Joachim Löw und seine Assistenten Hansi Flick und Andreas Köpke
Joachim Löw und seine Assistenten Hansi Flick und Andreas Köpke
© Getty

Joachim Löw und sein Problemkader

Freitag, 23.04.2010

Großbaustelle Nationalmannschaft

Die WM in Südafrika rückt immer näher. Die Baustellen im deutschen Team werden aber immer größer. Leistungsträger wie Miroslav Klose und Michael Ballack sind außer Form oder sitzen nur auf der Bank und die Öffentlichkeit drängt auf die Nominierung von Kevin Kuranyi und kritisiert den Bundestrainer. Joachim Löw gibt sich unbeeindruckt.

51 Tage sind es noch bis zum ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika. Die nächsten Termine kommen Schlag auf Schlag.

Am 29. April entscheidet Bundestrainer Joachim Löw über die Größe seines vorläufigen WM-Kaders, den er am 6. Mai zwei Tage vor dem Bundesligafinale bekannt geben wird. 23 Auserwählte oder noch zwei, drei Spieler mehr?

Am 14. Mai beginnt das Regenerationstrainingslager auf Sizilien, am 21. Mai die Vorbereitung in Südtirol.

Löw von Diskussionen unbeeindruckt

Auf Löw kommen arbeitsreiche Tage zu. In der Öffentlichkeit bläst ihm ein kalter Wind ins Gesicht. Seine Entscheidungen sind alles andere als unumstritten, seine Spieler zum Teil nicht in Form oder sogar nur Bankdrücker und der letzte Test gegen Argentinien war ernüchternd.

"Ich brenne darauf, dass es endlich losgeht. Diese personellen Diskussionen sind normal, sie beeindrucken einen Trainer nicht", gibt sich Löw gelassen.

Aber er weiß, dass in der Vorbereitung alles stimmen muss und die Abläufe perfekt sitzen müssen. Denn das Team hat in allen Mannschaftsteilen gravierende Probleme und das auch auf zentralen Positionen.

Tor:

Vor dem Argentinien-Spiel wurde Rene Adler in den Stand der Nummer eins erhoben. Seine Konkurrenten scheint das aber nicht weiter zu interessieren. Manuel Neuer und Tim Wiese melden abwechselnd Ansprüche an, selbst bei der WM im Tor zu stehen. Loyalität und grenzenlose Unterstützung für die Nummer eins sehen anders aus.

Zudem heizte Adler (SPOX-Formcheck: 3,1; wobei 5 die Traumnote ist) die Diskussion um seine Person mit einigen Patzern in den letzten Wochen weiter an. Aber auch Neuer (SPOX-Formcheck: 3,2) bringt nicht die nötige Konstanz in seine Leistung und wurde zuletzt bitter für sein risikoreiches Spiel als eine Art Libero bestraft. Nur genau das fordert das Trainerteam von seinen Keepern, neben der Fähigkeit, das Spiel sofort wieder schnell zu machen.

Rene Adler: Der Nationaltorwart in Bildern
 

Ein Grund, warum Wiese (SPOX-Formcheck: 3,3) in den Überlegungen nur eine untergeordnete Rolle spielt, obwohl er - wie er auch selbst immer wieder betont - als einziger dauerhaft auf internationalem Niveau gefordert wird?

Durch den Rippenbruch von Adler ist noch mehr Fahrt in die Diskussion gekommen. Allerdings sollte er bis zur WM zu 100 Prozent fit sein und als Stammtorhüter ins Turnier gehen. Anfang nächster Woche will Adler wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Für Löw gilt es, die Eitelkeiten der Konkurrenten klein zu halten und so jegliche Debatte schon vorher zu unterbinden. An der nötigen Klasse mangelt es keinem der drei Kandidaten.

Sicher dabei: Adler, Neuer, Wiese

Hier geht's zu Teil 2: Abwehr

Hier geht's zu Teil 3: Mittelfeld

Hier geht's zu Teil 4: Angriff

Hier geht's zu Teil 5: Trainer

Stefan Rommel / Andreas Lehner

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Die WM in Südafrika rückt immer näher. Die Baustellen im deutschen Team werden aber immer größer. Leistungsträger wie Miroslav Klose und Michael Ballack sind außer Form. Joachim Löw gibt sich unbeeindruckt.

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