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Champions League, Viertelfinale

Chicharito bestraft Atletico-Mauertaktik

Mittwoch, 22.04.2015 | 22:40 Uhr
616 Spiele CL-Erfahrung konnte die Real-Startelf vor der Partie vorweisen, Atletico nur 213
© getty
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Real Madrid hat das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League mit 1:0 (0:0) gegen Atletico Madrid gewonnen und steht nach dem torlosen Remis im Hinspiel verdient im Halbfinale. Den entscheidenden Treffer der Königlichen erzielte der Mexikaner Javier Hernandez.

Vor 78.300 im ausverkauften Santiago Bernabeu schoss Javier Hernandez das erlösende Tor zu Gunsten der Königlichen (88.), die das Spiel über weite Strecken dominierten.

Real Madrid steht damit zum fünften Mal in Folge im Champions-League-Halbfinale. Insgesamt ist es die zehnte Teilnahme in der Runde der letzten Vier.

Für die Rojiblancos reißt hingegen eine Serie: Seit der Saison 1996/1997 erreichte Atletico bei fünf Viertelfinal-Teilnahmen in europäischen Wettbewerben immer das Halbfinale.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Heim-Trainer Ancelotti nimmt vier Änderungen an dem Team vor, das Malaga am Wochenende 3:1 besiegen konnte: Bale, Modric (beide verletzt), Arbeloa (Bank) sowie der gesperrten Marcelo gucken zu, Chicharito, Varane, Carvajal und Coentrao starten.

Simeone ändert sein Team gegenüber dem 2:1 in La Coruna auf zwei Positionen. Für Raul Garcia und Gimenez spielen Mandzukic und Miranda.

12.: Rodriguez schickt Hernandez von halbrechts in den Strafraum, aus spitzen Winkel trifft der Mexikaner aber nur das Außennetz. In der Mitte schimpft der mitgelaufene Ronaldo.

14.: Ronaldo erster Auftritt am heutigen Abend. Bedient von macht der Weltfußballer noch ein paar Schritte und schließt aus 20 Metern zentraler Position mit dem Linken ab - der Ball rauchst gut einen Meter am rechten Pfosten vorbei.

29.: Nach einer halben Stunde endlich der erste Torschuss! Rodriguez vertändelt mit schlechter Ballannahme 20 Meter vor dem eigenen Sechzehner den Ball gegen Gamez, der ansatzlos abschließt. Casillas hat keine Probleme.

44.: Tiago verstolpert das Leder im Spielaufbau gegen James, der sofort zum gestarteten Ronaldo durchsteckt. Aus neun Metern halbrechter Position scheitert der Portugiese an Oblak, der lange stehen bleibt. Gute Tat des Keepers, der schon im Hinspiel mit Abstand bester Mann auf dem Platz war.

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49.: Chicharito setzt sich im Strafraum mal im Rücken der Innenverteidiger ab und Isco spielt den starken Schnittstellenpass. Aus der Drehung bringt der Mexikaner den Ball vom linken Fünfereck mit links zwar an Oblak, aber auch am langen Pfosten vorbei.

76., Gelb-Rot für Turan (Atletico): Das war es für den Türken! Turan hält den Schlappen drauf gegen Ramos und sieht die Ampelkarte. Auch wenn es an der Entscheidung selbst keine Zweifel gibt, bleibt aufgrund der vielen nicht gegebenen Gelben Karten in anderen Situationen ein fader Beigeschmack.

88., 1:0, Hernandez: Ronaldo marschiert rechts durch das gesamte Atletico-Mittelfeld und gelangt per Doppelpass mit James in den Strafraum. CR7 zieht nach innen und bedient Chicharito, der vom Elfmeterpunkt ins von Oblak verlassene Tor einschiebt.

Fazit: Verdienter Sieg für Real, das es über 90 Minuten versuchte und sich kurz vor Schluss belohnte. Atletico wollte sich ins Elfmeterschießen mauern und wurde von der besseren Mannschaft bestraft. 23-6 Torschüsse, 10-4 Ecken, und 63 Prozent Ballbesitz sprechen eine eindeutige Sprache.

Der Star des Spiels: Da sich kein Spieler so wirklich hervortat, kann es an diesem Abend nur einen Star des Spiels geben: Javier Hernandez. Hatte die meisten Torschüsse aller Akteure und erzielte den einzigen Treffer in 180 Minuten Derbi madrileno.

Das heiße Derbi im RE-LIVE

Der Flop des Spiels: Saul Niguez. Diesen Saul hätte Simeone am heutigen Abend besser nicht in die Startelf gerufen: 17 Ballaktionen, 89 Prozent verlorene Zweikämpfe, fünf Pässe und davon zwei zum Gegner - ganz schwache Partie des Spaniers, die nach 45 Minuten beendet war. Kaum besser sein Teamkamerad Griezmann, der allerdings von seinen Hinterleuten auch kein einziges vernünftiges Zuspiel bekam.

Der Schiedsrichter: Felix Brych entschied sich früh, die Spieler an der langen Leine zu halten und ließ den Gelben Karton eine ganze Zeit lang stecken, obwohl einige Szenen durchaus eine Verwarnung verdient gehabt hätten. Der Plan des deutschen Gespanns, das Geschehen damit zu beruhigen, ging allerdings nicht auf. Ein ums andere Mal überstrapazierten die 22 Akteure den durch Brych erteilten Freiraum durch unnötig harte Fouls und unsportliches Verhalten.

Das fiel auf:

  • Ancelotti versuchte es trotz der vielen Ausfälle mit einem 4-3-3 mit Ronaldo und Rodriguez als offensive Flügel. Da sich der Kolumbianer aber regelmäßig tief fallen ließ, um den Spielaufbau zu unterstützen, formierte sich das System mehr zu einem 4-4-2 mit Hernandez und Ronaldo in der Sturmspitze.
  • Kroos kam einmal mehr die Rolle des Quarterbacks zu, der sich flankiert von Ramos und Isco die Bälle bei Pepe und Varane abholte, um sie dann an die Außen zu verteilen. Dabei fand er wesentlich öfter den Weg über die rechte Seite, wo Carvajal, Ramos und Rodriguez deutlich aktiver waren als Coentrao, Isco und Ronaldo auf der anderen. Nach 90 Minuten wie im Hinspiel mit einer überragenden Passqoute von knapp 97 Prozent.
  • Atletico ging das Spiel in einem sehr defensiv orientierten 4-4-2 an. Der Ballvortrag Reals wurde frühestens ab der Mittellinie attackiert. Die Königlichen taten sich so zwar leicht, das Spiel von hinten zu eröffnen, spätestens nach dem Passieren der nur zögerlich pressenden Griezmann und Mandzukic liefen sie sich dann aber immer wieder in den massierten Viererreihen der Gäste fest. So endete die erste Hälfte zwar mit über 65 Prozent Ballbesitz zu Gunsten Reals, wirklich gefährlich wurde es aber nur ein Mal.
  • Simeones Matchplan blieb auch nach dem Seitenwechsel unverändert: hinten dicht und nach Balleroberung langes Holz auf Mandzukic oder Griezmann. Keine Spur vom sonst so gefährlichen Konterspiel der Rojiblancos. Selbst wenn sich mal die Gelegenheit zum schnellen Gegenstoß bot, wurde das Tempo eher verschleppt als forciert. Mit der Herausnahme Griezmanns wurde das System sogar zu einem noch defensiverem 4-5-1.
  • Die Quittung für seine Mauertaktik bekam der Argentinier in der 88. Minute. Atletico versuchte zwar noch, den Hebel umzulegen, lief dann aber der Zeit hinterher.

Real Madrid - Atletico Madrid: Die Statistik zum Spiel

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