Hrubesch kein Chefcoach, aber EM-Trainer?

SID
Mittwoch, 19.11.2008 | 14:33 Uhr
Horst Hrubesch wird kein neuer Trainer, könnte aber trotzdem zur U-21-EM 2009 fahren
© Getty
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Horst Hrubesch wird bei der deutschen U21 nicht zur Dauerlösung, vielleicht aber zum langfristigen Interimscoach. "Horst Hrubesch weiß, dass wir einen Trainer suchen und er es nicht wird", sagte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer am Tag nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg beim Debüt des etatmäßigen U20-Coachs gegen Italien dem sid.

Allerdings schloss Sammer ein Engagement Hrubeschs bis einschließlich der EM im Juni 2009 in Schweden nicht aus: "Es ist klar, dass die Möglichkeit besteht, dass Horst das Turnier macht."

Dies sei davon abhängig, wer neuer Trainer werde und ab wann dieser verfügbar sei. "Es kann sein, dass wir eine Organisationsform finden, egal ob mit einer internen oder externen Lösung, die erst im Sommer greift. Ich werde mich da in keiner Weise selbst blockieren", meinte Sammer.

Heiko Herrlich wahrscheinlichster Kandidat

Für eine Entscheidung werde man sich noch "ein paar Tage Zeit lassen, aber sie wird sicher in absehbarer Zeit fallen".

Als wahrscheinlichste Lösung für die Nachfolge des entlassenen Dieter Eilts gilt nun Heiko Herrlich, auch wenn Sammer dies nicht kommentieren will. Herrlich soll die U19 zur EM im Juli 2009 in der Ukraine führen und könnte nach der Endrunde zur U21 aufrücken. Die zweite Qualifikationsrunde ist noch nicht terminiert, wird aber erst im März oder April ausgetragen.

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Da Hrubesch zudem mit der U20 die WM im September in Ägypten spielen wird, scheint sogar nicht ausgeschlossen, dass ein externer Coach die U21 zur EM führt und danach Herrlich übernimmt.

Hrubesch hatte für sich geworben

Hrubesch hatte nach dem Sieg gegen den Nachwuchs des Weltmeisters noch Werbung in eigener Sache gemacht. "Das ist eine tolle Mannschaft, und es macht Riesenspaß, sie zu trainieren", sagte der Europameister von 1980: "Wenn es zeitlich machbar ist, könnte ich mir durchaus vorstellen, den Job fest zu übernehmen."

Sammer erklärte, diese Aussagen seien "nicht kontraproduktiv. Horst Hrubesch ist ein absoluter Typ. Und wenn ich sehe, wie heiß er auf die Aufgabe mit der U21 war - in dem Wissen, es vielleicht nur für dieses eine Spiel zu machen - welche Freude er vermittelt hat und welche Identifikation er mit dem DFB zeigt, dann kann ich ihm nur absolute Hochachtung zollen."

Kroos sichert knappen Sieg

Den Sieg gegen den Nachwuchs des Weltmeisters hatte Ausnahmetalent Kroos mit einem Traumtor (48.) gesichert.

Die Diskussionen um seine Zukunft und ein mögliches Leihgeschäft in der Winterpause wegen zu geringer Einsatzzeiten bei Meister Bayern München gingen dem 18-Jährigen aber offenbar auf die Nerven.

"Ich muss nirgendwo lesen, wo ich hingehe. Ich weiß selbst, wie es um mich steht", meinte der beste Spieler der U17-WM 2007.

"Etwas verbesserte Situation in München"

Ob er auch in der Rückrunde noch beim Double-Sieger spielen wird, sei "noch nicht entschieden", versicherte Kroos: "Aber ob ich bleibe, liegt an mir. Und zuletzt habe ich meine Situation etwas verbessert gesehen."

Beim ersten U21-Spiel seit zwölf Jahren in Osnabrück tauchte Kroos über weite Strecken unter - und bewies dennoch, dass er Deutschlands größtes Talent ist. Denn im Spiel zweier EM-Teilnehmer des Jahrgangs 1986 sorgte der 1990 geborene Spielmacher mit einem Lattenschuss (31.) und seinem Traumtor in den Winkel für die beiden außergewöhnlichsten Szenen und machte so den Unterschied aus.

"Gebt ihm noch ein, zwei Jahre, dann haben wir in Deutschland wieder einen richtigen Klassespieler", meinte Hrubesch.

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