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Juventus - Real Madrid 0:3: Tor des Jahres! Rekord! Cristiano Ronaldo macht Juve nass

Von Jonas Rütten
Cristiano Ronaldo, Juventus Turin, Real Madrid

Real Madrid hat sich mit einem 3:0 (1:0) bei Juventus Turin eine hervorragende Ausgangssituation für das Viertelfinal-Rückspiel am kommenden Mittwoch verschafft und steht mit eineinhalb Beinen bereits im Halbfinale. Matchwinner für die Königlichen in einem hochklassigen Spiel war einmal mehr Cristiano Ronaldo, dem ein sensationelles Fallrückzieher-Tor gelang.

Allegri veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum 3:1-Sieg in der Serie A gegen Milan auf vier Positionen und stellte auf ein ungewohntes 4-4-2 um. Zidane vertraute hingegen exakt der Elf, die Juve im CL-Finale 2017 mit 4:1 geschlagen hatte. Juve bemühte sich, Reals Viererkette in den ersten Minuten im Ballbesitz früh unter Druck zu setzen, doch die Königlichen gingen damit sehr gut um, befreiten sich spielerisch und kamen bereits in der dritten Minute durch Ronaldo zum Führungstreffer.

In der Folge entwickelte sich ein unterhaltsames und temporeiches Spiel auf Augenhöhe, in dem Real immer wieder die Lösung über die Flügel suchte, um durch scharfe Hereingaben Ronaldo und Benzema in Szene zu setzen. In der Defensive agierten die Königlichen hingegen etwas unorganisiert, hatten ab und an Probleme mit dem Timing im eigenen Pressing und machten besonders im Spielaufbau ungewohnte Fehler. So hatte auch die Alte Dame immer wieder gefährliche Momente und Tempogegenstöße, spielte es im letzten Drittel dann aber zu kompliziert und unsauber.

Ein Standard sorgte für die größte Chance der Hausherren auf den Ausgleich, doch Higuain scheiterte Mitte der ersten Halbzeit am glänzend reagierenden Navas (22.). Zwar hatte Real im ersten Durchgang größere Spielanteile (56 Prozent Ballbesitz), aber Juve hatte nach dem Führungstreffer die gefährlicheren Aktionen in der Offensive. Real schoss nach der elften Minute nur noch einmal auf das Tor von Buffon, Kroos traf jedoch nur die Latte (36.).

Die Begegnung blieb auch im zweiten Durchgang hochklassig. Juve drückte auf den Ausgleich, doch Real profitierte knapp 25 Minuten vor dem Ende von einem Patzer in Juves Hintermannschaft, den Ronaldo mit einem traumhaften Fallrückzieher zum 2:0 bestrafte (64.). Anschließend ließ sich Dybala zu einem überharten Einsteigen gegen Carvajal hinreißen und flog mit Gelb-Rot vom Platz. Marcelo machte dann in der 72. Minute auf Vorlage von Ronaldo den Deckel drauf - nicht nur auf das Hinspiel, sondern vermutlich auch auf dieses Viertelfinale.

Für Juve ist die Heimpleite historisch. Die Alte Dame verlor zuletzt vor fünf Jahren ein Heimspiel in der Champions League. Damals Schlug der FC Bayern Juve mit 2:0. Dazwischen blieb Juve 23 Heimspiele in der Königsklasse ungeschlagen.

Die Daten des Spiels Juventus Turin - Real Madrid

Tore: 0:1 Ronaldo (3.), 0:2 Ronaldo (64.), 0:3 Marcelo (72.)

Gelb-Rote Karte: Dybala (66./Juventus)

  • Isco brachte jeden seiner 54 Pässe zum Mitspieler und ist erst der dritte Spieler seit Datenerfassung, der in einem CL-Spiel mindestens 50 Zuspiele ohne Fehlpass verzeichnet ( zweimal Xavi und Barzagli).
  • Ronaldo trifft als erster Spieler in zehn CL-Spielen in Folge und löst damit den vorherigen Rekordhalter Ruud van Nistelrooy ab, der 2002/03 als zuvor einziger Spieler neun Mal in Serie in der Königsklasse traf.
  • Hochklassig: Erst zum zweiten Mal in dieser CL-Saison haben beide Teams eine Passquote von mindestens 88 Prozent. Zuvor war dies im Achtelfinal-Rückspiel zwischen Real und PSG der Fall.
  • Juve kassierte in der Champions League nur zweimal ein früheres Gegentor: Im September 1995 durch Dortmunds Andi Möller und im April 2013 durch Bayerns David Alaba jeweils in der ersten Minute.

Der Star des Spiels: Cristiano Ronaldo (Real Madrid)

Wahnsinn! Das Wort beschreibt wohl am besten die Leistungen von CR7 in der Champions League. Erzielte die frühe Führung, sorgte per Fallrückzieher für die Entscheidung und legte dann noch das 3:0 durch Marcelo auf.

Der Flop des Spiels: Douglas Costa (Juventus Turin)

Hatte auf der rechten Seite einen schweren Stand gegen Marcelo. Kam eigentlich ganz ordentlich in die Partie und machte in den ersten Minuten Tempo, schlief aber gemeinsam mit De Sciglio beim 0:1 für Real, als Isco unbedrängt flanken durfte. Hatte die mit Abstand meisten Ballverluste aller 22 Spieler, die von Beginn an spielten (18) und brachte nur 69 Prozent seiner Pässe an den Mann. War zudem an keinem Torschuss beteiligt.

Der Schiedsrichter: Cüneyt Cakir (Türkei)

Hatte in der ersten Halbzeit einige kritische Situationen zu meistern. Etwas übertrieben seine Entscheidung, Bentacur nach einem Einsteigen im Mittelfeld mit Gelb zu verwarnen. Hätte nach einem Zweikampf zwischen Asamoah und Carvajal durchaus auf Strafstoß für Real entscheiden können, doch das war eine sehr schwere Entscheidung. Lag dafür aber richtig, als er Juve zunächst einen Handelfmeter verweigerte und Dybala wenig später für eine Schwalbe im Sechzehner Gelb zeigte. Auch der Platzverweis gegen Dybala im zweiten Durchgang ging in Ordnung.

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