DFB-Sportdirektor Matthias Sammer im Interview

Sammer: "Vorsicht vor dem Jugendwahn"

Von Interview: Daniel Reimann
Montag, 15.11.2010 | 11:45 Uhr
DFB-Sportdirektor Matthias Sammer bei seiner Rede im Landheim Schondorf (bei München)
© spox
Advertisement
International Champions Cup
Di13:35
Der Härtetest für den FC Bayern München
Super Liga
SoLive
Roter Stern -
Radnicki
Serie A
SoLive
Fluminense -
Corinthians
International Champions Cup
So23:05
Real Madrid -
Man United
Serie A
Mo00:00
Atletico Mineiro -
Vasco Da Gama
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
Serie A
Do02:45
Santos -
Flamengo
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby
J1 League
Sa12:00
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Sa13:30
Celtic -
Hearts
Championship
Sa16:00
Fulham -
Norwich
Ligue 1
Sa17:00
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Sa18:30
Tottenham -
Juventus
Championship
Sa18:30
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Sa20:00
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Sa20:00
Montpellier -
Caen
Ligue 1
Sa20:00
Troyes -
Rennes

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer spricht im Interview mit SPOX über die Zusammenarbeit mit den Bundesliga-Vereinen, die Shootingstars aus Mainz und Dortmund und die Leiden seines Ex-Klubs VfB Stuttgart. Außerdem erklärt Sammer, weshalb sich Mehmet Ekici für die Türkei entschieden hat - und legt Wert auf einen gesunden Altersschnitt auf den deutschen Trainerbänken.

Im Landheim Schondorf, einem angesehenen Internat in der Nähe von München, hielt DFB-Sportdirektor Matthias Sammer eine Rede mit dem Titel: "Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung für unsere jungen Fußballer." SPOX traf den Europameister von 1996 und Meistertrainer vor Ort.

SPOX: Herr Sammer, Sie sprachen gerade als DFB-Sportdirektor über das Thema Persönlichkeitsentwicklung bei jungen Spielern. Versuchen Sie, diese Philosophie auch Bundesliga-Teams näher zu bringen?

Matthias Sammer: Selbstverständlich. Wir kommunizieren viel mit den Leistungszentren und den jeweiligen Nachwuchsbereichen der Vereine. Als DFB-Sportdirektor bin ich für die gesamte Nachwuchs- und Eliteförderung mitverantwortlich. Die bisherige Struktur in den Nachwuchszentren ist in meinen Augen noch nicht optimal, aber wir tauschen uns aus und versuchen, unsere Philosophie weiter zu transportieren, um gemeinsam für die Talente beste Bedingungen zu schaffen.

SPOX: Auf welches Bundesliga-Team würden die angesprochenen Werte wie Anspruchsdenken, Teamgeist, Leidenschaft und Identifikation am besten zutreffen? Wären Mainz und Dortmund passende Beispiele?

Sammer: Ja, durchaus. Der Mainzer Erfolg ist ein gutes Thema, auch Dortmund ist unheimlich stark. Man muss anerkennen, dass diese Mannschaft zur Zeit einen guten Fußball spielt. Aber die entscheidende Phase der Saison kommt noch, dann geht es um Nervenstärke. Und die Meisterschaft ist ein Marathon-Lauf, wir befinden uns erst bei Kilometer zwölf.

SPOX: Mainz hängt im Augenblick etwas durch, aber in der U 21 überragten zuletzt Tuchels Shootingstars. Im letzten Spiel, beim 2:1 gegen die Ukraine, traf Andre Schürrle doppelt, Lewis Holtby bereitete ein Tor vor und machte ein klasse Spiel.

Sammer: Schürrle hat zwar gegen die Ukraine die beiden Tore gemacht. Aber überragend war in dem Spiel Lewis Holtby. Von seiner tollen Partie hat dann auch Schürrle profitiert. Fakt ist, dass die beiden den Unterschied ausgemacht haben.

SPOX: Bundestrainer Joachim Löw hat nun beide in die Nationalmannschaft berufen...

Sammer: Es ist unser Ziel, dass U-21-Nationalspieler dauerhaft den Sprung in die A-Nationalmannschaft schaffen. Aber man darf auch eines nicht außer Acht lassen: Sie müssten dort an Leuten wie Mesut Özil, Marko Marin, Thomas Müller oder Toni Kroos vorbei. Sich konstant in der Nationalmannschaft zu behaupten, ist mittlerweile nicht so einfach.

SPOX: Stichwort deutsche U 21: Mehmet Ekici ließ im SPOX-Interview verlauten, dass ihn Guus Hiddink gerne in der türkischen Nationalelf sehen würde. Vom DFB kam laut Ekici zu diesem Zeitpunkt aber noch kein Signal in diese Richtung. Nun hat sich der Nürnberger für die Türkei entschieden

Sammer: In unserer Situation können wir Mehmet Ekici mit der A-Nationalmannschaft nicht konfrontieren. Das wäre vollkommen unrealistisch. Wir müssen darauf achten, dass die jeweiligen Trainer sehr realistisch mit den Spielern umgehen und ihnen dementsprechend immer ihre Perspektive aufzeigen. Natürlich kommt der Spieler ins Grübeln, wenn plötzlich eine andere A-Nationalmannschaft lockt. Aber deswegen werden wir die Spieler nicht hier festhalten oder ihnen irgendeinen Unsinn erzählen.

SPOX: Zurück zur Bundesliga: Auch Sie wurden nach der Entlassung von Christian Gross mit dem VfB Stuttgart in Verbindung gebracht. Wie besorgt verfolgen Sie die Lage bei Ihrem Ex-Klub?

Sammer: Ich weiß um die Substanz dieses Vereins. Der Klub darf die Situation nicht unterschätzen, das ist aber auch nicht der Fall. Man muss fairerweise sagen, dass die Teams in der Tabelle alle sehr eng beieinander stehen. Ich glaube, dass der Abstieg noch ein, zwei Vereine treffen wird, die jetzt noch überhaupt nicht damit rechnen. Damit meine ich allerdings nicht den VfB.

SPOX: Etwa Schalke 04?

Sammer: Nein, die auch nicht.

SPOX: Mit Jens Keller wurde kein neuer Star-Coach verpflichtet, sondern der Co-Trainer befördert. Nach seinem holprigen Start beim VfB: Trauen Sie ihm zu, die Wende in Stuttgart noch zu schaffen?

Sammer: Ja, warum nicht?! Entscheidend ist doch die Struktur innerhalb des Vereins, dass der Trainer das Vertrauen des Vorstands spürt und dass er einen guten Start hat. Das ist ihm auf jeden Fall zuzutrauen.

SPOX: Als möglicher Nachfolger wurde auch Christoph Daum gehandelt...

Sammer: Ich habe unter Daum von 1990 bis 1992 beim VfB Stuttgart gespielt, da war er ein überragender Coach. Aktuell kann ich nicht einschätzen, inwieweit dieser Job für Daum interessant ist.

SPOX: Etabliert sich mit jungen Typen wie Thomas Tuchel, Jürgen Klopp und Co. nicht ohnehin eine neue Trainer-Generation?

Sammer: Nein, diese Diskussion hatten wir auch schon 2006. Wir brauchen eine gute Mischung und die haben wir. Routinierte, erfahrene Trainer, dazwischen ein paar im mittleren Alter wie Armin Veh und Thomas Schaaf und dazu eben ein paar junge Trainer. Aber Vorsicht vor dem Jugendwahn! Die richtige Mischung macht's!

Theo Zwanziger schließt Sammer-Rücktritt aus

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung