Einzelkritik: Dänemark - Deutschland 2:2

Tim Wiese: Nobody is perfect

Von Für SPOX in Kopenhagen: Stefan Rommel
Mittwoch, 11.08.2010 | 23:00 Uhr
Tim Wiese: Starke Leistung, die durch einen Fehler getrübt wurde
© Getty
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Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem Remis in die neue Länderspiel-Saison gestartet. Rund einen Monat nach dem Sieg im Spiel um Platz drei bei der WM gegen Uruguay kam die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw gegen Dänemark zu einem 2:2 (1:0).

Vor nur 19.071 Zuschauern im Parken Stadion in Kopenhagen erzielten Mario Gomez (19.) und Patrick Helmes (73.) die Tore für die deutsche Rumpfelf. Dennis Rommedahl in seinem 100. Länderspiel (74.) und Mads Junker (87.) trafen für die Gastgeber.

Neben den Torschützen konnten im deutschen Team auch noch Torhüter Tim Wiese trotz eines groben Patzers beim Ausgleich, Christian Gentner und Toni Kroos überzeugen. Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik.

Tim Wiese: Durfte endlich mal ein Spiel über die komplette Spielzeit im Tor stehen. In der ersten Halbzeit zweimal gegen Rommedahl auf dem Posten. Bis kurz vor Schluss mit einer überragenden Leistung - ehe er bei einem langen Ball an die Sechzehnergrenze die Brust zur Abwehr nahm, dabei den Ball genau vor Junkers Füße vorlegte und so das 2:2 ermöglichte. Machte sich so ein perfektes Länderspiel noch kaputt. Note 2

Andreas Beck: Zögerlicher Beginn rechts in der Viererkette. Steigerte sich im Zusammenspiel mit Träsch aber immer mehr. Von der rechten Seite gingen deutlich mehr Impulse aus als von gegenüber. In der zweiten Halbzeit aber bis zu seiner Auswechslung fast nur noch in der Defensive gefordert. Note 3

Jerome Boateng: Sehr viele kleine Unachtsamkeiten in der Anfangsphase, wie bei Aggers Kopfball oder beim Ballverlust, der durch Eriksens Freistoß beinahe zum 1:0 geführt hätte. Danach sicherer - bis zu Pedersens Chance, als er sich ein paar Meter rauslocken ließ und der Däne ihn im Rücken entwischte. Note 4

Serdar Tasci: Wie Boateng mit einem fahrigen Beginn und einem Stockfehler im eigenen Sechzehner. Fand nur langsam zu seinem Spiel, dann aber ohne größere Fehler. Beschränkte sich jedoch auf seine Defensivaufgaben. Hatte kaum die Kapitänsbinde um, als ihm ein katastrophaler Fehlpass vor dem 1:2 direkt in die Beine von Rommedahl unterlief. Note 4

Marcel Schäfer: Kein guter Auftritt des Wolfsburgers. Das Zusammenspiel mit Marin fand kaum statt, sein Anlaufen bei eigenem Ballbesitz war schlecht abgestimmt. Dazu in der Defensive nicht aufmerksam genug, ließ sich von Rommedahl und Thomsen überlaufen. Seine beste Chance war ein Distanzschuss kurz nach der Pause. Note 4

Christian Gentner: Schleppender Beginn, dann aber immer besser. Stark in der Antizipation und im Zweikampf, mit einigen guten Ballgewinnen im Zentrum. Offensiv aber zunächst nicht so auffällig. Das änderte sich in der zweiten Halbzeit, als Gentner der Initiator vieler Angriffe war und Kroos und Hitzlsperger viel Arbeit abnahm. Toller Pass auf Helmes vor dessen 0:2. Note 2

Thomas Hitzlsperger: War um Ordnung bemüht, ließ Eriksen und Kvist Jörgensen aber ein paar Mal in seinem Rücken ohne Begleitschutz auf die Viererkette zulaufen. Hin und wieder war die fehlende Spielpraxis offensichtlich. Der Pass vor dem 0:1 war halb Zufall, halb gewollt. Eine sachliche Leistung, die für Hitzlsperger nach einem schlimmen Jahr immerhin berechtigten Grund zur Hoffnung gibt. Note 3

Christian Träsch: Wieder mal die Arbeitsbiene im deutschen Team, und das auf ungewohnter Position im rechten offensiven Mittelfeld. Mit ein paar sehr flotten Antritten in der Offensive und aggressivem Zweikampfverhalten defensiv. Der Stuttgarter wirkt zehn Tage vor dem Liga-Start schon erstaunlich austrainiert und spritzig. Note 3

Toni Kroos: War zu Beginn gar nicht zu sehen, wurde aber mit zunehmender Spieldauer zur erhofften Anspielstation. Mit guten Tempowechseln und Spielverlagerungen, aber beim letzten Pass in die Tiefe zu oft zu ungenau. Tauchte in der zweiten Halbzeit aber immer mehr ab und bestimmte das Spiel nicht mehr so wie über weite Strecken der ersten Halbzeit. Am Ende war kaum noch was von ihm zu sehen. Note 3


Marko Marin: Ein paar schöne, aber uneffektive Dribblings und eine überschaubare Anzahl an Ballkontakten prägten seinen Auftritt. Bekam von Schäfer aber auch nicht die erwünschte Unterstützung. Immerhin versuchte er es einige Male. In der 56. Minute war dann Schluss. Note 4

Mario Gomez: Gedankenschnell und kalt bei seinem Tor (19.), aber ohne den nötigen Zug bei der Konterchance nach 30 Minuten, als er zu zögerlich ins Eins-gegen-Eins mit Agger ging. Trotzdem: Gomez zeigte eine andere Körpersprache als zuletzt, hatte deutlich mehr Selbstvertrauen und immer mal wieder im Ansatz sehr gute Szenen. Die dicke Chance kurz vor Schluss alleine vor Sörensen muss er aber machen. Note 2

Sascha Riether: Kam in der 56. Minute zu seinem Debüt im Nationaldress und ersetzte Beck auf der rechten Abwehrseite. Fügte sich ohne größere Reibungsverluste ein, hatte aber auch wenige auffällige Szenen. Note 3

Aaron Hunt: Ebenfalls nach 56 Minuten eingewechselt und von Löw im linken offensiven Mittelfeld platziert. War gleich hellwach und nagelte einen Schuss ansatzlos aus über 20 Metern an den Pfosten. Wirkte sehr agil und spielfreudig - leider wollte besonders in der Schlussphase niemand mehr mit ihm spielen. Note 3

Patrick Helmes: Kam nach 66 Minuten und brauchte einen Torschuss, um gleich jubeln zu dürfen. Danach aber bei einem sehr erfolgversprechenden Konter mit einem schlampigen Abspiel auf Hunt, das Löw in Rage brachte. Kurz vor dem Ende bei einem Konter zu eigensinnig, als er aus spitzem Winkel verzog, anstatt auf Gomez in die Spitze zu passen. Note 3

Christian Schulz: Durfte noch zwölf Minuten an Stelle von Boateng in der Innenverteidigung ran. Fiel dort aber nicht mehr groß auf. Keine Bewertung

Dänemark - Deutschland

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