIVE-TICKER) stellt das nächste Testobjekt dar.

Seit mehr als zehn Jahren spielt Miroslav Klose jetzt für die deutsche Nationalmannschaft. Im März 2001 erzielte Klose gleich auch sein erstes Tor, ein Abstauber aus fünf Metern, den er auf den Knien sitzend per Kopf über die Linie drückte.

Ein typisch deutsches Tor in einem typisch deutschen Spiel für die damalige Zeit. Erst kurz vor Schluss erlöste Klose seine Mannschaft im Heimspiel gegen Albanien mit dem 2:1.

Als Miroslav Klose Freitagnacht in den Katakomben der Arena auf Schalke stand und über die Gründe für das 6:2 gegen Österreich referierte, schien diese Episode nicht nur erst zehn, sondern 50 Jahre entfernt.

Klose lobt DFB-Team in höchsten Tönen

"Das ist die beste deutsche Nationalmannschaft, in der ich bisher gespielt habe", sagte Klose anerkennend und stolz zugleich. "Vor vier, fünf Jahren hieß es noch: 'Wir haben keinen gescheiten Torwart, keine gescheiten Mittelfeldspieler, keinen Stürmer.' Und heute haben wir alles doppelt und dreifach besetzt. Selbst im Training kann man die Dynamik und Spielfreude der Jungs sehen."

Bei Kloses erstem großen Turnier 2002 in Japan und Südkorea spielte die deutsche Nationalmannschaft noch mit Libero und Manndeckung und mindestens sechs, eher sieben defensiv orientierten Spielern.

Deutschland als Trendsetter

Geblieben ist davon kaum etwas. Der Fußball hat sich rasant verändert. Aber anders als vielleicht noch in den 80er und 90er Jahren hechelt Deutschland der Entwicklung nicht mehr hinterher. Sondern ist ganz vorne mit dabei.

Nun ist es nicht so, dass Joachim Löw und seine Mannschaft einen neuen Trend nach dem anderen setzen. Aber der Bundestrainer verfolgt eine klare Linie, spätestens seit der EM 2008, die für ihn selbst ja noch eine Art Experimentierfeld war und wo er vorrangig auf den bloßen Erfolg angewiesen war, um nicht gleich wieder aus dem Amt zu fliegen.

Löw erweist sich dabei als ein Meister der Adaption. Er selektiert und bewertet die Spielarten des modernen Fußballs und bastelt sich im Laufe der Zeit immer mehr das Idealbild, das ihm schon von Beginn an vorschwebt.

"Es ist nicht mehr so, dass man einfach nur ein paar gute Spieler hat und der Rest sich fügt. Vielleicht ging das noch vor 30 Jahren. Heute sind die Automatismen, die Systematik von größerer Bedeutung", erklärt er in einem Interview mit der "Bild am Sonntag", worauf es ihm in erster Linie ankommt.

Joachim Löw: "Dominanz ausüben"

Bei der WM im letzten Jahr in Südafrika war Deutschland mit dem drittjüngsten Team aller Teilnehmer die Mannschaft, die am schnellsten von Abwehr- auf Angriffsmodus umschalten konnte. Das reichte unter anderem für zwei grandiose Siege in der K.o.-Runde gegen England und Argentinien.

Gegen die Spanier, die nach eigenem Ballverlust aber noch flinker wieder in ihre Grundordnung fanden, als Deutschland den Ball vortragen konnte, war dieses Rezept nahezu wirkungslos. Löw propagierte deshalb nach der WM, seine Mannschaft müsse ab sofort auch lernen, den Gegner über 90 Minuten druckvoll zu bespielen.

"Für mich ist wichtig zu sehen, dass wir in der Lage sind, gegen starke Teams wie Brasilien Dominanz auszuüben und attraktiv zu spielen", sagt der Bundestrainer.

Acht Siege in acht Spielen

Mit der optimalen Ausbeute von 24 Punkten aus acht Spielen und 28 erzielten Toren in der EM-Qualifikation bisher darf die Forderung als erfüllt angesehen werden. Zum ersten Mal überhaupt ist Deutschland auf dem Weg, eine Qualifikation ohne Verlustpunkt zu überstehen. Das mag für viele Außenstehende eine Marginalie sein - für Löw und die Mannschaft wäre es das Erreichen eines weiteren kleinen Etappenziels.

Ab sofort kann sich die Mannschaft auch positionieren, die Konkurrenz noch weiter beeindrucken. Löw spricht schon seit Monaten offensiv vom klar definierten Ziel, nächstes Jahr Europameister werden zu wollen. Und selbst die Leisetreter in der Mannschaft folgen ihm mit größter Überzeugung.

Deutschland hat sein Revier nach außen abgesteckt. Intern greift die Mannschaft jetzt die nächsten Ziele an. Löw hat jetzt schon zweimal ein abgeändertes System ausprobiert, mit relativ großem Erfolg.

DFB-Team nähert sich Spanien an

Das Reservoir an Spielern nötigt ihn geradezu, noch einen Tick offensiver spielen zu lassen. "Es ist wichtig, dass wir variabel spielen können. Das 4-2-3-1 ist auch gut - aber wenn man in der Zentrale mit Mario, Mesut und Toni drei so gute Spieler hat, dann ist auch das 4-1-4-1 für uns gut", sagt Klose.

Beinahe zwangsläufig wird damit der Gegner auch schon früher attackiert. Und wenn man jetzt Spanien als das große Leitbild nehmen mag, liegt darin noch einer der gravierenden Unterschiede zwischen dem amtierenden Welt- und Europameister und dem amtierenden WM-Dritten und Vize-Europameister.

Länderspiel gegen Polen: Wiese, Mertesacker und Götze von Beginn an

Wie keine andere Mannschaft auf der Welt verstehen es die Spanier, dem Gegner auch bei dessen Ballbesitz das eigene Spiel aufzuzwängen. Spanien hat sich in dieser Teildisziplin Anschauungsunterricht in der heimischen Liga genommen. Der FC Barcelona ist hier unerreicht und maßgebend für einen aggressiven Stil - den jetzt auch die deutsche Nationalmannschaft verinnerlichen will.

"Wir haben die ganze Woche über trainiert, so schnell wie möglich in Ballbesitz zu kommen", erklärte Klose. Die Balleroberung ist genauso wichtig wie das Offensivspiel. Hier entscheiden die ersten zehn, 15 Meter nach dem Ballverlust. Da müssen wir noch schneller hinter den Ball kommen, das müssen wir lernen. Ich bin froh, dass wir das als Mannschaft auch schon so gut umgesetzt haben."

Verbesserungspotenzial bei Standards

Erste gute Ansätze sind dabei schon zu erkennen. Wenngleich es bis hin zur Perfektion noch ein langer Weg ist: Kinderkrankheiten waren sowohl gegen Brasilien als auch Österreich nicht zu übersehen.

"Manchmal lassen wir uns noch zu weit auseinanderziehen. Das sind noch Kleinigkeiten. Aber selbst ein Gegner wie Österreich konnte uns dann auch weh tun", so Klose. Die richtige Mischung zwischen Abwehr- und Angriffsspiel ist noch nicht gefunden.

Ebenso wenig wie listige Variationen bei offensiven Standards oder das optimale Deckungsverhalten bei Defensiv-Standards. Hier bleibe "leider zu wenig Zeit, um Dinge einzustudieren", klagt Löw. Die muss er sich bis zum Turnierauftakt im kommenden Juni aber noch nehmen. Schließlich hat auch Spanien seine Mannschaft zuletzt durch einen handelsüblichen Eckstoß besiegt.

Bundesliga folgt Jugend-Trend

Immerhin, und das haben die letzten Monate zweifelsfrei bewiesen, hat die Nationalmannschaft für die eigene Liga dann doch noch einen Trend gesetzt: Die Liga beweist endlich auch Mut.

"Ich glaube, dass bei uns spätestens durch den Auftritt der Nationalmannschaft bei der WM 2010 ein Umdenken in vielen Vereinen eingetreten ist. In früheren Jahren wurden oft ältere, erfahrene Spieler aus dem Ausland gekauft. Deshalb war 2010 ein einschneidender Einschnitt im deutschen Fußball", sagt Löw.

"Wir haben erkannt: Wir haben gute deutsche, junge Spieler - aber wir müssen ihnen die Chance geben, das zu zeigen."

Die deutsche EM-Quali-Gruppe in der Übersicht

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