Argentinien vs. Deutschland: Die Duelle

Nicht nur auf die Haare achten!

Von Andreas Lehner
Freitag, 02.07.2010 | 08:00 Uhr
Lionel Messi (l.) und Mesut Özil sind die Technik-Künstler der beiden Teams
© Imago
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Die Neuauflage des WM-Viertelfinals 2006 zwischen Argentinien und Deutschland (Sa., 15.45 Uhr im LIVE-TICKER und auf Sky) lässt sich bequem in Einzelteile zerlegen. Wo liegen die Schlüssel zum Sieg? Wie stoppt man Lionel Messi? Wo ist die Elf von Diego Maradona verwundbar? Auf den ersten Blick besteht die Albiceleste vor allem aus Innenverteidigern, Maradonas Lieblingen und einer Schwachstelle aus München.

 

Manuel Neuer vs. Sergio Romero

Ein Duell auf Augenhöhe zweier zukünftiger Weltklasse-Torhüter. Neuer ist 24 Jahre alt, Romero 23. Neuer 1,90 Meter groß, Romero 1,91 Meter. Beide sind moderne Keeper, die mit schnellen, wuchtigen Abwürfen und präzisen Abschlägen das Spiel eröffnen können. Neuer überzeugte gegen England mit sensationellen Reflexen auf der Linie, leistete sich aber auch einen Blindflug vor dem 1:2.

Romero hatte in diesem Turnier bisher nur wenig Gelegenheiten sich auszuzeichnen, dafür dominierte Argentinien seine Gegner zu sehr. Sah bei Mexikos Fernschüssen aber unsicher aus. Während Neuer noch etwas bubenhaft daherkommt und seine Haare wahrscheinlich schon in der Grundschule so trug, hat sich Romero, der "el Chiquito" (der Kleine) genannt wird, eine gepflegte Demichelis-Matte zugelegt, die ihn älter und aggressiver aussehen lässt.

 

P. Mertesacker / A. Friedrich vs. Carlos Tevez / G. Higuain

Sechs der zehn argentinischen Tore haben Tevez und Higuain geschossen, es kommt also richtig Arbeit auf das deutsche Innenverteidiger-Duo zu. Wie Romero trägt zwar auch Tevez die Haare lang, macht sich aber nichts draus. Er ist der Hans Dampf in allen Gassen. "El Apache" lässt sich ins Mittelfeld fallen, weicht auf die Flügel aus und erledigt auch ab und an die Defensivarbeit, für die eigentlich Messi zuständig wäre.

Maradona hat den Mann aus dem Buenos-Aires-Vorort Fuerte Apache ins Herz geschlossen und bezeichnete ihn schon vor dem Turnier als "Held des Volkes". Da er meistens über halblinks angreift, wird es Argentiniens Ziel sein, ihn in Eins-gegen-eins-Duelle mit Mertesacker zu verwickeln. Da hat Tevez deutliche Geschwindigkeitsvorteile.

Higuains Aktionsradius ist da schon wesentlich geringer, was ihn aber nicht minder gefährlich macht. Auch wenn er ab und an mal auf der Außenbahn auftaucht, ist sein Betätigungsfeld der Strafraum.

Wurde bei seinem Klub Real Madrid schon als Chancentod verteufelt, dann als bester Stürmer der Welt gefeiert. Hat bei der WM schon beide Seiten gezeigt. Ihn komplett aus dem Spiel zu nehmen, ist auch für den zuletzt überragenden Friedrich kaum möglich, weil Higuain auch klassische Abstauber-Tore macht und da steht, wo ein Stürmer stehen muss. "La Pipita" (das Pfeifchen) hat gute Erfahrungen mit Deutschland, erzielte beim Test im März das 1:0-Siegtor in München.

 

P. Lahm / Thomas Müller vs. Gabriel Heinze / Angel Di Maria

Müller wurde im März von Maradona auf der Pressekonferenz nach dem Spiel noch für einen Balljungen gehalten, hat jetzt aber die Chance, sich für immer in Diegos Gedächtnis zu brennen. Müller gab bei der Niederlage gegen Argentinien sein Länderspieldebüt und wurde von Heinze gleich mal eingenordet. Löw sollte seinem "Spieler zwischen den Linien" (Bayern-Trainer van Gaal) diesmal wieder die Freiheit geben, sich überall auf dem Platz rumzutreiben und in die Räume zu stechen.

Heinze ist im direkten Duell schwer zu bespielen, weil mit allen Wassern gewaschen. Der Sohn eines Deutschen und einer Italienerin langt gerne hin - auch mal gegen einen Kameramann, wenn's sein muss. Am Angriffsspiel ist der Außenverteidiger - ebenso wie sein Gegenüber Otamendi - so gut wie nie beteiligt. In Maradonas System sind Verteidiger auch zum Verteidigen da. Nur bei Standards tauchen sie vorne auf. Als Kopfballspieler ist Heinze - siehe Siegtor gegen Nigeria - brandgefährlich.

Lahm wird wieder die Aufgabe zukommen, Müller und die rechte Seite gegen den zu Real Madrid wechselnden Di Maria abzusichern, falls dieser überhaupt aufläuft. Di Maria, der aufgrund seines schlaksigen Körpers auch "el Fideo" (die Nudel) genannt wird, läuft bei dieser WM noch den Erwartungen hinterher.

Deshalb überlegt Maradona, Jonas Gutierrez auf die linke Außenbahn zu stellen. Der fiel als Rechtsverteidiger bei diesem Turnier durch, war beim Testspiel in München als Mittelfeldspieler von Lahm aber überhaupt nicht zu stoppen. Während Lahm und Di Maria körperlich in derselben Liga spielen, wirkt "el Galgo" (der Windhund) wie ein Bodybuilder - mit Demichelis-Matte.

Weiter zu Teil 2: Wie stoppt man Lionel Messi?

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