Testspiel: Deutschland - Italien 1:1

DFB-Elf knackt Italien erneut nicht

Von Christian Bernhard/Daniel Riedmüller
Mittwoch, 09.02.2011 | 22:51 Uhr
Miroslav Klose (M.) erzielte gegen Italien sein 59. Tor im DFB-Trikot
© Getty
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Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem 1:1-Unentschieden in Dortmund gegen Italien in das Fußball-Jahr 2011 gestartet. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw schaffte es dadurch nicht,  den ersten Sieg gegen die Azzurri seit 16 Jahren einzufahren.

Das DFB-Tor erzielte Miroslav Klose (16.), für den Bayern-Stürmer war es Treffer Nummer 59 für Deutschland. Italiens Ausgleichstreffer ging auf das Konto des eingewechselten Villarreal-Stürmers Giuseppe Rossi (81.).

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Löw schickt Aogo links hinten aufs Feld, neben Mertesacker verteidigt Badstuber. Davor spielt die WM-Stammaufstellung - keiner der fünf Dortmunder steht in der Startelf. Im Gegensatz zum letzten DFB-Auftritt in Schweden gleich neun Wechsel.

Italien beginnt mit Pazzini und Cassano im Sturm. Thiago Motta feiert so wie Innenverteidiger Ranocchia sein Debüt, Chiellini läuft als Linksverteidiger auf.

16., 1:0, Klose: Özil setzt Müller an der rechten Strafraumgrenze mit einem exzellentem Hackenpass in Szene. Der sieht den mitgelaufenen Klose, der den Ball an Buffon vorbei über die Linie drückt.

18.: Wieder ein Traumpass von Özil. Klose findet sich alleine vor Buffon wieder, der diesmal aber pariert.

38.: Chiellini enteilt Lahm auf der linken Seite und bringt den Ball zentral an die Strafraumgrenze zu De Rossi. Der fackelt nicht lange und nimmt den Ball volley, aber direkt auf Neuer.

66.: Tolle Parade von Neuer! Borriello schnappt sich nach einem langen Ball aus der Tiefe und schießt aus zehn Metern von der linken Seite aus spitzem Winkel. Neuer ist zur Stelle und klärt.

81., 1:1, Rossi: Rossi schaltet am schnellsten und nimmt einen Aquilani-Pass halbrechts an. Mertesacker und Hummels pennen und lassen den Italiener gewähren. Den ersten Ball pariert Neuer, der Nachschuss sitzt.

83.: Khedira setzt sich wunderbar auf links durch und zieht von der Strafraumkante flach ab. Buffon ist unten und hat den Ball.

Fazit: Deutschland hatte das Spiel lange im Griff, verpasste es aber konsequenter auf das zweite Tor zu spielen. Das bestraften die Azzurri spät.

Der Star des Spiels: Holger Badstuber. Der junge Bayern-Innenverteidiger ging von Beginn an äußerst engagiert zu Werke und legte ein sehr gutes Zweikampfverhalten an den Tag. Ging auch überraschend hart, aber meist fair in den Mann. Ein ungemütlicher Gegenspieler für alle vier italienischen Angreifer. Ebenfalls stark: Neuer, der gewohnt sichere Rückhalt im Tor.

Der Flop des Spiels: Thiago Motta. Der gebürtige Brasilianer feierte sein Debüt im Dress der Azzurri und verursachte bereits nach wenigen Augenblicken fast einen Elfmeter, als er Badstuber fast schon in Ringer-Manier im Strafraum umklammerte. Offenbarte einige technische Fehler und schaffte es - anders als bei Inter Mailand - nicht, sich mit seinen gefährlichen Vorstößen in Szene zu setzen. Wurde nach 63 Minuten für Aquilani ausgewechselt.

Der Schiedsricher: Eric Braamhaar. Der Niederländer hätte schon gleich zu Beginn Elfmeter für Deutschland geben können, als Thiago Motta Badstuber bei einem Eckball heftig umklammerte. Auf der anderen Seite gab es ebenfalls zwei strittige Szenen: Mertesacker gegen Pazzini und vor allen Dingen gegen Cassano. Besonders die zweite Szene war elfmeterreif.

Analyse: Deutschland startete mit viel Ballbesitz und machte das Spiel über die Flügel breit. Özil war viel unterwegs und holte sich auch hinten einige Bälle. Als Italien dann etwas besser ins Spiel kam, schlug die DFB-Elf mit der herrlichen Kombination Özil, Müller, Klose zu.

Sobald Deutschland aufs Tempo drückte und direkt spielte, hatte die neuformierte Abwehr der Azzurri große Probleme - auch, weil bei den Gästen beim Umschalten oft ein großes Loch zwischen Defensive und Offensive klaffte. Müller und Özil waren aber die einzigen Deutschen, die Tempo ins Spiel brachten. Außerdem störte der schlechte Rasen oft die Kombinationsfreude.

Gegen Ende der ersten Halbzeit kamen die Italiener etwas besser ins Spiel. Vor allen Dingen Cassano bereitete Mertesacker und Co. mit seiner immensen Ballsicherheit immer wieder Probleme - blieb dann aber zusammen mit Pazzini zur Halbzeit in der Kabine.

Nach den vielen Wechseln in der zweiten Halbzeit nahm das Tempo stark ab. Die DFB-Elf ging weniger Risiko und verzichtete fast gänzlich auf Forechecking. Erst 40 Meter vor dem eigenen Tor griffen Löws Spieler an. Özil ließ noch ein paar Mal seine Klasse aufblitzen, Chancen waren aber auf beiden Seiten Mangelware - bis der eingewechselte Rossi doch noch zuschlug, als die deutsche Defensive nach einem hohen Ball zu unkonzentriert  zu Werke ging.

Deutschland - Italien: Daten und Fakten zum Spiel

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