Samstag, 04.09.2010

DFB-Team: Bundestrainer Joachim Löw im Interview

Löw: "Mannschaft hat guten Spirit bewiesen"

Bundestrainer Joachim Löw spricht über den 1:0-Sieg gegen Belgien zum Auftakt in die EM-Qualifikation, den übrig gebliebenen WM-Schwung und das Engagement der deutschen Mannschaft.

Seit 2006 ist Joachim Löw Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft
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Seit 2006 ist Joachim Löw Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft

Die deutsche Nationalmannschaft ist mit ihrem 1:0-Sieg in Belgien erfolgreich in die EM-Qualifikation gestartet. Bundestrainer Joachim Löw spricht über die kurze Trainingsphase, die Leistungen von Holger Badstuber und Marcell Jansen und die Vorfreude auf das Spiel in Köln.

Frage: Wie bewerten Sie das 1:0 in Belgien zum Start in die EM-Qualifikation?

Joachim Löw: Wichtig war, dass wir zum Auftakt gewonnen haben. Denn bei einem längeren Wettbewerb, der einem Marathon gleicht, rennt man sonst den Punkten hinterher. Ich habe die Belgier so gut erwartet, sie waren hochmotiviert. Gut gefallen hat mir, dass die Mannschaft einen guten Spirit bewiesen hat.

Frage: In der Anfangsformation standen elf WM-Fahrer. Konnten diese den WM-Schwung in die Qualifikation transportieren?

Löw: Man konnte nicht erwarten, dass nach dieser WM, die sehr viel Substanz gekostet hat, schon alles passt und klappt. In puncto Laufarbeit und Einstellung habe ich aber ein totales Engagement von meiner Mannschaft erwartet - und das hat sie gezeigt. Fußballerisch lief über 90 Minuten noch nicht alles rund und flüssig. Wichtig war aber, dass wir ruhig, seriös und sachlich spielen und unsere Möglichkeiten nutzen. Das haben wir getan. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit enorm gesteigert und viel besser das Spiel kontrolliert. Es war wichtig, in Belgien zu gewinnen, da werden andere Mannschaften noch Punkte lassen. Belgien spielt für mich in unserer Gruppe nach wie vor eine starke Rolle.

Belgien - Deutschland: Die besten Bilder
Belgien - Deutschland 0:1: Das DFB-Team startete in Brüssel die EM-Qualifikation - und erfüllte ihre Pflicht standesgemäß
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Dennoch war es das erwartet harte Stück Arbeit. Hier Schweinsteiger mit dem hohen Fuß gegen Vertonghen
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Der Belgier ging ausreichend plakativ zu Boden: Schiri Terje Hauge zeigt Gelb - und Schweinsteiger ist stocksauer
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Achtung, Wischmob von hinten! Belgiens Fellaini attackiert Schweinsteiger im Mittelfeld
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Der Neu-Madrilene Özil hatte einen schweren Stand gegen viele belgische Abwehrbeine
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Bundestrainer Löw hatte anfangs nicht die beste Laune. Die Mannschaft brauchte eine Weile, um ins Spiel zu finden
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Logan Bailly (M'gladbach) im Tor der Belgier zeichnete sich in der ein oder anderen Szene gut aus
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Die Erlösung brachte Miroslav Klose, der in der 51. Minute mit seinem 53. Länderspieltor den Siegtreffer erzielte
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Zur Belohung gab's eine schöne Jubeltraube - Deutschland startet mit wichtigen drei Punkten in die EM-Qualifikation
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Zur Belohung gab's eine schöne Jubeltraube - Deutschland startet mit wichtigen drei Punkten in die EM-Qualifikation
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Frage: Woran hapert es denn noch bei Ihrer Mannschaft?

Löw: Nach gerade mal vier Wochen Training sind die Spieler noch nicht auf ihrem Leistungszenit und auch körperlich noch nicht auf der Höhe. Da muss man derzeit noch einige Abstriche machen. Aber wir haben streckenweise schon sehr gut gespielt und wissen, dass wir es noch besser können.

Frage: In der Abwehr mussten Sie wegen der Verletzungen von Arne Friedrich und Jerome Boateng umstellen. Wie waren Sie mit Holger Badstuber und Marcell Jansen, die dafür in die Viererkette rutschten, zufrieden?

Löw: Marcell Jansen musste ja leider aus Vorsichtsgründen in der Halbzeit raus. Beide haben ihre Sache aber gut gemacht. Badstuber spielt wie auch bei den Bayern sehr sachlich und hat einfach ein gutes Stellungsspiel. Mir gefällt die Art, wie er spielt. Von daher hat er gute Perspektiven, aber er braucht in der Nationalmannschaft noch das eine oder andere Spiel.

Frage: Was erwarten Sie am Dienstag gegen Aserbaidschan im ersten Heimspiel Ihrer Mannschaft nach der WM?

Löw: In Köln spielen wir immer gerne, weil uns dort die Zuschauer toll unterstützen. Generell freut man sich, wenn man nach langer Zeit mal wieder in der Heimat vor den eigenen Fans spielt. Das wird aber ein ganz anderes Spiel, weil wir gegen eine Mannschaft anrennen müssen, die nur hinten drin steht. Wir wollen möglichst ein frühes Tor machen, um den Bann zu brechen.

Nachbericht zum Belgien-Spiel: Der gewachsene Sieg


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