Deutschland - Argentinien: Löws Baustellen

Das Argentinien-Spiel als Sollbruchstelle

Von Stefan Rommel
Mittwoch, 03.03.2010 | 15:51 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw inmitten seiner Nationalspieler
© Getty
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Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Diego Maradonas Argentinien (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) ist auf der einen Seite die letzte Gelegenheit, vor der Kadernominierung für die Weltmeisterschaft auf hohem Niveau zu testen - und andererseits ein Klassiker, bei dem es auch entscheidend um den weiteren Verlauf der WM-Vorbereitungen geht.

"Welche Baustellen?" Man konnte Joachim Löw nicht genau ansehen, ob seine Replik auf die Frage genervt oder nur ziemlich gut geschauspielert vorgetragen war.

99 Tage vor dem Auftakt zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika geht Deutschland gegen Argentinien in sein letztes ernsthaftes Testspiel vor der Bekanntgabe des WM-Kaders.

Für Löw ein ungemein wichtiger Vergleich, sowohl im Hinblick auf ungeklärte Planstellen innerhalb seiner Mannschaft als auch für seine persönliche Zukunft.

Entscheidung im Tor gefallen

Insofern hatte die Frage nach den "Baustellen" innerhalb des Teams, die auf der abschließenden Pressekonferenz in München gestellt wurde, durchaus ihre Berechtigung.

Die Torhüterfrage haben Löw und sein Trainerteam am Montag mit der Ernennung von Rene Adler zur Nummer eins - bis auf weiteres - geklärt. Es gibt rund drei Monate vor der WM aber noch mindestens vier, eher fünf brennende Fragen von teilweise zentraler Bedeutung. Das Argentinien-Spiel muss zur Sollbruchstelle werden.

Baustelle 1: Die Viererkette

Das Casting für die Innenverteidiger-Position neben Per Mertesacker ist auch rund 20 Monate nach der Europameisterschaft 2008 noch nicht entschieden. Der Kandidatenkreis steht, eine endgültige Lösung ist aber noch nicht in Sicht.

"Im Moment ist es so, dass Tasci und Friedrich auf dieser Position spielen können. Das ist aber noch nicht entschieden, das werde ich mir nach dem Abschlusstraining auch überlegen", sagte Löw auf SPOX-Nachfrage.

Tasci im Vorteil

Da Heiko Westermann seit Monaten ausfällt und seinen kleinen Vorsprung auf die Konkurrenz eingebüßt hat und Arne Friedrich derzeit im Verein einige Probleme offenbart, dürfte Serdar Tasci gegen Argentinien neben Mertesacker auflaufen.

Der Stuttgarter hat sich in den letzten Spielen im Verein deutlich stabilisiert, zuletzt gegen Top-Stürmer wie Zlatan Ibrahimovic überzeugt. Tasci hat die große Chance, sich heute neben seinem endgültigen WM-Ticket auch einen kleinen Vorsprung im Kampf um den zweiten Innenverteidigerposten zu erkämpfen.

Auf den Außenpositionen ist der Konkurrenzkampf in den letzten Monaten fast ein wenig eingeschlafen. Philipp Lahm ist gesetzt. Die Frage ist nur, auf welcher Seite.

"Ich habe schon mit dem Bundestrainer gesprochen, dass es für einen Spieler gut ist, wenn er auf der Position spielt, auf der er auch im Verein spielt. Aber ich habe auch schon bewiesen, dass ich die Umstellung schaffe", sagt Lahm.

Lahm muss auf links ausweichen

Dass der Münchener lieber rechts spielen würde, ist kein großes Geheimnis. Allerdings würde er dann dem aufstrebenden Jerome Boateng den Weg versperren. Der hat sich auf der Position des rechten Verteidigers vom Geheimtipp zum ersten Kandidaten - hinter Lahm - entwickelt.

Und da für Löw auf der linken Seite auf Grund der Leistungsschwankungen von Marcel Schäfer und Dennis Aogo, sowie dem Ausfall des verletzten Marcell Jansen - der ohnehin eher ein Mittelfeldspieler ist - ein Vakuum entsteht, wird gegen die Argentinier Lahm wohl wieder links verteidigen und Boateng auf der rechten Seite.

Zumal Löw gegen den besten Dribbler der Welt, Lionel Messi, mit Lahm einen wendigeren und antrittsschnellen Spieler benötigt.

Baustelle 2: Das zentrale Mittelfeld

Torsten Frings: Von Löw aussortiert. Simon Rolfes: Seit Monaten verletzt und fast ohne Chancen auf die WM. Thomas Hitzlsperger: Weiter nur Bankdrücker eines Abstiegskandidaten.

Von den ehemaligen Adjutanten Michael Ballacks ist derzeit keiner in der Lage, die Position des zweiten Sechsers ausreichend auszufüllen. Da trifft es sich vorzüglich, dass sich neben dem sehr ehrgeizigen Sami Khedira in Bastian Schweinsteiger quasi aus dem Nichts eine neue Option für Löw auftut.

Argentinien als Indikator für die WM

"Ich stelle diese Überlegungen an, weil ich das auch schon immer gesagt habe, dass er dort sehr gut spielen kann. Bastian Schweinsteiger auf dieser Position im Wechselspiel mit Michael Ballack ist für mich absolut vorstellbar", sagte Löw.

Schweinsteiger wird gegen Argentinien sein Debüt in der defensiven Mittelfeldzentrale geben. Die Komposition mit Ballack erscheint auf dem Papier sehr offensiv. Löw muss das Experiment aber wagen. "In erster Linie hängt der Erfolg nicht von einzelnen Personen ab, sondern davon, wie diese ihre Positionen interpretieren."

Argentinien wird also durchaus zum Indikator dafür, mit welcher Defensivzentrale Löw in die WM starten will.

Baustelle 3: Die Mittelfeldaußen

Rückt Schweinsteiger nachhaltig ins Zentrum, wird dessen Platz auf der rechten Seite frei. Seit 2004 ist die Position in der DFB-Elf vom Münchener quasi blockiert, für Löw stellte sich die Frage nach Alternativen lediglich sekundär.

Jetzt ist die Zeit für Veränderungen gekommen. Und Thomas Müller und Toni Kroos drängen vehement in die Mannschaft. "Müller und Kroos sind Spieler, die diese Position ausfüllen können", so Löw. "Ob sie das dann auch in so einem Spiel umsetzen können, ist die Frage. Aber ich bin schon bereit, Risiko zu gehen."

Vieles deutet auf ein Debüt beider hin, wobei Müller wohl das Rennen um den Startplatz gegen Argentinien für sich entschieden hat. Auf Grund ihrer Flexibilität wären beide auch Kandidaten für den linken Flügel.

Podolskis Platz im Fünfer-Mittelfeld

Dort offenbart sich Löw ein kleines Problem: Piotr Trochowski will einfach nicht zu seiner Form finden, Jansen ist erneut verletzt. Im 4-2-3-1 ginge der Platz an Lukas Podolski.

Löw verriet am Dienstag zwischen den Zeilen, dass er gegen die schnellen Konter der Argentinier über ein Fünfer-Mittelfeld nachdenkt - wie zuletzt eigentlich immer gegen besonders spielstarke Mannschaften.

Portugal, die Türkei und Spanien wurden so während der EM empfangen, die Russen beim entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Moskau. Podolski hat zuletzt im Verein gezeigt, dass er auch defensive Qualitäten mitbringt und gilt auch deshalb momentan als erste Wahl.

Im klassischen 4-4-2 allerdings wäre Podolski im linken Mittelfeld nicht besonders gut aufgehoben. Gut möglich, dass Löw im Laufe des Spiels auf dieses System umstellt, Khedira ins Zentrum neben Ballack beordert und Schweinsteiger wieder auf rechts rückt.

Baustelle 4: Der Angriff

Die geplante taktische Ausrichtung gegen die Argentinier bringt für Löw den schönen Nebeneffekt mit sich, dass er nur einen Stürmer aufstellen muss.

Podolski trifft seit einem halben Jahr nicht mehr ins Tor, Miroslav Klose sitzt bei den Bayern nur auf der Bank. Der Paradesturm der letzten WM ist derzeit gesprengt. Stefan Kießling spielt nach seinem Hoch zu Beginn der Saison solide, aber nicht mehr so überzeugend.

Cacau trifft erst ein Mal in einem halben Jahr, dann sieben Mal in acht Tagen. Trotzdem kommt ein Startplatz für den Stuttgarter nicht in Frage. Bleibt noch Mario Gomez, der neben Spielpraxis auch konstante Leistungen bringt.

Die Quote der deutschen Angreifer bleibt aber bescheiden. Den 33 Toren der fünf Stürmer in der Bundesliga stehen 72 der fünf argentinischen Angreifer Diego Milito, Sergio Agüero, Gonzalo Higuain, Carlos Tevez und Lionel Messi in den drei europäischen Topligen gegenüber.

Gonzalo Higuain: Argentiniens Stürmer aus dem Schatten

Baustelle 5: Löw und die WM-Vorbereitung

Der DFB durchschreitet im Moment eine veritable Krise. Ein Misserfolg gegen Argentinien würde einen neuen Brennpunkt bedeuten, die Diskussionen um Löws ungeklärte Zukunft von neuem entfachen.

Der Bundestrainer balanciert auf einem schmalen Grat zwischen notwendigen Tests auf der einen und - selbst in einem Testspiel - Ergebnis orientiertem Spiel auf der anderen Seite.

Vor vier Jahren verlor die DFB-Auswahl ein ähnlich gewichtetes Spiel drei Monate vor der WM in Italien mit 1:4. Jürgen Klinsmanns Arbeit stand damals auf der Kippe. So schlimm würde es bei Löw nicht kommen - und trotzdem findet bis Mitte Mai kein Länderspiel mehr statt.

Zeit, die Scharte schnell wieder auszuwetzen wie damals nur drei Wochen später gegen die USA (4:1), ist nicht gegeben. Insofern ist die Partie heute für Löw und das gesamte "Unternehmen Weltmeisterschaft" ungemein wichtig.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Deutschland: Adler - Boateng, Mertesacker, Tasci, Lahm - Ballack, Schweinsteiger - Müller (Kroos), Özil, Podolski - Gomez (Klose)

Argentinien: Romero - Clemente Rodriguez, Demichelis, Samuel, Heinze - Gutierrez, Mascherano, Veron, di Maria - Messi, Higuain

Schiedsrichter: Martin Atkinson (England)

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