Donnerstag, 04.02.2010

DFB-Team

Vertragsverhandlungen mit Löw vertagt

Bundestrainer Joachim Löw wird seinen Vertrag frühestens nach der WM in Südafrika verlängern. Das DFB-Präsidium vertagte die Vertragsgespräche auf die Zeit nach dem Turnier.

Vorerst keine weiteren Vertragsgespräche zwischen Joachim Löw (l.) und Dr. Theo Zwanziger
© sid
Vorerst keine weiteren Vertragsgespräche zwischen Joachim Löw (l.) und Dr. Theo Zwanziger

Die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff beim Deutschen Fußball-Bund hängt wegen Forderungen in Millionenhöhe am seidenen Faden.

Nach einer knapp dreistündigen und wenig harmonischen Sondersitzung des DFB-Präsidiums in Frankfurt/Main bestätigte Verbandsboss Theo Zwanziger, dass wegen "struktureller und wirtschaftlicher Aspekte" trotz des im Dezember besiegelten Handschlagvertrags mit Löw keine Einigung erzielt werden konnte. Erst nach der WM in Südafrika sollen die Gespräche fortgesetzt werden.

"Bei den Gesprächen im Januar sind für uns überraschend neue Vorstellungen entwickelt worden, die aus der Sicht des DFB-Präsidiums zum Teil auch im Blick auf die Satzung nicht zu akzeptieren sind. Ein Alternativvorschlag des DFB fand nicht die Zustimmung der sportlichen Leitung. Deshalb setzen wir die Gespräche nicht fort", sagte Zwanziger, dem die Enttäuschung nach den wegen der immensen finanziellen Forderungen gescheiterten Verlängerung mit Löw, seinem Trainerteam und Bierhoff im Gesicht abzulesen war.

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Bierhoff: "Hätten Vertragsverlängerung gerne vor der WM geklärt"

Auch Bierhoff zeigte sich irritiert. "Wir akzeptieren natürlich die Entscheidung des Präsidiums, auch wenn wir sie sehr bedauern. Wir hätten die Vertragsverlängerungen gerne schnell im Vorfeld der WM geklärt, damit uns dieses Thema nicht während der ganzen WM begleitet. Es lagen zwei Vorschläge auf dem Tisch, aber wir konnten uns nicht einigen", sagte Bierhoff, dessen finanzielle Wünsche für eine Vertragsverlängerung der Nationalmannschafts-Führung im DFB-Präsidium nicht auf Gegenliebe stießen.

Problem bei den gescheiterten Verhandlungen waren vor allem die von Löw und Bierhoff unisono geforderten Bonuszahlungen für ihre Unterschrift unter einen neuen Zwei-Jahres-Vertrag bis zur EM 2012 in Polen und der Ukraine.

Die "Bild" hatte berichtet, dass Löw und Bierhoff für ihre Unterschriften vom DFB einen sogenannten Signing Fee von jeweils einem Jahresgehalt verlangen. Außerdem soll Bierhoff ein Veto-Recht bei der Besetzung des Bundestrainer-Postens gefordert haben.

Halbfinalteilnahme für bessere Konditionen

Doch damit scheiterte Teammanager Bierhoff ebenso wie mit dem Wunsch, den Vertrag noch vor WM-Beginn zu verlängern. Damit sind die Voraussetzungen für einen neuen Vertrag für Löw und Co. klar: Die Nationalelf muss bei der WM 2010 in Südafrika mindestens bis ins Halbfinale kommen, damit Löw, Bierhoff, Assistenztrainer Hansi Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke und Chefscout Urs Siegenthaler ihre Verträge zu besseren Konditionen verlängern können.

Sollte die DFB-Auswahl vorzeitig scheitern, könnte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer als Löw-Nachfolger bereitstehen.

Dabei hatte Zwanziger bei der Handschlags-Einigung mit dem Bundestrainer Mitte Dezember noch erklärt, dass man in den wesentlichen Punkten Einigkeit erzielt habe.

Nun droht sogar das Ende von Löws Laufbahn beim DFB, obwohl Zwanziger noch immer auf eine Zukunft mit dem bislang erfolgreichen Bundestrainer hofft.

Streitthema U21 geklärt

"Grundsätzlich sind weiterhin beide Seiten an einer Fortsetzung der guten Zusammenarbeit interessiert. Bei meinem Gespräch mit Joachim Löw Mitte Dezember haben der Bundestrainer und ich uns dahingehend verabredet, eine saubere Lösung bezüglich der Verantwortung für die U21-Nationalmannschaft finden zu müssen und sicher zu stellen, dass auch die Verträge der anderen Mitglieder der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft verlängert werden. Aber bei wichtigen inhaltlichen Aspekten konnten wir uns nicht einigen", sagte der DFB-Boss, dessen Verband vier Monate vor WM-Beginn damit vor einer Zerreißprobe steht.

Zumindest konnte das mit Sportdirektor Sammer öffentlich ausgetragene Streitthema U21 zu den Akten gelegt werden. Löw wurde zugesichert, dass er für die Bestellung des Cheftrainers der U21 auch weiterhin verantwortlich bleibt, die Spielphilosophie bestimmt und jeden Spieler berufen kann.

Sammer wird die U21-Auswahl, die im ersten Halbjahr 2010 nur ein Spiel am 2. März gegen Island in Magdeburg austrägt, in dem Maße unterstützen, wie er das auch beim Gewinn des EM-Titels im vergangenen Sommer bei dem damaligen Cheftrainer Horst Hrubesch getan hat. Oliver Bierhoff ist und bleibt für den administrativen Part der U21 verantwortlich.

Hohe Forderungen von Löw und Bierhoff


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