Dejagah vom Politikum zum Leistungsträger

SID
Freitag, 05.09.2008 | 11:45 Uhr
U-21, Ashkan Dejagah
© Getty
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Im Oktober 2007 wurde sein Verzicht zum Politikum. Doch obwohl Ashkan Dejagah abermals einen Länderspieleinsatz gegen Israel absagte, droht ihm nicht der Ausschluss aus der deutschen U-21-Nationalmannschaft.

Denn Dejagah ist verletzt: Bei dem Deutsch-Iraner wurde eine Wadenblessur diagnostiziert, das entscheidende EM-Qualifikationsspiel in Duisburg gegen Israel muss ohne ihn stattfinden.

"Ich wäre gern gegen Israel aufgelaufen", sagte Dejagah. "Sein Ausfall tut weh. Ich hoffe, dass wir bald wieder mit ihm planen können", meinte Bundestrainer Dieter Eilts.

Die Erinnerungen an den Herbst 2007 versuchte Dejagah schon im Vorfeld auszublenden. "Die ganze Situation war sehr belastend für mich", befand der deutsche Nationalspieler mit iranischen Wurzeln. Das Hinspiel in Israel (2:2) hatte er aus persönlichen Gründen abgesagt und damit für Irritationen gesorgt.

Vorwürfe konnten glaubhaft entkräftet werden

Nach seinem Verzicht für die Partie am 12. Oktober 2007 in Tel Aviv waren dem Profi in öffentlichen Diskussionen antiisraelische Beweggründe unterstellt worden. Erst in einem Gespräch mit dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer konnte der Mittelfeldspieler die an ihn gerichteten Vorwürfe glaubhaft entkräften.

Der Grund für den "Spiel-Boykott" sei einzig die Sorge vor Repressalien gegen seine im Iran lebenden Verwandten gewesen.

Dejagah wurde in Teheran geboren, lebt aber seit mehr als 20 Jahren ebenso wie seine Eltern in Deutschland, andere Verwandte allerdings im Iran. Das dortige Regime, das unter anderem den Holocaust leugnet, verbietet es iranischen Staatsbürgern unter Strafandrohung, nach Israel zu reisen.

Dejagah redet nicht gern darüber

"Meine Eltern fahren regelmäßig in den Iran, ich habe das für meine Familie getan. Wir sind alle eher unpolitisch", versicherte Dejagah, der nicht gern über dieses Thema redet.

Er sei froh gewesen, als ihm Zwanziger nach der persönlichen Aussprache signalisiert hatte, dass er weiterhin in den deutschen Nationalteams zum Einsatz kommen könne.

"Als im Gespräch war, dass ich das nicht mehr dürfe, war ich sehr traurig. Zum Glück ist alles gut ausgegangen", sagte Dejagah, der in der deutschen U-21 längst ein unumstrittener Leistungsträger ist und hofft, dass er zu den anvisierten Relegationsspielen im Oktober wieder fit sein wird: "Unser Ziel ist klar, wir wollen Europameister werden."

Hier geht's zum Steckbrief von Dejagah

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