Vor dem Klassiker Deutschland - England

Three Lions unter Capello wieder bissig

SID
Montag, 17.11.2008 | 14:15 Uhr
Fabio Capello ist Englands Hoffnungsträger
© Getty
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Mit Fabio Capello kehrte bei den Three Lions der Erfolg zurück: Der italienische Trainer hat die englische Nationalmannschaft in weniger als einem Jahr wieder in die Siegespur geführt und zu einem ernsthaften Titelkandidaten für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika geformt.

Schlug dem 62-Jährigen direkt nach seiner Ernennung zum zweiten ausländischen Teammanager noch Skepsis entgegen, herrscht nach vier Siegen in vier WM-Qualifikationsspielen längst große Euphorie auf der Insel.

Der Disziplinfanatiker Capello überzeugte die Engländer vor dem Länderspiel (Mi., 20.30 Uhr im SPOX-TICKER) in Berlin gegen Deutschland mit akribischer Arbeit und Kompromisslosigkeit.

Englands Rekordtorschütze Sir Bobby Charlton verglich den Coach bereits mit Sir Alf Ramsey, dem legendären Trainer der Weltmeister-Elf von 1966. "Capello ist wie Ramsey der Boss. Er weiß genau, was er will und wie man gewinnt. Er hat einen Plan und ein System", lobte Charlton, nachdem England in der FIFA-Weltrangliste als Zehnter wieder in die Top-Ten zurückgekehrt war.

Charlton glaubt an WM-Titel 2010

Der Weltmeister macht bei den Three Lions wieder den Titelhunger aus, denn unter Capello habe sich einiges verändert: "Er ist nur am Gewinnen interessiert. Ich glaube, dass wir in Südafrika Weltmeister werden. Die Mannschaft ist so gut wie das Team von 1966."

Capello selbst will ebenfalls den Titel holen. "Ich habe immer mit dem Ziel gearbeitet, die Spitze zu erreichen", sagte der Italiener. Der englische Fußball-Verband FA hat zumindest das Erreichen der Endspiele bei der WM 2010 und der EM 2012 in Polen und der Ukraine als Ziel ausgegeben.

Um die Ansprüche zu erfüllen, stellt "Eisenfaust" Capello knallhart nach Leistung auf und nimmt dabei keine Rücksicht auf große Namen. So zählen Superstar David Beckham und Stürmer Michael Owen in Berlin wegen mangelnder Spielpraxis nicht einmal zum Kader.

England mit Verletzungssorgen nach Berlin

Verhaltenskodex trägt zum Erfolg bei

Zudem führte der neue Trainer nach seiner Amtsübernahme im letzten Dezember mit Erfolg einen Verhaltenskodex ein: Seit die Spielerfrauen nicht mehr auf Auswärtsreisen oder im Mannschaftshotel dabei sind, das Frühstück gemeinsam eingenommen wird und zu bestimmten Zeiten die Mobiltelefone der Insel-Kicker ausgeschaltet sein müssen, geht es aufwärts.

Erlebte Englands Fußball unter Vorgänger Steve McClaren mit dem Verpassen der EM-Endrunde in Österreich und der Schweiz noch einen Tiefpunkt, führt das Nationalteam unter Capello seine WM-Qualifikationsgruppe mit fünf Punkten Vorsprung vor Kroatien an.

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Seit Capello das Zwepter an der Themse schwingt, konnten von neun Spielen sieben gewonnen werden, und nur eine Partie (0:1 in Frankreich) ging verloren. Ein Erfolg, der für rund acht Millionen Euro pro Jahr allerdings auch zu erwarten ist. Schließlich ist Capello mit diesem fürstlichen Gehalt einer der teuersten Fußball-Nationaltrainer der Welt.

Capello winkt zusätzliche Prämie beim WM-Titel

Eine zusätzliche Prämie soll der ehemalige Klubtrainer, der mit dem AC Mailand, Real Madrid und AS Rom sieben Landesmeisterschaften holte, die beiden Titel bei Juventus Turin wurden wegen des Manipulationsskandals nachträglich aberkannt, beim Erreichen des WM-Finales erhalten.

Capello fühlt sich in England aber nicht nur finanziell wohl: "Ich mag das Leben in London. Die Ausstellungen, die Theater, die Restaurants - ich mag die gesamte Kultur", erklärte der Fußball-Lehrer, über den gerade die Biografie mit dem Titel "Porträt eines Gewinners" erschienen ist. Der frühere italienische Nationalspieler will seine Trainerkarriere nach Ablauf seines Vertrages im Jahr 2012 daher gerne auf der Insel beenden.

Dann möchte er bei den Olympischen Spielen in London das englische Olympia-Team betreuen. "Ich werde dann 66. Dann möchte ich noch einen meiner Träume wahrmachen und an Olympischen Spielen teilnehmen. Das ist etwas, was mir als Spieler verwehrt geblieben ist und was ich bis heute bedaure", sagte Capello.

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