Montag, 11.01.2010

DFB-Team

DFB-Fitnesstest soll Löw helfen

Ein Fitness-Test des DFB soll Bundestrainer Joachim Löw Erkenntnisse über den Trainingsstand der Nationalspieler liefern und ihm helfen, individuelle Trainingspläne zu entwickeln.

Die Tests sollen Joachim Löw den Leistungsstand der einzelnen Spieler geben
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Die Tests sollen Joachim Löw den Leistungsstand der einzelnen Spieler geben

Dr. Tim Meyer erhofft sich vom Fitnesstest der deutschen Nationalmannschaft Ende des Monats in Sindelfingen wichtige Erkenntnisse für die WM-Endrunde in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli). "Da im Frühjahr vor Vorbereitungsbeginn noch ein weiterer Test geplant ist, wird es um eine Feststellung des Status quo gehen, damit auch um die Frage: Wo müssen wir noch arbeiten?", sagte der Direktor der Universitäten des Saarlandes im Interview der Woche mit "DFB.de".

Auf die Arbeit von Bundestrainer Joachim Löw und seinem Team während der WM-Vorbereitung Mitte Mai werde dieser Test am 26. und 27. Januar vor den Toren Stuttgarts aber noch keinen großen Einfluss haben. "Die Trainingssteuerung in der WM-Vorbereitung benötigt Daten, die so aktuell wie möglich sind", sagte Meyer, der mit seinem Team voraussichtlich Mitte April noch einen Leistungstest mit den WM-Kandidaten durchführt.

Schwerpunkt auf "etablierten" Tests

In Sindelfingen werden nach Meyers Angaben die Schwerpunkte "auf den etablierten Tests der Ausdauer, der Schnelligkeit und der Sprungkraft liegen. Darüber hinaus geht es um das Aufspüren und Nachverfolgen von Haltungs- und Kraftimbalancen, die zu Verletzungen führen können".

Ob bei den Spielern nach dem letzten Ausdauertest im vergangenen September in Köln Fortschritte erkennbar werden, kann Meyer noch nicht sagen. "Das ist schwer zu sagen, zumal stets der Saisonzeitpunkt und im Einzelfall der Saisonverlauf mit Verletzungen und Erkrankungen zu berücksichtigen ist. Natürlich erhoffen wir uns Fortschritte. Aber wir müssen auch akzeptieren, dass in Vereinen andere Schwerpunkte gesetzt werden, als sie der Bundestrainer für seine Auswahlspieler sieht. Das kann sich sowohl in der taktischen Ausrichtung als auch in der Trainingsgestaltung widerspiegeln - und damit auch in unseren Messergebnissen."

"Tests wichtig für Einordnung der Spieler"

Meyer betonte aber zum wiederholten Mal, dass die Ergebnisse der Tests für Löw und sein Team von großer Bedeutung sind: "In erster Linie sind solche Resultate den Trainern wichtig für eine Einordnung der Spieler, inwieweit sie die Anforderungen der aktuellen Spielphilosophie auf ihrer Position erfüllen. Darüber hinaus werden insbesondere in der unmittelbaren Turniervorbereitung Trainingseinheiten stark individualisiert, sodass die Messdaten Ausgangspunkt für Gruppeneinteilungen oder individuelle Vorgaben von Geschwindigkeit oder Herzfrequenz sein können."

Nach Angaben von Tim Meyer können die Testresultate auch Auswirkungen auf die Aufstellung haben: "In Einzelfällen mögen die Trainer auch Einsatzentscheidungen davon abhängig machen, wie bestimmte konditionelle Komponenten ausgeprägt sind. So wäre es vermutlich kontraproduktiv, den ausdauerschwächsten Mittelfeldspieler gegen den laufstärksten Gegenspieler zu stellen."

Klimatische Bedingungen bei WM nur Nebensache

Im Vorfeld der ersten WM-Endrunde auf einem afrikanischen Kontinent müsse das Trainer- und Betreuerteam die Spieler im Gegensatz zu anderen WM-Endrunden diesmal nicht besonders auf die klimatischen Bedingungen vorbereiten. "Darauf kann man sich kaum vorab einstellen, muss es aber auch nicht unbedingt, weil wir ja nicht mit Bedingungen zu tun haben werden, wie man sie in Deutschland niemals vorfindet. Hier muss man sich wenig Sorgen machen", sagte Meyer. Während der WM werden tagsüber angenehme Temperaturen um die 20 Grad Celsius erwartet, während es nachts empfindlich kalt werden kann.

Der DFB-Internist rechnet auch nicht damit, dass die Spieler wegen des Höhenunterschiedes zwischen den Spielorten während der Vorrunde Probleme bekommen. "Wenn bei Höhenunterschieden körperliche Probleme auftreten, ist dies eher bei Reisen in umgekehrter Richtung der Fall. Ein längerer Aufenthalt in dieser Höhe ist im günstigsten Fall ein kleiner Vorteil, im ungünstigsten Fall neutral. Das war durchaus einer von vielen Gesichtspunkten bei unserer Quartierwahl", erklärte Meyer.

Das zwischen Pretoria und dem Vorrundenspielort Johannesburg (23. Juni gegen Ghana) angesiedelte deutsche WM-Quartier Hotel Velmore liegt rund 1750 Meter über dem Meeresspiegel, die beiden anderen Spielorte Durban (13. Juni gegen Australien) und Port Elizabeth (18. Juni gegen Serbien) sind Küstenstädte direkt am Indischen Ozean.

Zukunftspreis für Bundestrainer Löw


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