Mittwoch, 22.04.2015
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Bayerns 6:1-Gala gegen Porto

Der Schein trügt nicht

Dem 7:0 gegen Donezk folgt ein 6:1 gegen Porto. Losglück? Schwacher Gegner? Nein! Der FC Bayern demonstrierte im Rückspiel abermals seine wahre Stärke. Nur einer war mal wieder nicht zufrieden.

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Die Spieler des FC Bayern nach der 6:1-Gala gegen Porto
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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Die Spieler des FC Bayern nach der 6:1-Gala gegen Porto

Pepe Reina stand direkt am Tunnel. Applaudierend. Daneben stellten sich Claudio Pizarro, Bastian Schweinsteiger, Gianluca Gaudino, Sebastian Rode und Mitchell Weiser auf. Auch sie applaudierten andächtig. Dante reichte das bloße Händeklatschen nicht. Er stürmte den Rasen, er musste irgendjemanden umarmen. Ganz schnell. Vielleicht auch aus Dank. Wer würde es dem Brasilianer nach dem Hinspiel verdenken, als er unter anderem mindestens ein Gegentor mitverantwortete.

Zwischen dem FC Bayern München und dem FC Porto waren im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinalspiels gerade erst einmal 45 Minuten gespielt. Allerdings stand es da schon 5:0 für den Gastgeber. 5:0 - nach einem 1:3 im Hinspiel, das für Viele der Anfang vom Ende für die Bayern gewesen sein sollte.

Die Ersatzspieler des FC Bayern quittierten die Leistung ihrer elf Kollegen im Einsatz mit einem ehrlichen und anerkennenden Beifall. Wie die 70.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena. Alle klatschten, bis Manuel Neuer und Co. in die Kabine verschwanden. Und Reina tat es auch danach noch.

Reinas Tipps

Dabei wusste der Spanier eigentlich schon längst, dass das ein guter Abend für die Münchener werden würde. "Er war unser Insider. Er hat mit Neapel letztes Jahr gegen Porto gespielt und hat gesagt, dass sie auswärts nicht so gut sind", sagte Thomas Müller, der in der 36. Minute das dritte von sechs Toren erzielte, über die Mutmacher-Infos Reinas.

Es ist sicher keine Überraschung, dass der FC Bayern ein Heimspiel gegen den Zweiten der Liga Portugals gewinnt. Dass die Bayern mehr als ein, zwei Tore schießen können, haben sie auch schon oft genug bewiesen: Die Münchener haben in sechs Champions-League-Spielen mehr Tore erzielt als beispielsweise der Hamburger SV in 29 Bundesliga-Spielen.

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Es sind die Umstände, unter denen die Münchener abermals das Halbfinale des wichtigsten Klub-Wettbewerbs der Welt erreicht haben und das fulminante 6:1 zu etwas Besonderem machen. "Ich sage das seit einem Monat: Wir spielen mit 13, 14 Spielern alle drei Tage", sagt Trainer Pep Guardiola.

Qualität ist das Problem

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REAL - ATLETICO 1:0: In Madrid fieberte eine ganze Stadt dem zweiten Derby innerhalb von einer Woche entgegen
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Im Santiago Bernabeu hatten sich die Fans dann auch etwas ganz besonderes einfallen lassen. Das ganze Stadion erleuchtete in den Vereinsfarben weiß und lila
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In der ersten Halbzeit passiert nicht viel. Einzig Ronaldo hatte eine große Chance. Atletico enttäuscht hingegen
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Dr. Felix Brych zeigte in der 76. Minute Arda Turan nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Das war der Anfang vom Ende
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Denn in der 88. Minute schoss Chicharito, die kleine Erbse, sein Real Madrid ins Halbfinale. Ronaldo bereitete die Bude sehenswert vor
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MONACO - JUVENTUS 0:0: In Monaco sind die Fans beider Lager bereit für eine gute Partie. Besonders die Anhänger der alten Dame gehen mit voller Vorfreude ins Rückspiel
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Natürlich ließ sich auch Prinz Albert II von Monaco dieses Spiel nicht entgehen. Ob sein Neffe und er sich gerade über mögliche Gewinner-Strategien unterhalten?
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In Monaco gibt es in Halbzeit eins so gut wie nichts zu sehen. EInzig ein nicht geahndetes Foul an Monacos' Geoffrey Kondogbia im Strafraum der Gäste sorgte für Aufregung
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Es entwickelte sich eine ereignisarme Partie, in der Monaco aber klare Vorteile hatte. Auch Arturo Vidal konnte dem Spiel seiner alten Dame nicht wie gewohnt den Stempel aufdrücken. Er wurde ausgewechselt
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Es entwickelte sich eine ereignisarme Partie, in der Monaco aber klare Vorteile hatte. Auch Arturo Vidal konnte dem Spiel seiner alten Dame nicht wie gewohnt den Stempel aufdrücken. Er wurde ausgewechselt
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Auch Pirlo und Moutinho fiel nicht wirklich viel ein. Juve soll es recht sein. Das 0:0 reicht den Italienern, um ins Halbfinale einzuziehen
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FC BAYERN - FC PORTO 6:1: Paukenschlag nach 14 Minuten! Dem FCB gelingt das frühe Tor - und da war Zunder in Thiagos Kopfball!
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Die Portugiesen gingen nicht zimperlich mit den Bayern um. Yacine Bahimi und Rafinha üben sich im Rasen-Catchen
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Der Dank für Boatengs Tor zum 2:0 geht nicht an Vorbereiter Badstuber, sondern an den Mann im Mond
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Brust raus, Mia-san-Mia-Gesichtsausdruck aufgesetzt und gescheit gejubelt - Lewy und Rafinha nach dem 3:0
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Vor der Pause fand sich das Jubelknäuel satte fünf Mal zusammen, kein Team schoss in der K.o.-Phase mehr Tore in der ersten Hälfte
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Der Terrier hat wieder zugeschlagen! Müller trifft zum 4:0 und macht seinem Spielstil mit der Jubelpose alle Ehre
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Die elf Helden des Bayern-Wunders grüßten in Weiß auf Schwarz von der Anzeigetafel - und der Halbzeit-Spielstand brannte sich in die portugiesischen Seelen
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Pep Guardiola mahnte sein Team zur Ordnung - seine Jubelarien hatten ihn schließlich schon einen Teil seiner Hose gekostet
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Zum standesgemäßen "Humba" ließ es sich Müller nicht nehmen, auf den Zaun zu klettern - und sein Organ per Megafon zu verstärken
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FC BARCELONA - PSG 2:0: Vor dem Spiel in Barcelona wurden noch Nettigkeiten ausgetauscht...
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... doch mit dem Anpfiff war jegliche Freundschaft vergessen. Ob Suarez hier zum Hüftbiss bei David Luiz ansetzt?
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Salvatore Sirigu ist langsamer unten als Luiz' Mähne schön ist - und Neymar vollendet zum 1:0 für die Katalanen
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Salvatore Sirigu ist langsamer unten als Luiz' Mähne schön ist - und Neymar vollendet zum 1:0 für die Katalanen
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Und der Brasilianer hatte noch nicht genug. An den Fingern lässt sich relativ leicht ablesen, welchen Treffer Neymar gerade bejubelt
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Die Herren Murray und Hutchins benehmen sich auf der Tribüne wie japanische Groupies, als sie ihr Bild auf der Anzeigetafel erblicken
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Es sind schon ein paar Spieler mehr, die dem Katalanen aktuell zur Verfügung stehen. Aber zumindest ist die Rotation nicht so groß, dass die teils konstruierte Elf aus dem Gastspiel gegen 1899 Hoffenheim eine Ausnahme darstellt.

Ausschlaggebend ist nicht die Quantität, sondern die Qualität der Spieler, die dem FC Bayern abhandengekommen ist: Arjen Robben, Franck Ribery, David Alaba - mitunter auch Bastian Schweinsteiger. Die Wenigen reichen, dass es nach viel aussieht, was den Substanzverlust angeht.

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Beachtlich war es dahingehend durchaus, wie die Münchener das Rückspiel gegen Porto angingen. Die Bayern marschierten und marschierten. Als gäbe es keinen Morgen.

Sie gingen in die Zweikämpfe, erkämpften sich extrem viele Bälle und zwangen Portos Viererkette zu haarsträubenden Fehlern, die dann auch mal so einen Halbzeitstand von 5:0 rechtfertigen. Die Bayern standen unter Dauerstrom und erlegten ihren Gegner, der vor einer Woche noch so erschien, als hätte er die Chiffre der Bayern gelöst.

Ein Statement-Sieg

"Wirklich geil gespielt", sagte Stürmer Robert Lewandowski über die erste Hälfte. Eine interessante Statistik besagt, dass der Pole seit seinem Debüt-Tor in der Champions League fast genauso viele Tore erzielte wie Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Portos Hintermannschaft und Torhüter Ricardo machten es den Münchenern sehr leicht, aber dennoch wäre es zu einfach, die Höhe des Sieges nur am (schwachen) Gegner festzumachen. Nach dem 6:1 gegen Porto und dem 7:0 gegen Donezk ist das längst keine Verzerrung der eigentlichen Leistungsfähigkeit. Der Schein trügt nicht.

Die Bayern dürfen das 6:1 durchaus als Statement-Spiel verbuchen. Sie haben viel richtig gemacht, gegen einen Trainer und ein Team die richtigen Lösungen gefunden, nachdem das Unheil in Porto noch deutlich spürbar war.

Aber: Guardiola wäre nicht Guardiola, wenn er damit zufrieden wäre. Der kommende Gegner in der Champions League wird ein anderes Kaliber, das weiß Guardiola und sagt daher: "Wir müssen uns verbessern. Das war noch keine Perfektion."

"Wenn du das Spiel nicht kontrollierst..."

Oft und lautstark griff der Katalane in der zweiten Hälfte ein, versammelte seine wichtigsten Säulen um sich herum, um Julen Lopeteguis Maßnahmen entgegenzuwirken. Die Bayern hatten nach wie vor viele Ballkontakte, aber Porto stand dann so gut, dass man sich kaum noch Torchancen erspielen konnte und nach dem 5:1-Anschlusstreffer zwischenzeitlich sogar auf die Uhr schaute.

Guardiola missfällt es, wenn seine Mannschaft nicht das Spielgeschehen bestimmt, das Drehbuch nicht in der Hand hat: "Wir müssen eine Situation auf dem Platz lesen, um das Spiel zu kontrollieren. Wenn du das Spiel nicht kontrollierst, kann dich jeder Gegner der Welt besiegen."

Die Bayern wollen genau wieder an diesen Punkt: Soweit es geht unnahbar und unschlagbar sein, indem sie das Spiel kontrollieren.

Und Pepe Reina würde garantiert gerne wieder Spalier stehen und applaudieren.

FC Porto - FC Bayern München: Die Statistik zum Spiel

Aus der Allianz Arena berichtet: Fatih Demireli

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Fatih Demireli(Redaktion)

Fatih Demireli, Jahrgang 1983, ist als Head of Live verantwortlich für die Live-Berichterstattung bei PERFORM Deutschland. Ferner ist er bei SPOX u.a. zuständig für die Berichterstattung rund um den FC Bayern. Der gebürtige Münchener wechselte nach seinem Volontariat bei der offiziellen Webseite der Deutschen Fußball-Liga und seiner dortigen Funktion als stellvertretender Leiter 2010 zu SPOX und baute die Türkei-Sektion auf. Außerdem dreht sich bei ihm alles um den internationalen Fußball.

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