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Liefern, wenn's drauf ankommt

Mittwoch, 17.02.2016 | 09:09 Uhr
Die Parade des Spiels: Trapp verhindert Costas Tor mit einem sensationellen Reflex
© getty
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Paris Saint-Germain gewinnt sein Achtelfinal-Hinspiel auch dank der Leistung von Kevin Trapp. Das "Sicherheitsrisiko" zeigt in der crunch time seine besten Paraden. Doch PSG ist noch nicht über dem Berg - der Gegner heißt schließlich FC Chelsea.

Kevin Trapp musste sich schon allerhand gefallen lassen, seitdem er bei Paris Saint-Germain im Tor steht. "Das Sicherheitsrisiko aus Deutschland", schrieb die Zeitung Le Figaro einmal und unterstellte den PSG-Bossen, sich beim Erwerb des Keepers aus Allemagne vergriffen zu haben.

Besonders heftig fiel die Kritik an Trapp nach dem Gruppenspiel in der Champions League der Pariser Anfang November 2015 in Madrid aus, als er Nacho mit einen unnötigen Ausflug aus seinem Tor den Siegtreffer ermöglichte.

Bereits drei Tage zuvor hatte sich Trapp im Ligaspiel gegen Bordeaux den Ball vom Fuß klauen lassen und ein Gegentor verschuldet.

Keines dieser Liga-Spiele...

Dass sich der Import aus Frankfurt aber doch gelohnt hat, bewies Trapp am Mittwochabend. Es war keines dieser Ligaspiele gegen Angers oder Guingamp, in denen die Pariser Startruppe so überlegen ist, dass Trapp 90 Minuten lang Dehnübungen macht, damit er nicht irgendwann einschläft.

Es war das Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Chelsea. Es war crunch time. Für Trapp speziell in der 23. Minute.

Eine Flanke segelt über den schlecht positionierten David Luiz auf den Kopf von Diego Costa. Torentfernung drei Meter. Costa macht viel richtig, er köpft gegen die Bewegungsrichtung von Trapp, der sich in die linke Ecke orientiert. Doch Trapp reißt den rechten Arm hoch und lenkt den Ball irgendwie an die Latte. Eine Weltklasse-Parade.

Erneut Sieger gegen Costa

Ohne das nötige Glück hatte noch keine Mannschaft in der Champions League Erfolg, wenn es darauf ankam. Der Ball hätte auch ins Tor tropfen können, doch Trapp hatte es in dieser Situation verdient, dass er von der Latte ins Aus sprang.

"Kevin hat uns vor einem Rückstand bewahrt. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn wir da in Rückstand geraten wären?", sagte David Luiz.

Kurz nach der Pause war Trapp ein weiteres Mal zur Stelle, als er erneut gegen Costa geschickt den Winkel verkürzte, sich breit machte und den Ball an den linken Fuß bekam. Seine eigene Leistung wollte Trapp nicht groß kommentieren, vielmehr sprach er von der enormen Qualität, die seine Mannschaft besitze.

"Wir sind sehr, sehr stark. Wir können mit jeder Mannschaft mithalten. Wir sind fähig, ganz, ganz Großes zu leisten", sagte Trapp bei Sky. Dennoch sei gegen Chelsea zu wenig herausgekommen: "Wir hatten extrem viele Möglichkeiten und hätten vielleicht noch ein Tor mehr erzielen können, was gut fürs Rückspiel gewesen wäre. So ist es ein enges Ergebnis."

Erste Niederlage für Hiddink

Nach den Erkenntnissen des Hinspiels würde es nicht verwundern, sollte es im dritten K.o.-Duell in der Königsklasse zwischen Paris und Chelsea im dritten aufeinanderfolgenden Jahr erneut ein Herzschlag-Rückspiel geben. In den letzten beiden Jahren fielen jeweils späte Tore und beide Male entschied die Auswärtstorregel über Weiterkommen und Ausscheiden.

Paris war nicht nur die deutlich aktivere Mannschaft, sondern zeigte die bessere Spielanlage und hohes Tempo bis zur letzten Minute. Was fehlte, war der Punch vorm Tor.

Thibaut Courtois hielt zwar einige Bälle, musste bei keinem aber über sich hinauswachsen. Ein Genie-Pass von Angel di Maria und die Kaltschnäuzigkeit von Edinson Cavani machten letztlich den Unterschied.

Doch Paris bekam es hautnah mit, wie schwierig es auch in dieser Saison ist, den FC Chelsea zu besiegen. Es war überhaupt erst die erste Niederlage für Guus Hiddink im 13. Spiel als Mourinho-Nachfolger.

Chelsea bleibt gefährlich

Wie schon so oft in der Champions League gelang es den Blues in Paris, mit viel Einsatz in der Defensive, speziell in der letzten Linie, Schlimmeres als ein 1:2 zu verhindern. In der Luft sind die robusten Verteidiger der Londoner nach wie vor kaum zu überwinden, jeder Zweikampf wird intensiv geführt.

Und wie so oft machte Chelsea aus einem Standard ein Tor; eine Qualität, die in engen Spielen auf diesem Niveau nicht selten über Sieg und Niederlage entscheidet.

Besonders schön anzuschauen ist die Spielweise der Blues nicht. Aber Spieler wie Eden Hazard, Pedro, Willian oder Cesc Fabregas sind in der Lage, jederzeit für eine entscheidende Aktion zu sorgen.

"Unsere Ausgangslage ist nicht schlecht. Zuhause können wir nach wie vor jeden Gegner schlagen", sagte Interims-Kapitän Branislav Ivanovic, der den verletzten John Terry vertrat. Unter Hiddink hat die Mannschaft durch die lange Serie ohne Niederlage wieder Selbstvertrauen getankt. "Wir kommen allmählich wieder dorthin, wo wir sein wollen, wo vor allem der FC Chelsea hingehört", sagte Hazard.

"Man darf Chelsea nie abschreiben"

Nach der extrem schwachen Hinrunde in der Premier League kann sich Chelsea auf die Pokal-Wettbewerbe konzentrieren.

Kommenden Sonntag steht das FA-Cup-Spiel gegen Manchester City auf dem Plan, in drei Wochen das Rückspiel gegen Paris. Vielleicht ist die Saison für die Blues dann schon mehr oder weniger vorbei. Vielleicht geht sie dann aber auch erst richtig los.

"Man darf Chelsea nie abschreiben. Sie haben Probleme in dieser Saison, sind aber immer noch sehr gefährlich", sagte David Luiz.

Der Brasilianer muss es wissen: 2012 wurde er mit Chelsea Champions-League-Sieger.

PSG - Chelsea: Daten zum Spiel

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