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Fussball

Leicester besiegt Sevilla und ist im Viertelfinale

Dienstag, 14.03.2017 | 22:35 Uhr
Leicester bejubelt den Einzug ins Viertelfinale

Leicester City gewann sein Rückspiel im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Sevilla mit 2:0 (1:0). Somit zogen die Foxes trotz der 1:2-Hinspielniederlage ins Viertelfinale ein.

Vor 32.300 Zuschauern im ausverkauften King Power Stadium brachte Wes Morgan Leicester City in der 27. Minute in Führung. Er kürte sich somit zum ersten jamaikanischen Torschützen der Champions-League-Geschichte.

In der 54. Minute verdoppelte Marc Albrighton die Führung. 20 Minuten später musste Samir Nasri mit Gelb-Rot vom Platz. Wenig später vergab Steven N'Zonzi einen Elfmeter (80.).

Sevilla-Trainer Jorge Sampaoli hat seine Zwei-Spiele-Sperre (Fehlverhalten am 5. Spieltag der Gruppenphase gegen Juventus Turin) abgesessen und durfte seine Mannschaft wieder von der Bank coachen. In der 83. Minute wurde er wegen übertriebenem Reklamierens jedoch erneut auf die Tribüne verwiesen.

Sevillas Nicolas Pareja und Vitolo bestritten ihr 50. Europapokalspiel.

Zum ersten Mal seit der Qualifikationsrunde zum Europapokal der Pokalsieger in der Saison 1961/62 überstand Leicester eine K.o.-Runde in einem internationalen Wettbewerb.

Leicester City ist eines von vier Teams (neben dem FC Bayern, Atletico Madrid und dem FC Barcelona), die in der laufenden Champions-League-Saison alle Heimspiele für sich entschieden.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Leicester-Trainer Shakespeare, dem am Sonntag das Vertrauen bis zum Saisonende ausgesprochen wurde, schickt die identische Mannschaft aufs Feld, die in der Liga zuletzt mit 3:1 gegen Hull gewann. Im Vergleich zur Hinspiel-Niederlage in Sevilla gibt es eine Änderung: Okazaki beginnt statt Musa.

Beim 1:1 gegen Leganes schonte Sevilla-Trainer Sampaoli einige Stammspieler, die nun in die erste Elf zurückkehren. Insgesamt gibt es acht Änderungen: Pareja, Mercado, N'Zonzi, Iborra, Escudero, Ben Yedder, Vitolo und Nasri beginnen statt Lenglet, Mariano, Kranevitter, Correa, Vazquez und Jovetic (alle Bank) sowie Carrico und Montoya (beide nicht im Kader).

4.: Nasri geht halbrechts im Strafraum an Morgan vorbei und zieht dann aus spitzem Winkel ab. Schmeichel pariert mit der linken Hand.

27., 1:0, Morgan: Mahrez schlägt einen Freistoß von der linken Seite hoch in die Mitte. An der zweiten Stange setzt sich Morgan gegen Mercado durch und drückt den Ball mit der Hüfte ins Tor.

46.: Sevilla-Trainer Sampaoli wechselt in der Pause doppelt und tauscht die Besetzung der linken Seite. Für Sarabia und Mercado kommen Jovetic und Mariano.

53.: Escudero zieht aus etwa 30 Metern ab, trifft aber nur links oben die Latte. Schmeichel hätte wohl keine Chance gehabt.

54., 2:0, Albrighton: Mahrez flankt von der linken Strafraumecke in die Mitte. Dort klärt Rami mit dem Kopf, der Ball landet aber an der Strafraumgrenze bei Albrighton. Er schießt flach rechts unten ein.

74., Gelb-Rote Karte, Nasri: Vardy und Nasri geraten bei einer Diskussion mit den Köpfen aneinander. Beide Beteiligten sehen dafür die Gelbe Karte, für Nasri ist es die zweite.

80.: Vitolo stürmt in den Strafraum, legt den Ball an Schmeichel vorbei und wird dann vom Dänen umgesenst. Zurecht zeigt Schiedsichter Orsato auf den Punkt. N'Zonzi tritt den Elfmeter flach Richtung rechte Ecke. Schmeichel pariert.

88.: Vardy taucht nach einem Pass von Mahrez halbrechts im Strafraum frei vor Rico auf. Er verzieht aber deutlich.

Fazit: Leicester präsentiert sich äußerst selbstbewusst und drückt einem espritlosen Sevilla sein Spiel auf. Hochverdient ziehen die Foxes ins Viertelfinale ein.

Der Star des Spiels: Riyad Mahrez. Der Rechtsaußen sorgte für viel Betrieb und leitete mit zwei Flanken die beiden Treffer ein. Außerdem bestritt Mahrez viele Zweikämpfe, von denen er den Großteil für sich entscheiden konnte.

Der Flop des Spiels: Gabriel Mercado. Der Rechtsverteidiger hatte defensiv immer wieder Probleme mit seinen Gegenspielern Albrighton und Fuchs. Beim Treffer zum 0:1 ließ er seinen direkten Gegenspieler Morgan gewähren. Offensiv setzte Mercado kaum Akzente und fiel stattdessen mit etlichen Fehlpässen auf. Er brachte nur knapp 60 Prozent seiner Zuspiele an den Mann. Folgerichtig wurde Mercado in der Pause ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Daniele Orsato (Italien). Mit der frühen und zu Recht gezeigten Gelben Karte gegen Nasri setzte der Schiedsrichter ein Zeichen. Er hatte die Partie gut im Griff und leistete sich keine groben Fehler. Der Platzverweis für Nasri war genauso korrekt wie der Elfmeter für Sevilla.

Das fiel auf:

  • Wie bei den beiden bisherigen Spielen unter Trainer Shakespeare präsentierte sich Leicester äußerst selbstbewusst und aggressiv. Sevilla wirkte dagegen ungewohnt verunsichert. Im Hinspiel stellte sich die Rollenverteilung diesbezüglich exakt gegenteilig dar.
  • Leicester agierte bei gegnerischem Ballbesitz wie gewohnt in einem klassischen 4-4-2. Die Foxes standen sehr kompakt und verschoben hervorragend.
  • Im Offensivspiel mutierte die Formation oftmals zu einem 4-2-3-1, Okazaki bewegte sich dabei um Vardy herum. Immer wieder wurde Vardy mit weiten Pässen in die Tiefe geschickt.
  • Äußerst aktiv waren bei Leicester die beiden Flügelspieler Mahrez und Albrighton (vor allem im Zusammenspiel mit Fuchs). In der ersten Halbzeit kamen nicht einmal 15 Prozent aller Angriffe der Foxes durch das mittige Drittel.
  • Sevilla spielte in einem 4-2-3-1-System. Das Aufbauspiel übernahm dabei meist N'Zonzi, der auch zu den Spielern mit den meisten Ballaktionen auf Seiten Sevillas zählte. Den in der Folge von ihm eingesetzten Offensivspielern fehlten jedoch über weite Strecken der Partie die Ideen. Speziell Nasri wirkte einfallslos und zunehmend entnervt. Die Gelb-Rote Karte für ihn hatte sich durchaus abgezeichnet.
  • Sevillas Raumaufteilung stellte sich in der ersten Halbzeit etwas asymmetrisch dar. Der nominelle Rechtsaußen Sarabia agierte deutlich offensiver als sein Pendant auf Links Vitolo. Er mutierte oftmals zu einem dritten defensiven Mittelfeldspieler neben Iborra und N'Zonzi. Das änderte sich aber mit den Pausen-Wechseln.
  • Sevilla schaffte es in der Schlussphase nicht wirklich, Druck aufzubauen und die Foxes arg in die Bredouille zu bringen (die Situation, die zum Elfmeter führte, war diesbezüglich eine Ausnahme). Leicester kam hingegen zu einigen guten Konterchancen, die die Foxes aber nicht nutzen konnten.

Leicester City - FC Sevilla: Die Statistik zum Spiel

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