Steigende Titelchancen bei Sieg gegen Serbien

SID
Donnerstag, 17.06.2010 | 14:11 Uhr
Ein Sieg von Joachim Löw's Elf gegen Serbien könnte ein gutes Omen sein
© Getty
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Ein Sieg gegen Serbien könnte für die Löw-Elf ein gutes Omen sein. Schon vor den Titelgewinnen '54, '74 und '90 bezwang die deutsche Auswahl das damalige Jugoslawien.

Das WM-Vorrundenduell am Freitag kann sich für den dreimaligen Weltmeister als gutes Omen erweisen: Zum ersten Mal trifft die deutsche Nationalmannschaft am Freitag bei einer WM auf Serbien. Gegen kein Volk hat die DFB-Auswahl allerdings mehr WM-Spiele bestritten. Die Serben waren bis zur Selbstständigkeit 1992 wesentlicher Bestandteil des Vielvölkerstaates Jugoslawien - und gegen Jugoslawien gab es bei WM-Endrunden schon sechs Spiele, was Rekord in der DFB-Geschichte bedeutet.

Sollte das Team von Bundestrainer Joachim Löw gegen Serbien gewinnen, ist dies auf jeden Fall ein gutes Omen. Denn bei den bisherigen drei WM-Titeln der deutschen Mannschaft 1954, 1974 und 1990 wurde zuvor im Turnierverlauf Jugoslawien bezwungen.

Schwache Leistung vor dem Wunder von Bern

1954 gewann die Mannschaft von Bundestrainer Sepp Herberger im Viertelfinale 2:0 gegen Jugoslawien mit dem späteren Bayern-München-Coach und Kölner Trainer Tschik Cajkovski. Am 27. Juni 1954 in Genf trafen damals die späteren Weltmeister auf die selbsternannten. Trotz einer schwachen Leistung konnten Fritz Walter und Co. den Favoriten in die Knie zwingen.

Der spätere Schalker Trainer Ivica Horvath köpfte Horst Eckels Flanke in der zehnten Minute ins eigene Tor und schürte nur die Wut der Jugoslawen. Die trafen zwar Latte und Pfosten, aber nie ins Tor, da der deutsche Torwart Toni Turek über sich hinauswuchs.

Der zweite Held in der deutschen Mannschaft war Helmut Rahn, der sein WM-Debüt gab und Herberger zuvor vollmundig ein Tor versprochen hatte. Als das auf sich warten ließ, ging Herberger an den Spielfeldrand und rief hinein: "Ei Helmut, wo bleibt denn Dein Tor?"

Rahn ließ sich nicht lange bitten und zog vier Minuten vor Schluss aus 16 Metern ab - und der Ball schlug im Winkel ein. Das war die Entscheidung und der Endstand zugleich. Deutsche Anhänger trugen die glücklichen Sieger vom Platz. Im Finale erlebten die deutschen Fans dann bekanntlich beim 3:2 gegen Ungarn das Wunder von Bern mit dem zweifachen Torschützen Helmut Rahn.

Breitner und Müller treffen 1974

1974 trafen Deutschland und Jugoslawien im ersten Spiel der der neuartigen Zwischenrunde aufeinander. Nach der heftigen Kritik im Anschluss an das 0:1 gegen die DDR hatten sich die Gastgeber um Kapitän Franz Beckenbauer viel vorgenommen. In Düsseldorf stand eine Elf mit neuer Auf- und Einstellung auf dem Platz.

Sie eroberte die Herzen des Publikums gegen an diesem Tag schwache Jugoslawen. Verteidiger Paul Breitner glückte mit einem abgefälschten Schuss aus 20 Metern das 1:0, und in der 78. Minute erhöhte Gerd Müller in unnachahmlicher Manier auf 2:0 für das Team von Bundestrainer Helmut Schön. Im WM-Finale schlug Deutschland anschließend die Niederlande 2:1, wobei Gerd Müller in München der Siegtreffer glückte.

1990 bestritt die DFB-Auswahl in Italien ihr Auftaktspiel gegen Jugoslawien und feierte am 10. Juni in Mailand einen ähnlich traumhaften Turnierstart wie die DFB-Auswahl beim 4:0 gegen Australien in Südafrika. Lothar Matthäus bestritt sein 75. und bestes Länderspiel und eröffnete den Torreigen, Jürgen Klinsmann erhöhte per Kopf noch vor der Pause. Als Jugoslawiens Abwehrchef Jovic auf 1:2 verkürzte, dauerte es nicht lange, ehe der alte Abstand wieder hergestellt war. Matthäus startete aus der eigenen Hälfte ein Solo und schoss trocken zum 3:1 ein.

4:1 auf dem Weg zum Triumph von Rom

Das war die Entscheidung, aber noch nicht der Endstand. In der 73. Minute führte eine Co-Produktion von Andreas Brehme und Rudi Völler, der den Ball letztlich über die Linie drückte, zum 4:1. Für die Mannschaft von Teamchef Franz Beckenbauer war dies die Initialzündung für den großen Triumph von Rom war, den Andreas Brehme im Finale mit einem verwandelten Foulelfmeter zum 1:0 gegen Argentinien perfekt machte.

1958 gewann Deutschland bei der WM in Schweden im Viertelfinale 1:0 gegen Jugoslawien, unterlag anschließend aber im Halbfinale 1:3 gegen die Gastgeber. Vier Jahre später in Chile unterlag die DFB-Auswahl im Viertelfinale Jugoslawien 0:1. 1998 bei der WM in Frankreich lag das Team des damaligen Bundestrainers Berti Vogts im zweiten Vorrundenspiel gegen die Jugoslawen bis zur 74. Minute schon 0:2 zurück, ehe Michael Tarnat und Oliver Bierhoff noch für den 2:2-Endstand sorgten. In diesem Spiel hatte der damals 37-jährige Lothar Matthäus sein Comeback gegeben.

Doch die Freude über den Ausgleich fiel damals sehr verhalten aus, als bekannt wurde, welchen Schaden deutsche Hooligans an diesem 21. Juni 1998 angerichtet hatten. Sie schlugen den französischen Polizisten Daniel Nivel ins Koma. Der DFB rief später eine Stiftung zugunsten des körperlich nach wie vor unter den Attacken leidenden Polizisten ins Leben. Deutschland schied übrigens im Viertelfinale gegen Kroatien (0:3) sang- und klanglos aus.

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