Freitag, 19.09.2008

Duell ums Nationaltor

Enke oder Adler?

Der Kampf um die Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft zwischen Rene Adler und Robert Enke wird sich in den kommenden Wochen zuspitzen.

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© Getty

"Es sind zwei überragende Torwarte", urteilte Bayer Leverkusens Cheftrainer Bruno Labbadia, dessen Keeper Adler im Bundesliga-Duell gegen Hannover 96 nach seiner Verletzungspause in der Herausforderer-Rolle ist.

"Für Rene ist es sicher ein Nachteil, dass er die WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein und Finnland absagen musste", meinte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler, fügte aber hinzu: "Klar ist aber, dass Adler der Mann der Zukunft ist."

Löw mit Enke zufrieden

Allerdings dürfte die noch nicht am 11. Oktober im wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen Russland in Dortmund beginnen.

Nach den zwei grundsoliden Auftritten wird Bundestrainer Joachim Löw wohl auf Nummer sicher gehen und wieder den Hannoveraner Enke aufbieten.

"Was zu erledigen war, hat er erledigt", hatte Löw Enke nach den beiden Partien gegen Liechtenstein (6:0) und Finnland (3:3) attestiert.

"Noch keine Entscheidung getroffen"

Ein erster Fingerzeig mit Blick auf die WM-Endrunde 2010 in Südafrika könnte es aber schon sein, wenn Adler anstelle oder zusammen mit dem zuletzt nominierten Tim Wiese (Werder Bremen) bei der Russland-Partie und beim Wales-Spiel vier Tage später in Mönchengladbach auf der Bank sitzen würde.

"Adler war ja bereits bei der EM bei uns. Wir wissen, was er kann", sagte Löw, der ebenso wie sein Torwarttrainer Andreas Köpke am Abend nicht in die BayArena kommen wollte, dem Kölner "Express".

Ob der Bayer-Schlussmann für die nächsten beiden Länderspiele berücksichtigt wird, ließ er offen: "Wir haben noch keine Entscheidung getroffen."

Adler ist zurück

Deshalb will Adler alles tun, um wieder dabei zu sein. "Ich arbeite konzentriert für meine Chance", sagte er. "Primär ist die Bundesliga die Bühne, auf der ich Leistungen zeigen muss. Aber ich bin wieder da und hoffe, dass die Nationalelf bald ein Thema wird."

Nach einer Schulterverletzung musste der 23-jährige Bayer-Keeper die ersten drei Bundesliga-Spiele pausieren und stand erstmals in der Partie beim Hamburger SV (2:3) wieder im Tor.

"Ich suche immer etwas Positives, und die Verletzung hatte auch etwas Gutes, weil ich viel Konditionsarbeit machen konnte."

Denn nach seiner Nominierung als dritter Torwart für die EM in Österreich und der Schweiz fehlte ihm die Saisonvorbereitung.

"Er hat großen Ehrgeiz. Ich bin sicher, dass er seine Chance in der Nationalelf bekommen wird. Es ist nur aufgeschoben", meinte der ehemalige DFB-Teamchef Völler.

Enke schon 1999 nominiert

"Die Nationalmannschaft bleibt mein großer Traum. Ich wollte schon immer für mein Land spielen, das wäre das Allergrößte", sagte der in Jena geborene Adler.

Sein acht Jahre älterer Rivale Enke musste sich lange gedulden, bis er das Trikot mit der Nummer 1 in der DFB-Elf tragen durfte.

Schon 1999 hatte ihn der damalige Bundestrainer Erich Ribbeck in die A-Nationalmannschaft berufen und zum Confederations Cup nach Mexiko mitgenommen - ohne ihn dort einzusetzen.

Doch nach seinem Wechsel im selben Jahr zu Benfica Lissabon verschwand Enke aus dem Blickfeld und kam erst im März 2007 zu seinem Länderspiel-Debüt gegen Dänemark.


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