Deutschland vor dem Klassiker

Experimentierfeld England

Von Stefan Rommel
Montag, 17.11.2008 | 16:47 Uhr
Joachim Löw (r.) bewacht das Training seiner Spieler ganz genau
© Getty
Advertisement
Copa Sudamericana
Libertad -
Independiente
Championship
Ipswich -
Sheffield Wed
Copa Libertadores
Gremio -
Lanus
Indian Super League
Chennai -
NorthEast United
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Crotone
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Coppa Italia
Udinese -
Perugia
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Copa Sudamericana
Junior -
Flamengo
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica
J1 League
Iwata -
Kashima
J1 League
Kobe -
Shimizu
A-League
Newcastle -
Melbourne City
Primera División
Barcelona -
Celta Vigo
Premier League
Lok Moskau -
Kasan
Championship
Millwall -
Sheff Utd
Primera División
Atletico Madrid -
Real Sociedad
Ligue 1
Straßburg -
PSG
Premier League
Arsenal -
Man Utd
Primera División
Sevilla -
La Coruna
Championship
Bristol City -
Middlesbrough
Ligue 1
Lille -
Toulouse
Ligue 1
Monaco -
Angers
Ligue 1
Nizza -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Amiens
Ligue 1
Troyes -
Guingamp
Premier League
Watford -
Tottenham (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Vitesse
Primera División
Bilbao -
Real Madrid
Serie A
Torino -
Atalanta
Premier League
West Brom -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Leganes -
Villarreal
Serie A
Benevento -
AC Mailand
Premiership
Aberdeen -
Rangers
Eredivisie
PSV -
Sparta
Premier League
Bournemouth -
Southampton
Ligue 1
St. Etienne -
Nantes
Serie A
Bologna -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Sassuolo
Serie A
Inter Mailand -
Chievo Verona
Primera División
Getafe -
Valencia
Ligue 1
Caen -
Lyon
Premier League
Man City -
West Ham
Primera División
Eibar -
Espanyol
First Division A
Zulte-Waregem -
Gent
Primera División
Las Palmas -
Real Betis
Serie A
Sampdoria -
Lazio
Ligue 1
Montpellier -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Arsenal
Serie A
Crotone -
Udinese
Championship
Birmingham -
Wolverhampton
Primera División
Girona -
Alaves
Serie A
Hellas Verona -
Genua

Zum Jahresabschluss wird Joachim Löw gegen England fleißig rotieren lassen und das Testspiel auch zum Testen nutzen. Damit wandelt der Bundestrainer aber auf einem schmalen Grat.

Die Vorfreude auf das letzte Länderspiel des Jahres ist riesengroß, der Deutsche Fußball-Bund hat fast alle Tickets für die Partie am Mittwochabend gegen England (20.30 Uhr im SPOX-TICKER) schon verkauft.

Rund 70.000 Zuschauer werden die stimmungsvolle Kulisse für ein Spiel bilden, das ein erfolgreiches Jahr zum Abschluss bringen und die Mannschaft mit einem Erfolgserlebnis in die lange Winterpause schicken soll.

Unterschiedliche Interessenlage

Darauf kann und will Joachim Löw aber keine Rücksicht nehmen. Der Bundestrainer hat ein Problem: Auf der einen Seite wollen 70.000 bestens unterhalten werden, am liebsten von ihren Stars, die die Stadt Berlin nun ja schon zweimal auf der Fan-Meile am Brandenburger Tor nach den Großereignissen WM und EM feiern durfte. Da bietet sich ein Gegner wie England geradezu an.

Auf der anderen Seite muss Löw aber auch seine Planungen vorantreiben. Und die Testspiele eben als Test sehen und demzufolge auch als Möglichkeit, neuen Spielern einen Einblick zu geben und sie auf Spiel- und Wettkampfhärte zu testen. Gerade gegen ein Team wie England.

England ohne Sieben

Der Gegner ist klug gewählt und verspricht allen seinen Anforderungen gerecht zu werden. Auch wenn Trainer Fabio Capello insgesamt auf sieben wichtige Kräfte verzichten muss, darunter Stars wie Rio Ferdinand, Steven Gerrard oder Wayne Rooney. Die schillerndste aller Figuren bekam keine Einladung. David Beckham kann sich in aller Ruhe auf seinen Dienstantritt beim AC Milan konzentrieren, Capello verzichtete freiwillig.

Insofern hat er mit Löw einiges gemeinsam. Torsten Frings bekommt nach offizieller Verlautbarung aufgrund mangelnder Form eine Pause, Michael Ballack war lange verletzt, ebenso Philipp Lahm. Dass beide am Wochenende in ihren Klubs ihr Comeback feierten, ist für Löw kein Kriterium.

Wiese steht vor Debüt

"Wenn das Spiel eine Partie der WM-Qualifikation wäre, hätte er mitgespielt. Jetzt aber wird er geschont. Er hatte einen Fußbruch, da muss man vorsichtig sein mit Überbelastung", begründete Löw die Nichtnominierung Lahms.

Es ist klar ersichtlich, dass es Löw weniger um den Ausgang, als um wichtige Erkenntnisse aus dem Spiel geht. "Ich möchte das Ergebnis nicht über alles stellen", sagte er und kündigte an, dass einige  Akteure "eine Halbzeit ihre Chance bekommen" werden.

Schon letzte Woche sickerte durch, dass der Bremer Tim Wiese zu seinem Länderspieldebüt kommen wird.

Der neue Publikumsliebling Rene Adler muss nach gerade mal zwei Länderspielen schon wieder zumindest partiell weichen, auch wenn die letzte Entscheidung dafür noch nicht gefallen scheint. "Alle Varianten sind möglich", sagt Torwarttrainer Andreas Köpke. Co-Trainer Hansi Flick geht sogar einen Schritt weiter: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man nach zwei so guten Spielen etwas ändert."

So jung wie lange nicht

So gut wie fix sind zwei andere Personalien: Jermaine Jones - kurz vor der EM noch ausgebootet und seitdem ohne Praxistest - darf offenbar im Mittelfeld neben Simon Rolfes ran. An Stelle von Lahm hegt der Wolfsburger Marcel Schäfer berechtigte Hoffnungen auf seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft.

Die deutsche Startelf könnte mit einem Schnitt von knapp 25,5 Jahren die jüngste der letzten Jahrzehnte sein, Ersatz-Kapitän Miroslav Klose wäre der einzige Starter, der die 30er-Grenze bereits überschritten hat.

Der letzte Eindruck bleibt hängen

Es wäre ein weiteres untrügliches Indiz dafür, wie rasch und zielgerichtet Löw den Umbau vornimmt. Allerdings sollte er bei aller Experimentierfreude auch bedenken, wie wichtig das letzte Länderspiel eines Jahres sein kann.

Denn auch bei der Nationalmannschaft zählt der letzte Eindruck, eine Niederlage verbunden mit einer mäßigen Leistung wäre ein Rückschritt und würde dem Erreichten im Jahr 2008 keinesfalls gerecht werden.

Die letzten drei Jahre gelang dem DFB-Team im letzten Spiel vor der Winterpause kein Sieg mehr, dreimal spielte die Mannschaft nur remis und büßte jedes Mal ein wenig der Euphorie ein, die sie sich in den Monaten zuvor mühsam aufgebaut hatte.

Kein zweites Duisburg...

Und noch ein Blick in die Vergangenheit: Im März 2007 testete Löw gegen Dänemark in Duisburg - und wie er testete! Der Bundestrainer verzichtete auf acht Stammspieler, brachte stattdessen eine Handvoll Neulinge, darunter Roberto Hilbert, Robert Enke und Patrick Helmes.

Insgesamt zerpflückte Löw seine ungewöhnliche Aufstellung während des Spiels noch mit vier Wechseln, so dass unterm Strich von den erwarteten WM-Helden lediglich zwei Spieler (die damaligen Ergänzungsspieler Marcell Jansen und Thomas Hitzlsperger) auf dem Platz standen.

Löws Rotation damals war inhaltlich richtig - für die zahlenden Fans in Duisburg, das mit Länderspielen nicht eben gesegnet ist, aber war es die pure Enttäuschung.

Enttäuschung darüber, so lange auf ein Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gewartet und dann ein halbes Jahr nach dem Sommermärchen dessen Protagonisten nicht gesehen zu haben.

Löws Sensibilität ist gefragt

Damals hagelte es Kritik, Löw bekam den schwierigen Spagat zwischen ernsthafter Veranstaltung und einem besseren Sichtungslehrgang unter Realbedingungen und mit 30.000 zahlenden Fans nicht reibungslos hin.

Sogar Dänemarks Trainer Morten Olsen äußerte seinen Unmut und sprach von einer Respektlosigkeit gegenüber seiner Mannschaft und einem sehr, sehr großen Egoismus seitens des DFB.

Damit ist gegen die Engländer nun nicht zu rechnen, Löw wird sensibler mit dem Thema umgehen. Und doch wird es ein schwieriges Unterfangen, auf dem schmalen Grat zu wandeln.

Alle Infos zum DFB-Team

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung