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Champions League, 2. Spieltag: Borussia Dortmund - Real Madrid 2:2

Schürrle bewahrt starken BVB vor Pleite

Dienstag, 27.09.2016 | 22:45 Uhr
Der BVB rettet ein 2:2 gegen Real Madrid
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Borussia Dortmund hat die dritte Pflichtspiel-Niederlage der Saison abgewendet. Nach einer starken Leistung rettete der BVB gegen Real Madrid ein spätes 2:2 (1:1).

Vor 65.851 Zuschauern im Signal Iduna Park erzielte Cristiano Ronaldo die Führung für die Gäste (17.). Nach einem dicken Bock von Real-Keeper Keylor Navas besorgte Pierre-Emerick Aubameyang kurz vor der Pause (42.) den verdienten Ausgleich für den BVB. Für den Gabuner war es das siebte Tor im achten Pflichtspiel.

In der 68. Minute markierte Varane per Abstauber aus kürzester Distanz das 2:1. Eine Kombination von Einwechselspielern brachte schließlich das 2:2 für die Borussia: Pulisic spielte auf Schürrle, der in der 87. per sattem Linksschuss zum Endstand traf.

Der BVB gewann keines seiner letzten drei Heimspiele in der Champions League (zwei Remis, eine Niederlage). Das gab es für die Schwarz-Gelben letztmals vor über 15 Jahren (1999 bis 2001).

Real hat indes auswärts die letzten drei Königsklassen-Spiele nicht gewonnen (eine Niederlage, zwei Remis).

Die Reaktionen:

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund): "Es fühlt sich gut an, nach zweimaligem Rückstand nicht verloren zu haben. Wir können es aber noch besser. Es wäre sogar noch mehr drin gewesen. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas den Zugriff verloren. Aber wir haben Moral gezeigt."

Andre Schürrle (Borussia Dortmund): "Es zeugt von Selbstbewusstsein, gegen eine Top-Mannschaft so zurückzukommen. Wir haben ein junges Team und es war eine gute Erfahrung gegen einen großen Gegner. Daran können wir wachsen. Es hat auch gezeigt, dass wir großen Teams Paroli bieten können."

Zinedine Zidane (Trainer Real Madrid): "Nach der Führung ist es kein gutes Gefühl, wenn man drei Minuten vor dem Ende noch den Ausgleich kassiert. Dortmund hat am Anfang viel Druck gemacht."

Toni Kroos (Real Madrid): "Im Endeffekt können wir mit dem Unentschieden leben. Es ist natürlich ärgerlich. Wenn man in Führung geht, hat man eigentlich mehr Sicherheit. Im Großen und Ganzen ist das Unentschieden in Ordnung. Der Gegner war sehr stark und hatte in der ersten Hälfte mehr Ballbesitz. Das haben sie gut gemacht. Wir hatten wenig den Ball, was wir dann in der zweiten Hälfte korrigieren konnten. Dann waren wir stärker."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Thomas Tuchel verändert seine erste Elf nach dem 3:1-Sieg gegen den SC Freiburg nur einmal: Raphael Guerreiro rückt für Emre Mor ins Team.

Zinedine Zidane tauscht sein Startpersonal im Gegensatz zum 2:2-Unentschieden am Wochenende gegen Las Palmas dagegen auf vier Positionen: Navas kommt für Kiko Casilla zurück ins Tor, außerdem spielen Danilo, James Rodriguez und Benzema anstelle von Morata, Nacho und Asensio.

11.: Fehlentscheidung von Clattenburg: Wieder Freistoß, diesmal schießt Aubameyang aus 25 Metern. Ronaldo streckt in der Mauer den Arm weit von sich und bekommt den Ball dran. Klares Handspiel des Europameisters, das muss der nächste Freistoß sein, doch Clattenburg winkt ab.

13.: Dembele geht vom rechten Flügel nach innen und zieht dann aus zentraler Position ab - knapp über den Querbalken.

17., 0:1, Ronaldo: James schickt Bale rechts in den Sechzehner. Der legt mit der Hacke ab. Mit Glück rutscht das Leder Ginter durch die Beine und landet am rechten Fünfereck, wo Ronaldo flach neben dem langen Pfosten einschießt.

25.: Der BVB hat die große Chance zum Ausgleich: Aubameyang bedient Dembele rechts im Strafraum. Der lässt Varane ins Leere rutschen und zieht dann mit dem linken Fuß ab. Sein Schuss wird noch vom herangrätschenden Ramos abgefälscht und fliegt so haarscharf über den Kasten.

43., 1:1, Aubameyang: Der hochverdiente Ausgleich - aber was war das für ein Patzer von Keylor Navas? Guerreiro schlägt einen Freistoß aus gut 25 Metern zentral auf das Tor. Eigentlich kein Problem für den Torhüter, doch Navas faustet den Ball zentral nach vorne. Dieser prallt von Varane ab und springt Richtung Torlinie. Aubameyang hält die Fußspitze noch rein.

51.: Dembele wackelt Danilo am rechten Strafraumeck überragend aus und will das Leder dann ins kurze Eck hämmern - doch er verfehlt den Kasten um einige Zentimeter.

66.: Einen Eckstoß von rechts schlägt Kroos zentral vor den Kasten. Dort steigt Bale am höchsten, drückt das Leder jedoch knapp über die Latte.

68., 1:2, Varane: Kurz ausgeführte Ecke auf Linksaußen, Ronaldo schlägt den Ball vom linken Fünfereck an den langen Pfosten. Benzema hat sich im Rücken seines Verteidigers davon gestohlen und steht nicht im Abseits. Sein Volleyschuss aus kurzer Distanz prallt noch vom Kreuzeck zur Mitte ab, wo Varane zur erneuten Führung vollendet.

81.: Benzema legt zentral vor dem Strafraum auf Bale. Direkt weitergeleitet auf rechts, wo Ronaldo frei zum Schuss kommt, jedoch klar verzieht.

83.: Jetzt hat Navas seinen Fehler gut gemacht! Nach einem Stellungsfehler von Ramos ist Pulisic rechts auf und davon. Aus etwa 14 Metern zieht er druckvoll ab, doch Navas taucht ab und pariert. Nur wenige Sekunden später setzt Mor zum Fernschuss an, doch auch diesen tückischen Aufsetzer wehrt Navas ab.

87., 2:2, Schürrle: Der Joker sticht! Starker Antritt von Pulisic, der das Leder vom rechten Flügel nach innen treibt und dann gefühlvoll zur Mitte flankt. Aubameyang probiert es mit einem Seitfallzieher, doch segelt vorbei. Das Leder landet links im Strafraum bei Schürrle. Starke Ballannahme, satter Abschluss, genau unterm Dach schlägt es ein - unhaltbar!

Fazit: 45 Minuten lang spielte der BVB Real an die Wand. Obwohl der Ausgleich spät fiel, ist mindestens dieser Punkt hochverdient.

Der Star des Spiels: Julian Weigl. Ganz starkes Spiel im zentralen Mittelfeld. Spielte insgesamt 100 Pässe, erst in der 51. Minute unterlief ihm der erste Fehlpass. Führte die zweitmeisten Zweikämpfe auf dem Platz, gewann am häufigsten den Ball (elfmal) und hatte die Hoheit im zentralen Mittelfeld.

Der Flop des Spiels: Danilo. Erlebte keinen guten Tag auf der Linksverteidiger-Position. Wurde von Dembele ein ums andere Mal nass gemacht und ließ so zahlreiche Torchancen zu. Ließ sich zudem vor dem 2:2 von Pulisic überlaufen und konnte dessen Flanke nicht verhindern.

Der Schiedsrichter: Mark Clattenburg. Hatte vor allem in der Anfangsphase alle Hände voll zu tun. Lag dabei meist richtig in seinen Entscheidungen, allerdings unverständlich, wie er Ronaldos deutliches Handspiel übersehen konnte (11.). Auch Ronaldos Tritte gegen Schmelzer ahndete er nicht. Unter dem Strich hätte der Europameister in der Summe der Aktionen vielleicht sogar vom Platz fliegen können.

Das fiel auf:

  • Der BVB bestätigte seine starke Frühform und spielte die Königlichen zwischenzeitlich an die Wand. Aus einer 4-1-4-1-Grundordnung heraus dominierten die Hausherren den Rhythmus und erspielten sich so früh zahlreiche gute Gelegenheiten. Nach einer halben Stunde hatte das Team von Thomas Tuchel 66 Prozent Ballbesitz, 6:3 Torschüsse und 262:146 Pässe.
  • Real startete auf dem Papier in einem 4-3-3 mit Toni Kroos als Sechser vor der Abwehr. De facto entwickelte sich jedoch schnell ein 4-2-3-1, da James Rodriguez deutlich offensiver als Zehner agierte, während sich Modric neben Kroos auf die Doppelsechs fallen ließ.
  • Die Gäste zogen sich von Anfang an weit in die eigene Hälfte zurück und spekulierten auf Kontersituationen. Die kamen vor allem dann, wenn Kroos und Modric die Bälle im Zentrum gewannen (im ersten Durchgang hatten beide die meisten Ballgewinne auf dem Platz) und das Spiel schnell machten. Aus einer solchen Situation fiel auch der Führungstreffer.
  • Matthias Ginter und Julian Weigl waren bei der Borussia die zentralen Figuren im Aufbauspiel. Die beiden hatten mit Abstand die meisten Ballaktionen und spielten die meisten Pässe bei den Hausherren. Insbesondere Weigls Ballverteilung war überragend: Erst in der 50. Minute unterlief ihm der erste Fehlpass, davor hatte er 61 Bälle zum Mitspieler gebracht.
  • Nach dem Durchgang wurde die Partie ausgeglichener - zumindest hinsichtlich der Ballbesitz- und Passstatistik. In den Zweikämpfen waren die Königlichen jedoch griffiger, gewannen 67 Prozent der Zweikämpfe.

Borussia Dortmund - Real Madrid: Die Statistik zum Spiel

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