DFB-Team

Druck gegen Ghana? "Das ist Normalität"

SID
Dienstag, 22.06.2010 | 14:25 Uhr
Teampsychologe Hans-Dieter Hermann ist überzeugt, dass das DFB-Team dem Druck gewachsen ist
© sid
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DFB-Teampsychologe Hans-Dieter Hermann erwartet, dass die junge deutsche Nationalmannschaft der mentalen Belastung im entscheidenden Gruppenspiel gegen Ghana standhalten wird.

Kapitän Philipp Lahm spricht vom "ganz besonderen Druck", Arne Friedrich sogar von einer "gefährlichen Situation".

Die psychische Belastung vor dem Gruppenfinale gegen Ghana ist gewaltig, doch ein Fall für die Couch sind die deutschen Nationalspieler deshalb noch lange nicht. "Die Mannschaft ist von der Psyche her nicht labil", betont Bundestrainer Joachim Löw vor dem Gruppenfinale am Mittwoch (20.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY) in Johannesburg.

Auch der Experte sieht dem dritten und letzten Vorrundenspiel gelassen entgegen. DFB-Teampsychologe Hans-Dieter Hermann ist fest davon überzeugt, dass die deutsche Mannschaft der mentalen Belastung vor großer Kulisse gewachsen ist.

"Business as usual"

"Es ist eine Normalität für viele Spieler, dass sie in ein Entscheidungsspiel reinkommen. Es ist mehr business as usual. Denn die Mannschaft weiß, was sie kann", sagte Hermann bei "DFB.tv".

Deshalb gibt es nach Auskunft von Hermann vor dem abschließenden Vorrundenspiel der Gruppe D auch "kein spezielles psychologisches Programm".

Dies sei nicht nötig, versichert der 50-Jährige: "Wir haben ein sehr konzentriertes Training gesehen. Das ist ein Zeichen, dass die Mannschaft aufgabenorientiert an das nächste Spiel geht. Es ist eine gewisse Vorfreude auf das Spiel da. Eine Nervosität habe ich nicht erlebt."

"Man muss sich keine Sorgen machen"

Eingreifen muss Hermann auch beim Führungspersonal nicht. Bundestrainer Löw strahle eine "Gelassenheit und Entschlossenheit" aus, die seine Arbeit erleichtern würde, sagte der DFB-Psychologe und ergänzte. "Unsere Führungskräfte mit Joachim Löw vorneweg sind sehr klar in ihren Ansagen. Man muss sich keine Sorgen machen."

Oliver Bierhoff gab das Lob weiter. Hermann leiste "eine hervorragende Arbeit. Er hat das Vertrauen der meisten Spieler gewonnen", berichtete der Teammanager und fügte mit Blick auf das Ghana-Spiel an: "Er arbeitet vor allem in Einzelgesprächen. Dabei braucht der eine Streicheleinheit, der andere einen Schubs."

Auch Löw unterstrich die Bedeutung des Teampsychologen nicht nur bei dieser WM: "Er spielt eine wichtige Rolle. Er ist ein wichtiger Ansprechpartner für viele Spieler und gibt auch uns wichtige Infos, was die Stimmung in der Mannschaft anbelangt."

Keine Berührungsängste bei den Profis

Einzelheiten aus den Sitzungen würden aber selbstverständlich "streng vertraulich" bleiben, betonte Hermann.

Der Professor der Hochschule für Gesundheit und Sport, der in der kommenden Saison seine Arbeit für 1899 Hoffenheim aufgeben wird, gehört seit 2004 dem Stab der Nationalmannschaft an.

Die anfängliche Skepsis ist längst gewichen, auch Berührungsängste gibt es nicht mehr.

Die Psychologie sei im Fußball "hoffähig" geworden, sagt Hermann dazu. Dies liege daran, dass die Profis erkannt hätten, dass sie auch durch die mentale Arbeit ihre Leistung steigern können. Es gehe dabei in erster Linie nicht darum, persönliche Probleme zu lösen: "Ich will mithelfen, dass die Spieler noch mehr aus sich auf dem Platz herausholen".

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