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Fussball

Im Norden nichts Neues

Der FC Bayern steht im Viertelfinale

Der FC Bayern steht nach dem 5:1-Sieg beim FC Arsenal und einem Gesamtergebnis von 10:2 aus beiden Achtelfinal-Partien im Viertelfinale der Champions League. Die Dienstreise nach London brachte weniger neue Erkenntnisse, als dass sie alte bestätigte.

So richtig viel zu erzählen gab es am Dienstagabend im Unterbau des Emirates Stadium gar nicht. Da, wo der Mannschaftsbus bereits wartete, grinsten die meisten Bayern-Spieler höflich in die Kameras und verschwanden dann doch rasch hinter getönten Scheiben. Außer Mats Hummels, der einen sehr redseligen Abend erwischte - trotzdem natürlich tiefenentspannt war.

Tatsächlich aber war die Geschichte des Abends schnell aufgearbeitet. Die Bayern, die mit einem uneinholbaren 5:1 aus dem Hinspiel angereist waren, ließen die Partie zunächst etwas lockerer angehen - in Anbetracht der kräftezehrenden nächsten Wochen irgendwo auch verständlich.

Eine einzelne Szene entschied die Partie und zog schlussendlich einen sehr ähnlichen Verlauf nach sich wie das Hinspiel. Mit dem gleichen Ergebnis. Und den gleichen beiden Feststellungen.

Die Bayern sind in Form: CHECK!

Dass die Bayern derzeit in einer herausragenden Verfassung sind, war schon vorher bekannt. Die jüngsten Ergebnisse sprechen für sich, das Team wirkte zuletzt extrem gefestigt und harmonierte in allen Bereichen sehr gut.

"Die Erfahrung, die wir mit der damit verbundenen Ruhe und unserer spielerischen Klasse auf dem Platz haben, ist sicherlich ein Faktor", stellte Hummels fest, der aber auch die Schwächephase des FCB in der ersten Hälfte gegen die Gunners kritisierte. Das musste er tun, strebt der Rekordmeister doch stets nach dem Maximum. Geplant hatte aber natürlich niemand, Arsenal noch einmal Hoffnung schöpfen zu lassen.

Sicherlich profitierten die Bayern von Laurent Koscielnys Roter Karte. "Damit hat sich die Partie komplett verändert", gestand Hummels, der aber auch einordnete: "Wenn wir die Partie mit der gleichen Anspannung angegangen wären wie das Hinspiel, hätten wir die Probleme vor der Pause gar nicht erst bekommen."

Genau das ist der springende Punkt: Carlo Ancelottis Team schafft es derzeit, dann zu liefern, wenn es muss. Das zeigte das Rückspiel im Emirates Stadium wieder einmal.

Hummels versicherte, dass er zu keinem Zeitpunkt Sorgen ums Weiterkommen hatte: "Uns war klar, dass wir das Spiel mit unserer Offensive jederzeit entscheiden können." Seine Vorderleute taten nach der Pause genau das eindrucksvoll: "Wir sind momentan auf jeden Fall in der richtigen Verfassung, um in diesem Wettbewerb weit zu kommen."

Arsenal hat ein Mentalitätsproblem: CHECK!

Doch nicht nur die Bayern behielten dank der zweiten Hälfte ihren aktuellen Lauf bei. Das tat auch Arsenal - im negativen Sinn.

Die Rote Karte schwächte die Gunners nicht nur personell, sondern vor allem auch mental. Mal wieder. Mal wieder zeigte das Team im Verbund kein Rückgrat, mal wieder gab sich die Hintermannschaft mit jedem weiteren Gegentor ein Stückchen mehr auf.

Auch wenn die Bayern anschließend betonten, dass das 5:1 nicht den Spielverlauf wiedergebe, so führte Arsenals labiles Verhalten wie schon vor drei Wochen zur Resignation. "Ich weiß heute schon, dass es im Viertelfinale schwieriger wird als das, was wir diese Runde erlebt haben", blieb Karl-Heinz Rummenigge entsprechend nur zu sagen übrig.

"Wir hatten auch damit gerechnet, dass wir mehr als 40, 50 Minuten guten Fußball von Arsenal sehen in den beiden Spielen", wirkte auch Manuel Neuer durchaus verwundert ob des doppelten eklatanten Einbruchs des Gegners. Arsenal verfiel in die gleichen Muster wie in München. Für die eigenen Fans, die vor der Partie schon einen Protestmarsch gegen Trainer Arsene Wenger veranstaltet hatten, wirkte das wie ein schlechter Witz.

Im Norden nichts Neues

Das Rückspiel in London wies letztlich also doch mehrere Parallelen zum Hinspiel auf - mehr, als erwartet werden durften.

Während die Bayern gerade in Fahrt zu kommen scheinen und vor allem auch mit den Ergebnissen Eindruck hinterlassen, sind Arsene Wenger nach den ernüchternden Duellen die letzten Argumente für einen Verbleib über den Sommer hinaus ausgegangen.

Neue Erkenntnisse brachte die Bayern-Reise in den Norden somit nicht wirklich. Sie bestätigte die aus dem Hinspiel aber sehr deutlich. Verändert hat sich eigentlich nur die Kluft zwischen dem erfolgreichen FCB und den erfolglosen Gunners: Sie ist - zumindest emotional - sogar noch größer geworden.

FC Arsenal - FC Bayern: Die Statistik zum Spiel

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