U-19-Star Savio Nsereko im Porträt

Der letzte Deutsche

Von Christian Bernhard/Stefan Rommel
Dienstag, 13.01.2009 | 12:59 Uhr
Savio Nsereko spielt seit Juli 2005 für Brescia Calcio in der italienischen Serie B
© Imago
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Früher waren es Matthäus, Klinsmann, Völler oder Häßler - heute ist es Savio Nsereko. Der U-19-Europameister hält bei Brescia Calcio die deutschen Fahnen in Italien hoch. Noch. Denn halb Europa jagt den Offensivspieler - und auch der FC Bayern hat ihn im Visier.

Es gibt sicherlich Namen, die klingen deutscher als seiner. Jürgen Klinsmann etwa, oder Rudolf Völler. Savio Nsereko stört das nicht. Nsereko ist in Ugandas Hauptstadt Kampala geboren.

Aber von der Landessprache Englisch oder dem Dialekt Swahili hat er nichts mehr mitbekommen. Er ist in München aufgewachsen, kommuniziert hat er nur deutsch - oder im Zweifelsfall bayerisch. Seit gut drei Jahren ist auch noch italienisch dazu gekommen.

Der letzte Deutsche

Savio Nsereko hält in Italiens Serie B die deutsche Fahne hoch. Im Sommer 2005 wechselte der 19-Jährige vom deutschen Zweitligisten 1860 München zum italienischen Zweitligisten Brescia Calcio.

Nsereko ist das bisher letzte Glied einer langen Reihe deutscher Helden, die in Italien zu Ruhm und Ehre gelangten. Den Anfang machte Ludwig Janda, dann kamen die Schnellingers und Hallers, später Matthäus, Klinsmann oder Völler. Jetzt firmiert Nsereko als letzter Deutscher in Italien. In Brescia, in der Serie B.

Allzu lange wird er sich in den unteren Gefilden im Land des Weltmeisters aber sicher nicht mehr aufhalten.

Interesse der Bayern

Brescias Präsident Gino Corioni, der bereits Luca Toni und Roberto Baggio in die Lombardei geholt hatte, gab in einem Gespräch mit dem italienischen Radiosender "Radio Kiss Kiss" offen zu, dass Nserekos Interessenten quasi Schlange stehen: "Große italienische und ausländische Klubs sind wegen Savio bereits an mich herangetreten. Auch Bayern München hat sich bei mir informiert."

Wie die "Gazzetta dello Sport" weiß, sind der SSC Neapel und der FC Genua die hartnäckigsten Interessenten. Nach Informationen der größten italienischen Sporttageszeitung soll Neapels Sportdirektor Pierpaolo Marino fünf Millionen Euro für ihn geboten haben.

Napoli heißer Kandidat

Die Süditaliener haben in den vergangenen Jahren bereits Marek Hamsik, Fabiano Santacroce und Daniele Mannini von Brescia an den Vesuv gelotst und damit überaus gute Erfahrungen gemacht.

"Als Marek Hamsik 19 Jahre alt war, war das Interesse an ihm nicht so groß, wie jetzt bei Savio", adelte Corioni sein deutsches Juwel.

Eine tolle Hinrunde mit einem Tor und vier Vorlagen hat die Begehrlichkeiten geweckt. Jetzt muss Brescia eben damit leben, dass beinahe jede Woche ein anderer Klub vorstellig wird.

Zuletzt berichtete der "Daily Mirror", dass auch West Ham United Nserekos Name auf seiner Einkaufsliste hat. Allerdings dürften die Londoner auf Grund der Finanzkrise im Moment andere Probleme haben und nicht als lukrativstes Pflaster gelten.

Uganda, Deutschland, Italien

Nsereko selbst lassen die spektakulären Zukunftsaussichten eh kalt. "Das Interesse schmeichelt mir, aber ich konzentriere mich momentan voll und ganz auf Brescia", sagte er dem italienischen Internetportal "Golmania". "Ich möchte mit Brescia in die Serie A aufsteigen."

Nserekos Geschichte hört sich an wie ein modernes Fußballmärchen. Im Alter von zwei Jahren zog er mit seiner Familie aus Kampala nach München.

Dort kam er mit sechs Jahren zum TSV 1860 München und durchlief bei den Löwen alle Jugendmannschaften. Bald schon lockte Italien. Und statt weiter bei den Löwen sein Glück zu versuchen, nahm er im zarten Alter von 15 Jahren Brescias Angebot an und zog nach Italien.

"Ich habe schon immer davon geträumt, als Profi in Italien mein Geld zu verdienen. Mich hat ganz einfach der italienische Fußball fasziniert", berichtete Nsereko im "Hamburger Abendblatt". "Andere mögen den kampfbetonten Fußball in England oder den eleganten Fußball in Spanien. Ich mag den taktisch-technischen in Italien."

Ein bisschen wie Owen

Dabei entspricht sein Spiel gar nicht dem zynischen Ergebnisfußball der Italiener. "Ich lebe von meiner Schnelligkeit", sagt Nsereko über seine Stärke. In der Tat ist der 1,76 Meter kleine Nsereko unheimlich flink auf den Beinen - kann sein Tempo aber auch mit exzellenten fußballerischen Fähigkeiten paaren.

Von seiner Art und seinen atemberaubenden Tempodribblings erinnert er ein wenig an den jungen Michael Owen. Von Ruhm und Ehre will der Flügelflitzer aber gar nichts wissen.

Bescheiden gibt sich die deutsche Nachwuchshoffnung. Auf und außerhalb des Platzes. Die Glitzerwelt des modernen Profitums ist ihm eher fremd. Im Vergleich zu den Beckhams und Ronaldos ist Nsereko eher ein Antiheld.

Inter? Nein danke.

Vor ein paar Monaten klopfte das große Inter Mailand an. Nsereko dachte kurz nach und winkte freundlich ab.

"Ich bin ein junger Spieler und brauche Spielpraxis. Da bringt es mich nicht weiter, wenn ich nur mit Stars in einer Mannschaft spiele, mir aber am Wochenende die Spiele von der Tribüne aus angucke", so der Offensivspieler. "Ein Wechsel zu diesem Zeitpunkt wäre einfach nicht klug gewesen."

Vielleicht hat dieser Charakterzug auch etwas mit seinem ersten Profitrainer zu tun. Unter dem großen Zdenek Zeman debütierte er im Mai 2006 in Brescia.

Durchbruch bei der U-19-EM

Der Durchbruch gelang ihm aber erst im vergangenen Sommer bei der U-19-EM mit dem Titelgewinn der DFB-Auswahl. Durch die tolle EM sicherte sich Nsereko den Verbleib in Brescia - zu seinem und Brescias Glück.

"Davor haben wir mit dem Gedanken gespielt, ihn auszuleihen, damit er Spielpraxis erlangt", bestätigte Trainer Nedo Sonetti kürzlich gegenüber "Mediagol.it". "Gott sei Dank haben wir uns zusammen mit Präsident Corioni dafür entschieden, ihn hierzubehalten."

Roy Millar, der technische Beobachter der UEFA, adelte ihn sogar als "Spieler des Turniers". Dabei durfte Savio beim größten Spiel seiner Karriere gar nicht dabei sein.

In der Vorschlussrunde sah er seine zweite Gelbe Karte und war für das Endspiel gegen seine Wahlheimat Italien gesperrt. Er hatte nach dem späten Siegtreffer schlicht zu euphorisch gejubelt.

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